Demokratie ohne Grund – kein Grund für Demokratie?

Zum Verhältnis von Demokratie und Poststrukturalismus

Der Poststrukturalismus dekonstruiert liberal-demokratische Begriffe und lehnt Letztbegründungen für normative Ordnungen ab. Kritiker werfen ihm daher eine Unvereinbarkeit mit einer demokratischen Haltung vor. Derrida, Butler, Laclau und Mouffe vertreten dennoch eine zukünftige und radikale Demokratie. Wie ist dieser »ethical turn« zu beurteilen? Wie gelangen die Wissenschaftler von einer behaupteten Grundlosigkeit zu Gründen für die Demokratie?

Luzia Sievi liefert eine detaillierte Analyse sowohl zu den Kritiken an der Demokratie als auch zu den Demokratieentwürfen der genannten Denker – und zeigt, welche Werte und Erkenntnisse bewirken, dass aus scharfen Kritikern starke Verfechter der Demokratie werden.

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2017-02-06, 504 Seiten
ISBN: 978-3-8376-3791-5

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Luzia Sievi

Luzia Sievi, Georg-August-Universität Göttingen, Deutschland

... mit Luzia Sievi

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

In der aktuellen Debatte um die Demokratie wird stets eine Krise attestiert und es wird nach neuen Ideen gesucht. Theorien der »radikalen Demokratie« nehmen für sich in Anspruch, diese zu bieten. Da ist es unumgänglich zu untersuchen, ob Derridas, Butlers, Laclaus und Mouffes erkenntnistheoretische und politische Theorien mit ihren radikalen Demokratietheorien in Einklang stehen.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Mein Buch weist nach, dass die radikalen Demokratieentwürfe von Derrida, Butler, Laclau und Mouffe keinen Bruch mit ihren Erkenntnis- und politischen Theorien bedeuten. Sie stehen auf einem festen Fundament und eignen sich somit als Position in der Diskussion um eine Weiterentwicklung demokratisch verfasster Gesellschaften. Der Vorwurf an diese Theorien, un- oder apolitisch oder antihumanistisch zu sein, wird von mir widerlegt.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Radikale Demokratietheorien sind nach wie vor aktuell. Gerade jetzt, wo nationalistische Identitätskonzeptionen an Aufwind gewinnen, sind Derridas Konzept der Gastfreundschaft sowie Butlers und Mouffes Auseinandersetzung mit Ausschlüssen und Grenzen sehr wertvoll. Poststrukturalistischen Theorien wird vorgeworfen, das »Postfaktische« salonfähig gemacht zu haben. Ich zeige auf, dass Derrida, Butler, Laclau und Mouffe kein anything goes, sondern starke ethische Werte vertreten.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Es wäre sehr spannend, mit Richard Rorty zu diskutieren, weil er zum einen viele Gemeinsamkeiten mit den poststrukturalistischen Denker_innen teilt, zum anderen aber auch stets fundierte Kritiken bringt. Mich hätte ebenfalls sehr interessiert, ob und zu welcher Demokratietheorie Michel Foucault gefunden hätte oder was er zu Butlers, Laclaus und Mouffes Werk zu sagen hätte – immerhin bauen alle drei sehr stark auf Foucaults Überlegungen auf.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Das Buch diskutiert Derrida, Butler, Laclau und Mouffe ausgehend von ihren politischen Theorien über ihre ethischen Überlegungen bis hin zu ihren Demokratiekonzeptionen.

Autor_in(nen)
Luzia Sievi
Buchtitel
Demokratie ohne Grund – kein Grund für Demokratie? Zum Verhältnis von Demokratie und Poststrukturalismus
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
504
Ausstattung
kart.
ISBN
978-3-8376-3791-5
DOI
Warengruppe
1733
BIC-Code
JPA HPS HBCF7
BISAC-Code
POL010000 PHI019000 PHI043000
THEMA-Code
JPA QDTS QDHR7
Erscheinungsdatum
2017-02-06
Auflage
1
Themen
Politik
Adressaten
Politikwissenschaft, Philosophie, Politische Theorie
Schlagworte
Demokratie, Poststrukturalismus, Jacques Derrida, Judith Butler, Chantal Mouffe, Ernesto Laclau, Dekonstruktivismus, Politik, Politische Theorie, Politische Philosophie, Philosophie, Politikwissenschaft

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