Blinde Flecken der Entwicklungszusammenarbeit

Zur Kooperationspraxis lokaler Non-Profit-Organisationen in Bolivien

Wie entsteht kooperative Praxis in lokalen Organisationen? Wie kann Organisationsförderung von außen – z.B. durch Entwicklungszusammenarbeit – kooperative Praxis stärken? Und warum gefährdet sie diese so oft?

Lokale Organisationen (community based/non-profit organisations) spielen für die Armutsreduzierung in der Entwicklungszusammenarbeit eine zentrale Rolle. In Organisationen können Mitglieder Zugang zu wichtigen Leistungen erhalten, soziales Kapital bilden und ihre kollektive (Ver-)Handlungsmacht erhöhen. Gabriele Beckmann wirft einen multiperspektivischen Blick auf Organisationsprozesse, die als institutionelle Praxissysteme und Handlungsarenen verstanden werden, und ermöglicht dadurch neue Antworten.

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2016-12-21, 314 Seiten
ISBN: 978-3-8376-3772-4

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Gabriele Beckmann

Gabriele Beckmann, Fachhochschule für Interkulturelle Theologie, Hermannsburg, Deutschland

... mit Gabriele Beckmann

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Non-Profit-Organisationen (NPO) sind für die Entwicklungszusammenarbeit (EZ) interessant, weil sie zu relevanten Themen, z.B. der Armutsminderung, arbeiten. Um Organisationen institutionell zu stärken und schlagkräftiger zu machen, ist ein Verständnis darüber, wie eine institutionalisierte Handlungspraxis der Organisationsmitglieder entsteht, erforderlich. Leider zeigt die Förderpraxis lokaler NPO, dass dabei oft Faktoren übersehen werden, die für die Entwicklung selbsttragender Organisationspraxis entscheidend sind.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Das Buch öffnet eine organisationssoziologisch-institutionalistische, eine ethnografisch-handlungslogische und eine prozessorientierte Perspektive auf die Entwicklung einer selbsttragenden Kooperationspraxis in lokalen NPO. Anhand von Fallbeispielen kann in vergleichender Perspektive gezeigt werden, wie lokale Kultur bzw. Wissen (Organisationserfahrungen), Machtkonstellationen und organisationsinterne Aushandlungsprozesse im Wechselspiel mit Förderstrategien der EZ zur Etablierung einer spezifischen Kooperationspraxis führen.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

In der Organisationssoziologie wird die Bedeutung des ›practice turn‹ und des Zusammenhangs von ›Interaktion, Organisation und Gesellschaft‹ erneut diskutiert. Weisen Ansätze, die sich mit der Entwicklung von ›collaborative communities‹ bzw. Kooperationspraxis beschäftigen, in die Zukunft der Organisationssoziologie (Apelt, Wilkesmann) oder (ver-)führen sie zu organisationssoziologischen Verzerrungen (v. Groddeck)? Das vorliegende Buch unterstreicht die Relevanz der Praxisforschung für die Organisationssoziologie.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit Vertretern der Organisationsforschung würde ich gerne die weitergehende Relevanz einer organisationssoziologischen Praxisforschung diskutieren. Mit erfahrenen Praktikern und programmverantwortlichen Experten der entwicklungspolitischen Organisationsförderung würde ich mich gerne über die Bedeutung lokaler Eigenlogiken (Wissen, Aushandlungsprozesse, Gelegenheitsstrukturen) in Organisationen, die Gefahren ungeeigneter Organisationsförderung und die Verantwortung der EZ austauschen.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Entwicklungspolitische Förderstrategien für Non-Profit-Organisation berücksichtigen zu selten, dass institutionalisierte Kooperationspraxis Ergebnis des Zusammenspiels von Handlungs-, Prozess- und Systemlogiken ist.

Besprochen in:
www.centrum3.at, 3 (2017)
welt-sichten, 10 (2017), Ralf Leonhard
Autor_in(nen)
Gabriele Beckmann
Buchtitel
Blinde Flecken der Entwicklungszusammenarbeit Zur Kooperationspraxis lokaler Non-Profit-Organisationen in Bolivien
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
314
Ausstattung
kart., zahlr. Abb.
ISBN
978-3-8376-3772-4
DOI
10.14361/9783839437728
Warengruppe
1729
BIC-Code
GTF KJU JHBC
BISAC-Code
SOC042000 BUS085000 SOC026000 SOC019000
THEMA-Code
GTP KJU JHBC
Erscheinungsdatum
2016-12-21
Auflage
1
Themen
Zivilgesellschaft
Adressaten
Soziologie, Organisationssoziologie, Globalisierungsforschung, Organisationsforschung, Entwicklungspolitik, Entwicklungszusammenarbeit, Organisationsberatung sowie Organisationsförderung
Schlagworte
Organisationsförderung, Organisationsforschung, Entwicklungszusammenarbeit, Armut, Bolivien, Kooperative Praxis, Lokale Organisationen, Organisationsprozesse, Praxissysteme, Zivilgesellschaft, Entwicklungssoziologie, Organisationssoziologie, Qualitative Sozialforschung, Ethnologie, Soziologie

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