Grenzfiguren – Zur politischen Theorie des Flüchtlings

Flüchtlinge gelten oftmals als rechtlose Opfer und Ausgeschlossene auch demokratisch eingehegter Gemeinschaften, obwohl sich nach dem Zweiten Weltkrieg ihre Rechtsstellung fundamental verändert hat. Meist im Rückgriff auf Hannah Arendt und Giorgio Agamben werden sie außerhalb politischer Räume und damit an den Rändern der Welt angesiedelt.

Julia Schulze Wessel zeigt jedoch: Als Grenzfiguren hinterfragen, verletzen und überschreiten Flüchtlinge Grenzen und fordern so auf ihre spezifische Weise demokratische Ordnungen heraus. Auf ihren Wanderungen durch den Grenzraum Europas verweisen sie auch auf die Grenzen des Rechts und begeben sich selbst in das Zentrum gegenwärtiger politischer Auseinandersetzungen.

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2017-01-12, 238 Seiten
ISBN: 978-3-8376-3756-4

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Julia Schulze Wessel

Julia Schulze Wessel, TU Dresden, Deutschland

... mit Julia Schulze Wessel

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Der Widerspruch zwischen der öffentlichen Sprache der Humanität und des Rechts und der realen Situation von Menschen, die sich auf ungeregelten Wegen nach Europa befinden, hat mich vor vielen Jahren zu der intensiven Auseinandersetzung mit diesem Thema geführt. Vor allem interessiert mich daran, welchen rechtlichen und politischen Rahmenbedingungen die sogenannten ›Undokumentierten‹ unterliegen, und welche (Gegen-)Strategien sie entwickeln.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

In der politischen Theorie werden Flüchtlinge oftmals als diejenigen gefasst, die sich durch Rechtlosigkeit und Hilfsbedürftigkeit auszeichnen. Sie werden also als politische Subjekte nicht wahrgenommen und damit am Rande oder außerhalb des Politischen angesiedelt. Mit dem Buch zeige ich dagegen, dass Flüchtlinge mitten in die Kernfragen politischer Ordnung zielen. Anstatt sie also nur als Opfer der Verhältnisse zu verstehen, wollte ich sie als politische Subjekte begreifen.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Es gibt zur Zeit kaum ein anderes Thema, das so viel diskutiert wird, wie Flucht und Migration. Insofern ist das Buch hochaktuell. Als ich begann, mich mit der Figur des Flüchtlings intensiver auseinanderzusetzen, gehörte es zu den eher wenig beachteten Themen vor allem in der politischen Theorie. Das Buch zeigt jedoch, dass Flucht und Migration fundamentale Fragen an politische Ordnungen stellen. Das Thema sollte deswegen zum klassischen Kanon jeder Politikwissenschaft gehören.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Am liebsten würde ich das Buch in einer interdisziplinär zusammengesetzten Runde diskutieren. Denn die Interdisziplinarität, die eine Vielschichtigkeit von Perspektiven bedeutet, habe ich in den letzten Jahren immer am inspirierendsten empfunden. Und das insbesondere dann, wenn die Beteiligten mehr Fragen als Antworten hatten.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Angelehnt an Peter Gatrell: Grenzen machen Flüchtlinge und Flüchtlinge machen Grenzen.

»Die Lektüre des Bandes [lohnt sich], insbesondere aufgrund der genauen Ausarbeitung der politiktheoretischen Folgen der Externalisierung von Grenzen, die zur Vorenthaltung von Rechten führt und Grenzen zu dynamischen Räumen des Ausschlusses macht.«
Monika Mokre, https://soziopolis.de, 21.08.2018
»Eine theoretisch versierte Standortbestimmung der Figur des Flüchtlings.«
asyl aktuell, 1 (2018)
»Eine in dieser Breite in der deutschsprachigen Debatte bislang nicht vorhandene Übersicht.« Dana Schmalz, Der Staat, 57/1 (2018)
»Wessels Studie [stellt] eine wichtige Komponente für den aktuellen Migrationsdiskurs dar, insofern die Beachtung von Migranten aus unterschiedlichen Kontexten heraus eine präzise und wertungsneutrale Deutung erfährt, die in öffentlichen Diskursen oftmals vermisst werden darf.«
Matthias Langenbahn, Spektrum Iran, 30/2 (2017)
»Ein spannendes Buch.«
https://undogmatisch.net, 17.06.2017
»Die Publikation bringt [...] sehr viel Ordnung und Aufmerksamkeit in die Diskussion und für die Schärfe der Begriffe um die in der aktuellen Zeitgeschichte gewachsenen Abwehrstrategien der industrialisierten Staaten ein.«
Renate Straetling, www.renatestraetling.wordpress.com, 4 (2017)
»Eine anspruchsvolle philosophische Schrift, die in die politische Debatte einen wichtigen Aspekt einbringt: Wie kommen Menschen zu ihrem Menschenrecht, Asyl beantragen zu können und nicht davon abgehalten werden?«
Wolfgang Berg, www.socialnet.de, 03.03.2017
Besprochen in:
www.amazon.de, 17.04.2017, Johannes Heinrichs
BZgA-InfoDienst Migration, 2 (2017)
Rundbrief des Begegnungszentrums für aktive Gewaltlosigkeit 160/2 (2017)
Portal für Politikwissenschaft, 24.07.2017, Thomas Mirbach
Das Argument, 323 (2017), Sebastian Sternthal
IDA-NRW, 23/4 (2017)
Eidgenössische Migrationskommission EKM, 4 (2018)
Der Staat, 57/2 (2018), Dana Schmalz
Autor_in(nen)
Julia Schulze Wessel
Buchtitel
Grenzfiguren – Zur politischen Theorie des Flüchtlings
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
238
Ausstattung
kart.
ISBN
978-3-8376-3756-4
DOI
10.14361/9783839437568
Warengruppe
1729
BIC-Code
JHB JPA
BISAC-Code
POL010000 SOC026000
THEMA-Code
JHB JPA
Erscheinungsdatum
2017-01-12
Auflage
1
Themen
Politik, Migration, Flucht
Adressaten
Politikwissenschaft, Soziologie, Geografie, Anthropologie sowie die interessierte Öffentlichkeit
Schlagworte
Undokumentierte Migration, Flüchtlinge, Migration, Geflüchtete, Grenze, Giorgio Agamben, Hannah Arendt, Flüchtlingspolitik, Politik, Flucht, Flüchtlingsforschung, Politische Soziologie, Politische Theorie, Politische Philosophie, Soziologie

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