Feuilleton

Schreiben an der Schnittstelle zwischen Journalismus und Literatur

Das Feuilleton, entstanden um 1800 in der Pariser Presse, überdauert – als Ressort, als journalistisch-literarische Gattung und als Schreib- und Denkweise – die Medienbrüche des 20. und 21. Jahrhunderts. Seit jeher Ort des Ästhetischen im publizistisch-ökonomischen Pressewesen, entfaltet es seine komplexe Poetik bis heute im Spannungsfeld von journalistischer Sachgebundenheit und literarischer Verwandlungsfreiheit, von (kultur-)politischer Debatte und flüchtigem Sprachspiel, von sachlicher Kritik und subjektiver Gestimmtheit.

Die literaturwissenschaftlichen, medienhistorischen und mediensoziologischen Beiträge des Bandes folgen dem feuilletonistischen Schreiben auf seinem Weg von der Zeitung zum Blog und fragen nach der medialen und kulturellen Funktion des Feuilletons als diskursiver Raum und Ort der kulturellen Selbstverständigung.

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2018-01-04, 398 Seiten
ISBN: 978-3-8376-3722-9

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Hildegard Kernmayer

Hildegard Kernmayer, Universität Graz, Österreich

Simone Jung

Simone Jung, Universität Hamburg, Deutschland

... mit Hildegard Kernmayer und Simone Jung

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Das Feuilleton ist eine Erfindung der Moderne und dient bis heute der Selbstverständigung und Selbstvergewisserung unserer Mediengesellschaft. Seit seiner Entstehung um 1800 und auf seinem Weg von der Zeitung zum Blog hat das Feuilleton zahlreiche medienkulturelle Transformationen durchlaufen und so unterschiedliche Formate wie die ›Kleine Form‹ oder die ›Debatte‹ hervorgebracht. Der interdisziplinär verfahrende Band zeigt die Komplexität des Feuilletons und die Vielheit seiner Erscheinungsweisen auf.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Als Hybrid bewegt sich das Feuilleton zwischen so widersprüchlichen Diskursen wie Ästhetik, Journalismus, Technik und Ökonomie. Erst die unterschiedlichen disziplinären Zugänge aus der Literaturwissenschaft, der Soziologie und Medien- und Kulturtheorie vermögen also die Komplexität des Feuilletons zu erfassen. Die in diesem Band versammelten Autorinnen und Autoren entwerfen eine interdisziplinäre Perspektive auf das Feuilleton von der Moderne bis zur Gegenwart, die das Literarische und Politische gleichermaßen in den Blick nimmt.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Das Feuilleton ist ein unregelmäßig untersuchter Forschungsgegenstand, was nicht zuletzt an der Interdisziplinarität und radikalen Intermedialität des Feuilletons als ›Grenzphänomen des Ästhetischen‹ liegen mag. Bedeutsam sind beispielsweise die ältere Zeitungswissenschaft oder die Literaturwissenschaft, die seit den 1980er Jahren einen eigenständigen Forschungszweig etablieren konnte. Das Buch ist ein weiterer Schritt, den interdisziplinären Arbeitszusammenhang zu stärken, dem Feuilleton Sichtbarkeit zu verleihen und Vernetzungsprozesse einzuleiten.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit Alfred Polgar, Joseph Roth, Karl Kraus und all jenen, die sich für das Schnittfeld Literatur, Kunst und Politik interessieren, unabhängig davon, aus welchen kulturellen Zusammenhängen und weltanschaulichen Lagern sie kommen. Gerade die Zusammenkunft verschiedener Kulturen und Identitäten macht nicht nur das Feuilleton interessant, sondern auch die Diskussion darüber.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Die Geschichte des Feuilletons als eine Geschichte von Kontinuitäten und Brüchen im Spannungsverhältnis von Literatur und Journalismus.

»Die hier versammelten wissenschaftlichen Beiträge [...] zeugen von ihrer großen fachlichen Kompetenz und von ihrem hohen Reflexionsvermögen. Umso schöner ist die Tatsache, dass die Texte leicht verständlich und gut lesbar sind – wie man es auch von einem guten Feuilleton erwarten würde!«
www.kulturbuchtipps.de/www.kulturthemen.de, 09.04.2018
Besprochen in:
der Freitag, 8 (2018), Mladen Gladic
faust-kultur.de, 22.06.2018, Eugen El
Autor_in(nen)
Hildegard Kernmayer / Simone Jung (Hg.)
Buchtitel
Feuilleton Schreiben an der Schnittstelle zwischen Journalismus und Literatur
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
398
Ausstattung
kart.
ISBN
978-3-8376-3722-9
DOI
10.14361/9783839437223
Warengruppe
1562
BIC-Code
DSB JFD
BISAC-Code
LIT000000 LIT004170 SOC052000
THEMA-Code
DSB JBCT
Erscheinungsdatum
2018-01-04
Auflage
1
Themen
Medien, Literatur
Adressaten
Literaturwissenschaft, Medienwissenschaft, Soziologie, Kulturwissenschaft, Journalismus, Medienästhetik
Schlagworte
Feuilleton, Literarischer Journalismus, Kleine Form, Kritik, Debatte, Medienkultur, 18. Jahrhundert, 19. Jahrhundert, 20. Jahrhundert, 21. Jahrhundert, Medienbrüche, Presse, Sprachspiel, Zeitung, Blog, Medienästhetik, Literatur, Medien, Allgemeine Literaturwissenschaft, Germanistik, Literaturwissenschaft

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