Das Coming-out der Staaten

Europas sexuelle Minderheiten und die Politik der Sichtbarkeit (übersetzt aus dem Englischen von Katrin Schmidt)

In den letzten zwei Jahrzehnten ist die LGBT-Bewegung (Lesbian, Gay, Bisexual and Transgender) in einer im Vergleich zu anderen Menschenrechtsbewegungen beispiellosen Geschwindigkeit gewachsen.

Phillip M. Ayoub zeichnet die jüngere Geschichte dieser transnationalen Bewegung in Europa nach. Er zeigt, wie das »Coming-out« die marginalisierte Gesellschaftsgruppe ins Zentrum der politischen Debatte rückte und ihr zu längst fälligen Rechten verhalf. Neben der Analyse der von der Bewegung vertretenen Normen steht vor allem die Frage im Zentrum, warum die gesellschaftsrechtliche Anerkennung der LGBT-Minderheiten in den jeweiligen Staaten so unterschiedlich verläuft.

https://www.youtube.com/watch?v=BhxHGuHiXOY

29,99 € *

2017-10-20, 316 Seiten
ISBN: 978-3-8376-3797-7

Sofort versandfertig,
Lieferzeit 3-5 Werktage innerhalb Deutschlands

Preise inkl. Mehrwertsteuer. Versandkostenfreie Lieferung innerhalb Deutschlands, für Ausnahmen siehe Details.

Mengenrabatt

Weiterempfehlen

Phillip M. Ayoub

Phillip M. Ayoub, Drexel Universität, Philadelphia, PA, USA

... mit Phillip M. Ayoub

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

In den letzten zwei Jahrzehnten hat die LGBT-Bewegung eine Dynamik entwickelt, die unbestreitbar in Tempo und Plötzlichkeit beispiellos ist und viele neue und spannende Fragen für Wissenschaftler aufwirft. Warum verabschieden Staaten, von denen wir annahmen, dass es ›sehr unwahrscheinlich‹ ist, LGBT-Gesetze, während andere sie ablehnen? Mein Buch untersucht die Geschichte der Zurückweisung transnationaler Bewegungen in Europa, fokussiert auf die Verbreitung der verteidigten Normen und die alles umfassende Frage, warum die Kurven der juristischen Anerkennung der LGBT-Minderheiten zwischen den Staaten so unterschiedlich verlaufen.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

In meinem Buch beschäftige ich mich mit Normen, die sich im weiteren Sinne dem Schutz sexueller Minderheiten widmen. Mit der ›Politik der Sichtbarkeit‹ beschreibe ich in diesem Zusammenhang die Fähigkeit von Regierungen und Gesellschaften, Ideen für ›angemessenes Verhalten‹ gegenüber sexuellen Minderheiten fortlaufend zu formulieren und weiterzuentwickeln. Dabei können derartig geschaffene Akzeptanzstandards zu sich verändernden Formen der individuellen Selbstwahrnehmung führen, innerhalb bzw. außerhalb der LGBT-Gemeinschaft und auch länderübergreifend.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Der neue ›sehr unwahrscheinliche‹ Fall ist, dass die verabschiedeten LGBT-Gesetze uns zwingen, neue Normen in den alten, sich bisher nur auf innerstaatliche Erklärungen fokussierten Wissenschaft zur LGBT-Politik aufzubauen. Ich beschreibe ausführlich, wie eine solche Politik den Dialog zwischen unterschiedlichen sozialen Bewegungen und Staaten befördert, also nicht nur innerhalb der LGBT-Gemeinschaft selbst, sondern auch zwischen ihren Gruppen und der staatlichen bzw. gesamtgesellschaftlichen Ebene. Dabei fußt die Sichtbarkeit sexueller Minderheiten häufig sowohl auf nationalen als auch auf internationalen Prozessen, deren Fortgang wir bis ins 19. Jahrhundert zurückverfolgen können. Es ist kein Zufall, dass sich beispielsweise die Homo-Ehe in wenigen Jahren auf mehreren Kontinenten verbreitet hat. LGBT-Menschen haben durch internationale Zusammenarbeit viel zu gewinnen.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Ich habe eine lange Liste mit couragierten und wegweisenden Aktivisten, (z.B. Magnus Hirschfeld, Axel and Eigil Axgil, Sylvia Rivera, Marsha P. Johnson), verteilt über verschiedenste Jahrzehnte bis zurück ins 19. Jahrhundert, die ich gerne treffen würde. Wenn es möglich wäre, würde ich mit ihnen sowohl über ihre Arbeit als auch ihr Konzept der transnationalen Solidarität diskutieren.

5. Ihr Buch in einem Satz:

LGBT-Personen dürfen ihre lange Geschichte der Solidarität über Staatsgrenzen hinweg nicht vergessen.

»Dieses Buch macht Mut all jenen Aktivist_innen, die sich für die Rechte von Unterdrückten einsetzen.«
Monika Jarosch, AEP Informationen, 1 (2018)
»Die Betrachtungen des Autors Phillip M. Ayoub sind im Hinblick auf Strategien zur Verbreitung EU-europäischer Rechtsnormen erhellend.«
Heinz-Jürgen Voß, www.socialnet.de, 21.12.2017
O-Ton: »LGBTI-Rechte und die EU« – Philipp Ayoub im Gespräch mit Pascal Beck von unique.
http://ow.ly/dC4830e8d7Z
Besprochen in:
Pride, 162 (2018), Rainer Bartel
http://www.aufkurs-reisen.com, 07.12.2017
PRIDE, 162/2 (2018), Rainer Bartel
BZgA-Infodienst Migration, 1 (2018)
Autor_in(nen)
Phillip M. Ayoub
weitere Beitragende
Übersetzt aus dem Englischen von Katrin Schmidt.
Buchtitel
Das Coming-out der Staaten Europas sexuelle Minderheiten und die Politik der Sichtbarkeit (übersetzt aus dem Englischen von Katrin Schmidt)
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
316
Ausstattung
kart., zahlr. Abb.
ISBN
978-3-8376-3797-7
DOI
10.14361/9783839437971
Warengruppe
1726
BIC-Code
JFSK JHB JFSJ
BISAC-Code
SOC012000 POL010000 SOC026000 SOC032000
THEMA-Code
JBSJ JHB JBSF
Erscheinungsdatum
2017-10-20
Auflage
1
Themen
Geschlecht, Politik, Zivilgesellschaft
Adressaten
Politikwissenschaft, Soziologie, Geschichte, Anthropologie, Gender Studies, Queer Studies sowie Journalist_innen im Bereich der (internationalen) Geschlechterpolitik und die interessierte Öffentlichkeit
Schlagworte
LGBT, Menschenrechte, Sexuelle Minderheiten, Soziale Bewegungen, Transnationale Beziehungen, Vergleichende Politik, Gender, Politik, Zivilgesellschaft, Queer Theory, Politische Soziologie, Gender Studies, Kulturwissenschaft

Unsere Website verwendet Cookies, um bestimmte Funktionen bereitzustellen.

Datenschutzerklärung