Konfigurationen des Unheimlichen

Medien und die Verkehrung von Leben und Tod in Elfriede Jelineks Theatertexten

Der Begriff des »Unheimlichen« birgt einiges Potenzial, um aktuelle Diskurse über die fortschreitende Technisierung unserer Gesellschaft auf den Punkt zu bringen. Vor diesem Hintergrund untersucht Elisabeth Günther eine Auswahl an Theatertexten von Elfriede Jelinek und fokussiert dabei insbesondere die beiden für deren Werk zentralen Topoi der Medien und des Untoten.

Hierzu zieht sie neben den traditionellen psychoanalytischen Bezügen zum Unheimlichen-Begriff verschiedene Theoriediskurse zu Fragen der Wirklichkeitsherstellung heran, wie sie u.a. im Kontext der Denkansätze von Jacques Derrida und Jean Baudrillard geführt werden. Jelineks virtuoses Spiel mit der Verkehrung von Belebtheitsverhältnissen entpuppt sich dabei als differenzierte Kritik an der gegenwärtigen Mediengesellschaft.

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2017-12-27, 410 Seiten
ISBN: 978-3-8376-3734-2

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Elisabeth Günther

Elisabeth Günther, Universität Hamburg, Deutschland

... mit Lisa Günther

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Weil mit dem Begriff des Unheimlichen gesellschaftlich aktuell hoch relevante Themen in Elfriede Jelineks Werk auf den Punkt gebracht werden. Das Buch geht nicht nur den konkret verhandelten Verkehrungen von Leben und Tod in Jelineks Texten nach, sondern deckt darüber hinaus Strategien im ästhetischen Programm ihres Werks auf, scheinbar Unbelebtes, Abstraktes und Stillgestelltes zum Leben zu erwecken. Jelineks Texte fordern die fundamentalen Kategorien unseres Lebens auf höchst vitale Weise heraus. Der Begriff des Unheimlichen eröffnet eine fruchtbare Perspektive auf diese bedeutungsvolle Provokation der Autorin.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Die Verknüpfung von Elfriede Jelineks Texten mit Diskursen des Unheimlichen produziert insbesondere im Forschungsbereich der Medialität neue Perspektiven. Dass Jelineks Texte von Beginn an die Funktionsweisen von Medien auf unterschiedlichen Ebenen zum Thema gemacht haben, wurde vielfach erforscht. Mit dem Unheimlichen als Forschungsperspektive auf Jelineks Theatertexte lässt sich Medialität insbesondere im Hinblick auf die Verkehrung von Belebtheitsverhältnissen neu ausloten.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Das Buch schließt an aktuelle medien- und theaterwissenschaftliche Diskurse an, zuvorderst diejenigen, die der Verunsicherung von Leben und Tod und anderer fundamentaler Kategorien wie Fiktion und Wirklichkeit, Stillstand und Bewegung oder Subjektivität und Objektivität nachgehen. Es möchte sich in den Diskurs um die grundlegende Frage einmischen, wie an der Schnittstelle von Medialität Lebendiges in Unbelebtes übergeht und umgekehrt. Dabei erweitert das Buch die sich in den letzten Jahren entwickelnde Forschung zum Untoten in Jelineks Werk um die Perspektive des Unheimlichen.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

An erster Stelle würde mich die Meinung von praktischen Theatermachern interessieren. Mit Einar Schleef hätte ich sehr gern über die Bedeutung des Unheimlichen in Jelineks Theatertexten gesprochen und darüber, ob es für die Bühne eine Rolle spielt oder spielen könnte. Mit Christoph Schlingensief wäre ich auch sehr gern darüber ins Gespräch gekommen, mal ganz abgesehen natürlich von Elfried Jelinek selbst.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Elfriede Jelineks Theatertexte produzieren das Unheimliche an der Schnittstelle von Medialität, wo sich die Verkehrung von Lebendigem und Unbelebtem zeigt.

Autor_in(nen)
Elisabeth Günther
Buchtitel
Konfigurationen des Unheimlichen Medien und die Verkehrung von Leben und Tod in Elfriede Jelineks Theatertexten
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
410
Ausstattung
kart.
ISBN
978-3-8376-3734-2
DOI
10.14361/9783839437346
Warengruppe
1586
BIC-Code
AN DSB JFD
BISAC-Code
PER011020 LIT004170 SOC052000
THEMA-Code
ATD DSB JBCT
Erscheinungsdatum
2017-12-27
Auflage
1
Themen
Theater, Literatur
Adressaten
Theaterwissenschaft, Literaturwissenschaft, Medienwissenschaft, Soziologie
Schlagworte
Theater, Literatur, Elfriede Jelinek, Unheimliche, Untote, Bambiland, Babel, Medien, Wirklichkeitsherstellung, Irakkrieg, Neue Kriege, Virtualität, Viralität, Theaterwissenschaft, Germanistik, Medientheorie, Psychoanalyse

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