Postskriptum Peter Szondi

Theorie des Dramas seit 1956

Wie verhält sich das Drama zu seiner potenziellen Inszenierung – und ist der Autor in ihm wirklich abwesend? Mit diesen Ausgangsfragen greift Kai Bremer Peter Szondis »Theorie des modernen Dramas« auf, die 1956 – im Todesjahr Brechts – erschienen ist. Historisch zeichnet die Studie die Dramatik seit Brecht nach, fokussiert die immer radikalere Episierung seit den 1970er Jahren und beleuchtet die Hinwendung zu älteren dramatischen Formen in den 1990er Jahren. Mit der Frage nach dem Stand des Tragischen und der Tragödie in der Gegenwart wird schließlich der Bogen zurück zu Peter Szondi geschlagen.

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2017-08-28, 302 Seiten
ISBN: 978-3-8376-3819-6

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Kai Bremer

Kai Bremer, Universität Osnabrück, Deutschland

... mit Kai Bremer

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Zum einen war das Buch fällig. 1956 hat Peter Szondi seine bis heute bahnbrechende Dramen-Theorie vorgelegt, aber seitdem hat niemand umfassend überlegt, wie sich das Drama ästhetisch weiterentwickelt hat. Zum anderen stört mich bei literaturwissenschaftlichen Analysen immer wieder, wie wenig die Perspektive ›Inszenierung‹ berücksichtigt wird. Das wollte ich ändern.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Neben der vielleicht nicht gänzlich neuen, aber doch substantiellen Perspektive ›Inszenierung‹ war mir vor allem wichtig zu zeigen, dass Dramen trotz ihres Fluchtpunkts ›Aufführung‹ immer auch literarische Kunstwerke sind. Meine Studie zeigt, dass das Drama sich zwar an den Bedingungen der jeweiligen Theaterästhetik orientiert (mal affirmativ, mal polemisch), dass es aber ebenso auch literarische Bezugsgrößen kennt und sich dazu verhält – so wie das gute Literatur immer macht.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Indem ich das künstlerisch-literarische Potenzial des Dramas betone, kritisiere ich die Kolleg_innen in der Literaturwissenschaft, die meinen, man könne Hans-Thies Lehmanns so bedeutende und bahnbrechende Überlegungen zum postdramatischen Theater einfach eins zu eins auch auf das Drama übertragen und es durch Ersatz-Konzepte wie den ›theatralen Text‹ oder ›Postdramatik‹ ersetzen. Meine Studie zeigt, wie vital das Drama ist, und dass es nicht durch das postdramatische Theater abgeschafft wurde.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Am liebsten mit Sarah Kane, aber sie ist leider seit fast 20 Jahren tot. Deswegen vielleicht Thomas Ostermeier. Er kennt Kanes Werke wie kaum ein anderer und versucht die Interessen von Drama und Theater immer wieder in einen produktiven Ausgleich zu bringen. Mich würde sehr interessieren, wie er meine Überlegungen beurteilt.

5. Ihr Buch in einem Satz:

»Die Geschichte der modernen Dramatik hat keinen letzten Akt, noch ist kein Vorhang über sie gefallen.« (Peter Szondi)

»Bremers produktionsästhetische Argumente überzeugen.«
Vincent Sauer, Theater der Zeit, 1 (2018)
Autor_in(nen)
Kai Bremer
Buchtitel
Postskriptum Peter Szondi Theorie des Dramas seit 1956
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
302
Ausstattung
kart.
ISBN
978-3-8376-3819-6
DOI
Warengruppe
1586
BIC-Code
AN DSA DSB
BISAC-Code
PER011020 LIT006000 LIT004170
THEMA-Code
ATD DSA DSB
Erscheinungsdatum
2017-08-28
Auflage
1
Themen
Theater, Literatur
Adressaten
Literaturwissenschaft, Komparatistik, Theaterwissenschaft, Dramaturgie sowie Praktiker_innen im Bereich Theater und Theaterkritik
Schlagworte
Drama, Literaturtheorie, Autor, Peter Szondi, Inszenierung, Theater, Theatergeschichte, Dramatik, Episierung, Bertolt Brecht, Tragödie, Literatur, Theaterwissenschaft, Germanistik, Literaturwissenschaft

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