Figurationsprozesse der Einwanderungsgesellschaft

Zum Wandel der Beziehungen zwischen Alteingesessenen und Migranten in deutschen Städten

Seit den 1960er Jahren haben sich die Beziehungen zwischen Alteingesessenen und Zugewanderten in Deutschland grundlegend gewandelt – und mit ihnen die Gesellschaft.

Mittels ethnographischer Analysen führt Jörg Hüttermann diesen Prozess der Figuration auf alltägliche Interaktionen zurück, die nur auf den ersten Blick unbedeutend erscheinen. Indem sie die in unterschiedlichen Kontexten wirkenden Interaktionsdynamiken freilegt und ein Verlaufsmuster des Figurationswandels herausarbeitet, ermöglicht es die stadtsoziologische Studie, den urbanen Alltag mit anderen Augen zu sehen.

»Eine ausgereifte Analyse zum Wandel der Beziehungen zwischen Alteingesessenen und Zugewanderten in deutschen Städten. Es gibt hierzulande und auch international in der Migrations- und Konfliktforschung kaum vergleichbare Publikationen, die urbane Ethnographie bzw. urbane Anthropologie mit einer konfliktsoziologischen Perspektive in solch anregender Weise verbinden.«
(Wilhelm Heitmeyer)

»Eine faszinierende Analyse des Wandels der Intergruppenbeziehungen zwischen Etablierten und Außenseitern von den Gastarbeitern bis zum Beginn der Flüchtlingskrise. – Die hier vorgelegte figurationssoziologische Konfliktanalyse lehrt in der Tat anderes und anders zu sehen.«
(Helmuth Berking)

»Der wichtigste Beitrag eines deutschen Soziologen zur Analyse der Einwanderungsgesellschaft des vergangenen Jahres. Die Verbindung von Fallanalysen und soziologischer Reflexion erlaubt tiefe Einblicke in die Dynamiken der Machtbeziehungen und der Konfliktmuster in unseren Städten.«
(Werner Schiffauer)

29,99 € *

2018-06-20, 358 Seiten
ISBN: 978-3-8376-3744-1

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Jörg Hüttermann

Jörg Hüttermann, Universität Bielefeld, Bielefeld, Deutschland

... mit Jörg Hüttermann

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

In unserer Einwanderungsgesellschaft werden Konflikte zunehmend

kulturell erklärt. Die Kulturalisierung droht zum funktionalen

Äquivalent rassistischer Ideologien zu werden. Dies gefährdet unsere

demokratische Streitkultur. Meine figurationssoziologischen

Konfliktanalysen des urbanen Alltags zeigen aber, dass vermeintlich

kulturbasierte Auseinandersetzungen im Grunde bloß der Soziologik von

Rangordnungs- und Ressourcenkonflikten folgen, die ihrerseits in den

Wandel der Einwanderungsgesellschaft eingebettet sind.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Das Buch zeigt u. a., dass flüchtige Begegnungen ein formatives

Potenzial entfalten und somit das städtische Intergruppenleben bewegen.

Wie die ethnographischen Konfliktanalysen des Buches zeigen, bringen

urbane Alltagsinteraktionen nicht bloß urbane Indifferenz hervor,

sondern sie haben einen wesentlichen Anteil an der Soziogenese urbaner

Gruppen und stadtgesellschaftlicher Intergruppenbeziehungen. Sie prägen

auch die Dynamik stadtgesellschaftlicher Konflikte.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Nicht erst seit der Clash of Civilizations-Kontroverse gibt es in

einschlägigen Forschungsdisziplinen eine z. T. leidenschaftlich geführte

Debatte um die Tragweite von Kulturdifferenzen zur Erklärung von

Konflikten in Diversity-Kontexten. Das Buch möchte dazu beitragen, diese

Debatte gewissermaßen zu erden und eben dadurch weiterzubringen. Aber

anders als etwa in der aktuellen (Super-)Diversity-Forschung sollen

Probleme der sozialen Ungleichheit oder Machtdynamiken dabei nicht

ausgeblendet werden.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Fürs erste mit Elijah Anderson, Rogers Brubaker, Helmuth

Berking, Levent Tezcan, Armin Nassehi, Alejandro Portes, Michèle Lamont,

Andreas Wimmer, Hans-Georg Soeffner, Hubert Knoblauch, Markus

Schroer,Steven Vertovec, Özkan Ezli, Martina Löw, Jürgen Friedrichs,

Randall Collins und Thomas Faist.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Es ist der Versuch, eine Art ›Panoramablick von unten‹ auf die urbanen

Räume der deutschen Einwanderungsgesellschaft zu werfen.

Autor_in(nen)
Jörg Hüttermann
Buchtitel
Figurationsprozesse der Einwanderungsgesellschaft Zum Wandel der Beziehungen zwischen Alteingesessenen und Migranten in deutschen Städten
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
358
Ausstattung
kart.
ISBN
978-3-8376-3744-1
DOI
10.14361/9783839437445
Warengruppe
1725
BIC-Code
JFSG JFFN JHBA
BISAC-Code
SOC026030 SOC007000 SOC026000
THEMA-Code
JBSD JBFH JHBA
Erscheinungsdatum
2018-06-20
Auflage
1
Themen
Migration, Stadt
Adressaten
Soziologie, Sozialanthropologie, Geographie, Politikwissenschaft, Geschichtswissenschaft sowie die interessierte Öffentlichkeit
Schlagworte
Migration, Stadt, Konflikt, Intergruppenbeziehungen, Sozialer Wandel, Deutschland, Stadtsoziologie, Urban Studies, Soziologische Theorie, Interkulturalität, Soziologie

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