Diseusen in der Weimarer Republik

Imagekonstruktionen im Kabarett am Beispiel von Margo Lion und Blandine Ebinger

Die Geschichte der Diseusen ist eine Geschichte ihrer Images: ›Neue Frauen‹ mit Bubikopf, Zigarettenspitze und laszivem Blick, Chansons und Schlager mit frechem Sprechgesang. Im Berlin der 1920er Jahre waren Diseusen wie Margo Lion und Blandine Ebinger bedeutende Akteurinnen, deren durchschlagskräftige Images jedoch weit über die stereotypen Merkmale der ›Neuen Frau‹ hinausgingen.

Sandra Danielczyk analysiert diese Images und zeigt, wie sich diese originellen Künstlerinnen in der Popkultur der Weimarer Republik durchsetzten, indem ihre Chanson-Performances in einen Kontext mit diskursiven Bedeutungszuschreibungen, Vorbildern und Idealvorstellungen, Anforderungen des Kabaretts und eigenem künstlerischen Ausdruck gestellt werden.

44,99 € *

2017-03-14, 436 Seiten
ISBN: 978-3-8376-3835-6

Sofort versandfertig,
Lieferzeit 3-5 Werktage innerhalb Deutschlands

Preise inkl. Mehrwertsteuer. Versandkostenfreie Lieferung innerhalb Deutschlands, für Ausnahmen siehe Details.

Mengenrabatt

Weiterempfehlen

Sandra Danielczyk

Sandra Danielczyk, Bremen, Deutschland

... mit Sandra Danielczyk

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

»Ich wär so gern ein Sexappeal«, »Es liegt in der Luft« oder »Die hysterische Ziege« – diese und weitere Chansons aus den 1920er Jahren machen auch heute noch Spaß. Ebenso faszinierend ist nach wie vor das Flair, das diese als verrucht geltende Epoche umgibt. Doch dies liegt nicht nur an den bissig-komischen Texten und der schmissigen Musik, sondern vor allem auch an den Interpretinnen – Diseusen wie Margo Lion oder Blandine Ebinger. Ihren Performances wird nun erstmals eine Monographie gewidmet.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

In dem Buch rücken mit der Unterhaltungsmusik der Weimarer Republik die Anfänge eines modernen Starsystems in den Fokus. Die Analysen verschiedener Medien – wie die Chansons der Diseusen selbst, Werbeflyer, Rezensionen, Bühnenbilder etc. – beschreiben den kulturellen Prozess der Imagekonstruktion unter einer interdisziplinären Perspektive. Ich denke aber auch, dass der Begriff des Images es ermöglicht, kritisch und innovativ auf unsere Musikgeschichtsschreibung zu schauen.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Innerhalb der Popularmusikforschung ist es weitgehend Konsens, dass das Image für die Wahrnehmung von Musik nicht zu unterschätzen ist. Die vorliegende Untersuchung verknüpft diese Idee mit Methoden der Interpretationsforschung und den Performance Studies. Sie zeigt aber auch, dass Bedeutungszuschreibungen innerhalb der Musikgeschichte durch Imagekonstruktionen beeinflusst werden. Dadurch bekommen unter anderem auch Fragen der musikwissenschaftlichen Gender Studies einen hohen Stellenwert.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Neben fachwissenschaftlichen Diskussionen interessiert mich aufgrund meines Berufs als Lehrerin unbedingt auch ein fachdidaktischer Austausch. Nicht nur, dass es wünschenswert wäre, dass die Kultur der Weimarer Republik größere (interdisziplinäre) Beachtung im Musikunterricht fände. Vor allem für die Diskussion, wie Musikgeschichte vermittelt und damit wiederum geschrieben wird, öffnet der Begriff des Images schülernahe, neu zu überdenkende Zugänge.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Die bisherigen Statistinnen der Kabarettgeschichtsschreibung werden als Gestalterinnen gezeigt, deren Images unsere Erinnerung an die Unterhaltungskultur der Weimarer Republik prägt.

»Ein anregendes Buch [...], das an vielen Stellen Anknüpfungspunkte für weitere Forschungen bieten wird, das durch seine interdisziplinäre Anlage ebenso überzeugt wie durch seinen breiten Quellen-Fundus sowie die Genauigkeit der Fallstudie.«
Barbara Hornberger, Samples, 16 (2018)
Besprochen in:
ORF – Intrada, 06.10.2017, Hans Georg Nicklaus
DHIVA, Juni/September 2017, Ulrich Brömmling
Radio Bremen 2, 16.12.2017, Wolfgang Rumpf
Noten & Notizen, 7 (2017), Ralf Beiderwieden
Autor_in(nen)
Sandra Danielczyk
Buchtitel
Diseusen in der Weimarer Republik Imagekonstruktionen im Kabarett am Beispiel von Margo Lion und Blandine Ebinger
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
436
Ausstattung
kart., zahlr. z.T. farb. Abb.
ISBN
978-3-8376-3835-6
DOI
Warengruppe
1591
BIC-Code
AVA AVGP JFSJ
BISAC-Code
MUS020000 SOC032000
THEMA-Code
AVA AVLP JBSF
Erscheinungsdatum
2017-03-14
Auflage
1
Themen
Geschlecht, Popkultur, Musik, Kulturgeschichte
Adressaten
Musikwissenschaft, Kulturwissenschaft, Geisteswissenschaft, Theaterwissenschaft, Popularmusikforschung, Kabarettgeschichte
Schlagworte
Image, Kabarett, Weimarer Republik, Berlin, Diseuse, Chanson, Margo Lion, Blandine Ebinger, Musik, Popkultur, Kulturgeschichte, Popmusik, Gender Studies, Musikwissenschaft

Unsere Website verwendet Cookies, um bestimmte Funktionen bereitzustellen.

Datenschutzerklärung