Das Atombombenmuseum Hiroshima

Erinnern jenseits der Nation (1945-1975)

Bis heute gilt der Atombombenabwurf auf Hiroshima im August 1945 weltweit als Inbegriff der absoluten Zerstörung. Doch wie die Forschung zeigte, ist Hiroshima keinesfalls ein weltweit homogener Erinnerungsort, sondern von nationalen Erinnerungskulturen und Identitäten geprägt.

Stefanie Schäfers Geschichte des Friedensgedächtnismuseums Hiroshima arbeitet nun erstmals die Bedeutung lokaler Interessen für die Entstehung des öffentlichen Erinnerns an die Atombombe heraus. Zu Tage tritt ein komplexes Geflecht, welches das Atombombengedenken im Spannungsfeld zwischen Tourismus und Abrüstungsbewegung, zwischen Technikeuphorie und kollektiver Trauer zeigt. Dieser Blickwechsel lädt die Leser_innen ein, auch gängige Deutungsmuster in der Geschichte einer »westlichen« Erinnerungskultur zu hinterfragen.

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2018-01-26, 320 Seiten
ISBN: 978-3-8376-3801-1

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Stefanie Schäfer

Stefanie Schäfer, Berlin, Deutschland

... mit Stefanie Schäfer

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Warum wird öffentlich der Atombombe von Hiroshima gedacht? Wie ist dieser Erinnerungsdiskurs entstanden? Angesichts der hohen Todeszahlen und der globalen nuklearen Bedrohung scheinen solche Fragen selbsterklärend. Aber die Gründe für die Entstehung eines breiten Hiroshima-Erinnerns sind weitaus komplexer: Stadtplanung, Tourismus, sogar moderne Technikeuphorie ... All das nahm Einfluss darauf, dass und wie erinnert wird.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Das Buch blickt erstmals auf die lokale Dimension des Hiroshima-Erinnerns und fördert dabei ein ebenso enges wie konfliktreiches Zusammenspiel von Stadt- und Tourismusentwicklung, aber auch von Trauerarbeit und Abrüstungsbewegung zu Tage. Die bisherige Forschung betrachtet Hiroshima primär als Ort nationaler Identität und wird stark durch das Bemühen um eine adäquate Aufarbeitung der Vergangenheit geprägt. Der Blick auf das Lokale wirkt hier nicht einfach ergänzend, sondern ermöglicht letztlich eine kritische Historisierung heutiger Erinnerungsdiskurse.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Seit längerem bereits wird ›Nation‹ als zentrales Forschungsparadigma in den Geschichts- und Regionalwissenschaften kritisiert. Das Buch greift diese Kritik auf, wendet den Blick dann aber nicht, wie dies meist geschieht, auf die globale, sondern lokale Ebene. Auch trägt das Buch die Eurozentrismus-Debatte ein Stück weit in die wissenschaftliche Diskussion über einen Erinnerungswandel im 20. Jahrhundert. Zumeist wird ja eine ›moderne‹ Erinnerungskultur als ›westliches‹ Phänomen betrachtet. All dies liefert wichtige Denkanstöße, die weitere Studien nötig machen.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Einerseits würde ich das Buch gerne mit Überlebenden der Atombombe und ihren Angehörigen diskutieren. Mein Eindruck ist, dass sie sich der ökonomischen Dimension des Hiroshima-Gedenkens bewusst sind, diese aber oft unproblematischer sehen als Wissenschaftler_innen im Allgemeinen. Andererseits interessiert mich die Meinung von Wissenschaftler_innen, die sich mit anderen Erinnerungstopoi befassen. Allem voran, ob Tourismusplanung einen Einfluss auf das Erinnern nahm und wann und durch wen dies in Gang gesetzt wurde.

Autor_in(nen)
Stefanie Schäfer
Buchtitel
Das Atombombenmuseum Hiroshima Erinnern jenseits der Nation (1945-1975)
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
320
Ausstattung
kart., Abb.
ISBN
978-3-8376-3801-1
DOI
10.14361/9783839438015
Warengruppe
1510
BIC-Code
JFC HBTB GM
BISAC-Code
SOC022000 HIS054000 ART059000
THEMA-Code
JBCC NHTB GLZ
Erscheinungsdatum
2018-01-26
Auflage
1
Themen
Museum, Kulturgeschichte, Erinnerungskultur
Adressaten
Geschichtswissenschaft, Japanologie, Museumskunde, Memory Studies
Schlagworte
Atombombe, Atomkrieg, Zweiter Weltkrieg, Hiroshima, Museum, Erinnerung, Tourismus, Erinnerungskultur, Kulturgeschichte, Museumswissenschaft, Geschichte des 20. Jahrhunderts, Kulturwissenschaft

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