Serialität und Moderne

Feuilleton, Stummfilm, Avantgarde

Die Medientechniken des 19. Jahrhunderts, zu denen die Rotationsdruckmaschine, die Kamera und der Kinematograf gehören, stiften die Grundlage für eine serielle Massenkultur. Anhand der Werke etwa von Frédéric Soulié und Émile Zola, Blaise Cendrars, André Breton und Germaine Krull, Louis Feuillade und Dziga Vertov analysiert der Band serielle Erzählformen der Moderne, die vom Feuilletonroman über Stummfilmserien bis hin zu avantgardistischen Experimenten reichen. Der Fokus liegt dabei auf der Beziehung von Roman und Presse, audiovisueller Populärkultur und Avantgardepraktiken und deren Verbreitung von Frankreich aus in ganz Europa und in Lateinamerika.

Inhalt

  1. Frontmatter

    Seiten 1 - 4
  2. Inhalt

    Seiten 5 - 6
  3. Moderne Serialitäten, disziplinäre Traditionen und medienwissenschaftliche Trends

    Seiten 9 - 30
  4. Die abgebrochene Serie. Zum Scheitern des seriellen Prinzips in der Moderne

    Seiten 31 - 46
  5. Die Ausgeburt eines Textes. Frédéric Souliés Les Mémoires du Diable (1837/38)

    Seiten 49 - 62
  6. Émile Zola und die impressionistische Serie

    Seiten 63 - 76
  7. O Ateneu (1888) von Raul Pompeia. Doppelte Serialität in einem brasilianischen Feuilletonroman

    Seiten 77 - 96
  8. Serialität und Gattungswechsel. Zur Geburt des argentinischen Theaters aus Serienroman und Zirkus

    Seiten 97 - 106
  9. Pinocchio, Cuore, Gian Burrasca. Zeitschriften und Romane für die Kinder des geeinten Italien

    Seiten 107 - 122
  10. Von den Mystères de Paris zum Superuomo di massa. Popularer Geschmack und die Ästhetik des Seriellen

    Seiten 123 - 136
  11. Die Film-Serie Tih Minh (1918). Louis Feuillade, der Orientalismus und die Weltpolitik

    Seiten 139 - 150
  12. Maciste (1915-26). Ein früher Muskelmann als nationaler Serienheld. Bartolomeo Pagano, Körperkultur und Starkult

    Seiten 151 - 176
  13. Verdopplung und Ersatz. Über Prothesen im frühen Film

    Seiten 177 - 192
  14. Kinopravda Nr. 16. Serialität bei Vertov

    Seiten 193 - 208
  15. Die Ästhetik des Metalls. Zu den Fotoserien Germaine Krulls

    Seiten 211 - 224
  16. Vertigineuses séries surréalistes. Suites et séries chez André Breton

    Seiten 225 - 238
  17. Sirène reine des séries. Une tentation de Blaise Cendrars

    Seiten 239 - 252
  18. Un nouveau genre de littérature. Les séries publicitaires de la Belle Époque aux Années folles

    Seiten 253 - 266
  19. Autorinnen und Autoren

    Seiten 267 - 274
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34,99 € *

2018-05-18, 274 Seiten
ISBN: 978-3-8376-3778-6

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Daniel Winkler

Daniel Winkler, Universität Wien, Österreich

Martina Stemberger

Martina Stemberger, Wien, Österreich

Ingo Pohn-Lauggas

Ingo Pohn-Lauggas, Universität Wien, Österreich

... mit den Herausgebern

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Serien prägen unseren Alltag, Fernsehserien etwa sind Gegenstand eines regelrechten Hypes und werden inzwischen auch auf Filmfestivals wie der Berlinale programmiert. Oft wird dabei allerdings vergessen, dass das Prinzip der Serialität weit zurück geht und kein exklusiv US-amerikanisches Phänomen ist. Es ist – Stichwort Feuilletonroman – vielmehr eng mit der europäischen Industrialisierung, den damit assoziierten medientechnischen Innovationen und den künstlerisch-medialen Reaktionen darauf verbunden: Schon hier finden wir ganz unterschiedliche Serienformate, die unser Band im kulturhistorischen Kontext untersucht.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Unser Buch verfolgt eine historische Perspektive, d.h. es geht um die seriellen Phänomene, die einsetzen, sobald die Zeitung zu einem für breitere Schichten leistbaren Massenmedium wird. Von Frankreich aus blickt der Band auf transnationale/-kontinentale Dimensionen der Serialität: den Feuilletonroman, die serielle Fotografie, die Stummfilmserien, aber auch auf die Avantgarden. Denn so sehr serielle Formen medial die Populärkultur dominieren, auch avantgardistische Bewegungen greifen stark auf serielle Verfahren zurück. Der Band will in diesem Sinne auch die wissenschaftliche Trennung von ›High‹ und ›Low Culture‹ überwinden.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Die Bedeutung des Phänomens Serialität ist kaum zu überschätzen; dies zeigen allein die zahlreichen einschlägigen Publikationen des transcript Verlags, aber auch die Tatsache, dass unser Band auf einer Fülle von rezenten internationalen Forschungsdebatten und Arbeiten zum Thema aufbaut. Vor dem Hintergrund zeitgenössischer medialer Entwicklungen ist hier kein Ende in Sicht. Denn von welchen gesellschaftlichen Bereichen könnte man schon behaupten, dass sie völlig frei von seriellen Ökonomien oder Zwängen seien?

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit Blaise Cendrars, Pierre Bourdieu, Umberto Eco.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Die Karriere des Formats Serie beginnt mit der Moderne: Feuilleton, Stummfilm, Avantgarde.

Besprochen in:
www.hhprinzler.de, 07.09.2018, Hans Helmut Prinzler
Buchtitel
Serialität und Moderne Feuilleton, Stummfilm, Avantgarde
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
274
Ausstattung
kart., zahlr. Abb.
ISBN
978-3-8376-3778-6
DOI
Warengruppe
1562
BIC-Code
DSB JFD APFA
BISAC-Code
LIT000000 PER004030 SOC052000
THEMA-Code
DSB JBCT ATF
Erscheinungsdatum
2018-05-18
Auflage
1
Themen
Film, Literatur
Adressaten
Romanistik, Filmwissenschaft, Medienwissenschaft, Vergleichende Literaturwissenschaft, Kulturwissenschaft
Schlagworte
Serie, Serialität, Feuilletonroman, Stummfilm, Avantgarde, Medientechnik, Literatur, Film, Allgemeine Literaturwissenschaft, Medienästhetik, Kulturwissenschaft, Literaturwissenschaft

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