Die Ordnung des Selbst

Subjektivierung im Kontext von Krise und psychosozialer Beratung

Wie gelingt die Inszenierung als Subjekt im Angesicht des Scheiterns? Durch welches Wissen und welche Praktiken werden persönliche Krisen im Kontext psychosozialer Beratung zugänglich und wie können Veränderungen in der Lebensführung ermöglicht werden?

Durch differenzierte Analysen und unter Bezug auf poststrukturalistische Theorien zeigt Simon Bohn, wie psychosoziale Beratung einen Subjektivierungsprozess orchestriert, in dem das individuelle Selbstverständnis und die Lebensziele neu geordnet werden. Anhand anschaulicher Fallgeschichten und Interviews mit psychosozialen Berater_innen ermöglicht die Studie neue Einblicke in Krisenverläufe bei jungen Erwachsenen.

29,99 € *

2017-05-29, 268 Seiten
ISBN: 978-3-8376-3794-6

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Simon Bohn

Simon Bohn, Leipzig, Deutschland

... mit Simon Bohn

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Psychosoziale Probleme sind der maßgebliche Ausdruck individuellen Leids in der westlichen Spätmoderne. Der Umgang mit ihnen bestimmt den öffentlichen Gesundheitsdiskurs zunehmend. Am Beispiel der Psychosozialen Beratung (PSB) lässt sich zeigen, wie in unserer Kultur individuelle Problemsituationen interpretiert und professionell bewältigt werden. Das Buch hilft zu verstehen, welchen Einfluss Beratung auf das Selbstverständnis von Menschen in Krisen nimmt.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

PSB wirkt wie ein Katalysator für das, was in der Soziologie als Subjektivierung beschrieben wird: Die Aneignung von Praktiken, Wissen und Kontrollstrategien, welche eine Integration in die gesellschaftlichen Verhältnisse ermöglichen. Indem PSB einerseits an die Eigenverantwortung der Individuen appelliert und ihnen Gestaltungsspielräume aufzeigt, bindet sie diese paradoxer Weise noch stärker an die sozialen und biographischen Rahmenbedingungen.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Die Studie entwickelt einen gangbaren Weg, zentrale theoretische Überlegungen des (Post-)Strukturalismus und der Dispositivanalyse in ein empirisches Forschungsdesign zu überführen. Mir war es wichtig, das Scheitern an Erwartungen und die Konstitution von Subjektpositionen anhand konkreter Fallgeschichten nachvollziehbar zu machen. Die Ordnung des Selbst beschreibt den Prozess der Krisenbewältigung als eine institutionell gerahmte Praxis der Orientierung und als eine performative Selbstbezugnahme.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Neben dem Austausch mit Fachkolleg_innen würde ich die politischen Implikationen der Studie gern mit Vertreter_innen der Bildungspolitik und der -institutionen diskutieren: Wenn wir von Heranwachsenden erwarten, dass sie sich als Subjekte in die Gesellschaft einbringen, dann müssen wir ihnen die Rahmenbedingungen und Ressourcen zur Verfügung stellen, um diese Inszenierungsleistung überhaupt vollbringen zu können. Je unübersichtlicher die Lebensumstände sind, desto größer ist die Herausforderung, sich als ein kohärentes Selbst zu erzählen.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Gezeigt wird, wie sich im Angesicht des Scheiterns sowie unter dem Einfluss von psychosozialer Beratung das individuelle Selbstverständnis transformiert.

Autor_in(nen)
Simon Bohn
Buchtitel
Die Ordnung des Selbst Subjektivierung im Kontext von Krise und psychosozialer Beratung
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
268
Ausstattung
kart.
ISBN
978-3-8376-3794-6
DOI
10.14361/9783839437940
Warengruppe
1729
BIC-Code
JFFH MBS JHBA JMH
BISAC-Code
SOC057000 SOC026000 PSY031000
THEMA-Code
JBFN MBS JHBA JMH
Erscheinungsdatum
2017-05-29
Auflage
1
Themen
Medizin, Sozialität
Adressaten
Soziologie, Beratungswissenschaft, Kulturwissenschaft, Hochschulforschung sowie Praktiker_innen im Bereich der psychosozialen Beratung
Schlagworte
Subjektivierung, Dispositiv, Psychosoziale Beratung, Lebensführung, Selbst, Krisenmanagement, Sozialität, Medizin, Medizinsoziologie, Soziologische Theorie, Sozialpsychologie, Soziologie

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