Das übergangene Wissen

Eine dekoloniale Kritik des liberalen Peacebuilding durch basispolitische Organisationen in Afghanistan

Afghanische basisdemokratische und feministische Akteure äußern deutlich ihren Widerspruch zum externen Peacebuilding – doch sie werden nicht gehört. Ihre Analysen und Ideen werden von Politik und Wissenschaft weitgehend ausgeschlossen.

Darin schlägt sich, so kann Mechthild Exo zeigen, die koloniale, epistemische Gewalt in der Weltpolitik nieder. Anschaulich und lebendig stellt sie das »unerwünschte Wissen« von vier afghanischen Organisationen vor, die in der künstlerischen Menschenrechtsarbeit, der feministischen Frauenorganisierung seit den 1970ern mit RAWA, dem Kampf gegen die Straflosigkeit von Kriegsverbrechern beziehungsweise dem besatzungskritischen Aufbau demokratischer Strukturen tätig sind. Die Studie ist eine bahnbrechende Pionierarbeit der dekolonialen Friedensforschung.

29,99 € *

2017-08-03, 448 Seiten
ISBN: 978-3-8376-3872-1

Sofort versandfertig,
Lieferzeit 3-5 Werktage innerhalb Deutschlands

Preise inkl. Mehrwertsteuer. Versandkostenfreie Lieferung innerhalb Deutschlands, für Ausnahmen siehe Details.

Mengenrabatt

Weiterempfehlen

Mechthild Exo

Mechthild Exo, Friedens- und Konfliktforscherin, antimilitaristische Aktivistin, Berlin, Deutschland

... mit Mechthild Exo

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Afghanistan befindet sich in einer humanitären Katastrophe. Die Sicherheitssituation für die dort lebenden Menschen ist unerträglich. Deutschland trägt seit der Intervention im Jahr 2001 mit Militär, Aufbaugeldern sowie Wirtschafts- und Regierungsberatung einen Teil der Verantwortung für diese Entwicklung. Es existieren Alternativen. Ich zeige afghanische basispolitische Analysen, die bereits 2001 vor der Praxis dieses Peacebuildings warnten und weiterhin an einem anderen Frieden arbeiten.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Ich zeige, erstens, warum dekolonialisiernde Forschung nötig ist und wie die radikale Veränderung von Methodologien umgesetzt werden kann. Zweitens, werden so übergangene Perspektiven von basisdemokratischen und feministischen Aktivist_innen aus Afghanistan ins Zentrum gerückt. Deren wichtiges Wissen und deren Warnungen wurden im Umbruchjahr 2001 und in den Jahren danach von den Interventionsakteuren missachtet. Hier sind diese Analysen als grundlegende Kritik des Peacebuilding endlich deutschsprachig nachlesbar.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Die Dekolonialisierung von Forschung, insbesondere der Friedens- und Konfliktforschung, ist seit kurzem in der deutschsprachigen Fachdiskussion angekommen. Studierende und Wissenschaftler_innen fordern Veränderungen in der akademischen und politischen Praxis. Dazu kann dieses Buch beitragen. Darüber hinaus bieten die Analysen aus Afghanistan auch Anstöße für die Debatte zu den Ursachen des Scheiterns des Demokratieaufbaus.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit allen, die sich für die Sorgen und Wünsche der Menschen in Afghanistan interessieren. Mit Internationalist_innen, Friedensbewegten, Frauenrechtler_innen, kritischen Akademiker_innen und all denen, die mit den anti-islamistischen, sozialen Bewegungen in Afghanistan in solidarischen Austausch treten möchten. Und mit allen, die den Eurozentrismus unserer Denkformen und dessen schädliche Folgen hinterfragen möchten.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Ein Ausdruck dekolonialen epistemischen Ungehorsams, aufgeschrieben als Verbündete basisdemokratischer Widerstands- und Wissensproduzent_innen in Afghanistan.

»Die Studie ist eine Pionierarbeit der dekolonialen Friedensforschung.«
Wissenschaft & Frieden, 4 (2017)
Autor_in(nen)
Mechthild Exo
Buchtitel
Das übergangene Wissen Eine dekoloniale Kritik des liberalen Peacebuilding durch basispolitische Organisationen in Afghanistan
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
448
Ausstattung
kart.
ISBN
978-3-8376-3872-1
DOI
10.14361/9783839438725
Warengruppe
1737
BIC-Code
GTJ GTF HBTR
BISAC-Code
POL034000 SOC042000 POL045000
THEMA-Code
GTU GTP NHTR
Erscheinungsdatum
2017-08-03
Auflage
1
Themen
Postkolonialismus, Geschlecht, Politik
Adressaten
Friedens- und Konfliktforschung, Internationale Politik, Politikwissenschaft, Soziologie, Ethnologie, Afghanistan-Forschung sowie Praktiker_innen und Aktivist_innen im Bereich der Friedensarbeit, Menschenrechte, Frauenrechte und Entwicklungspolitik
Schlagworte
Afghanistan, Peacebuilding, Krieg, Liberaler Frieden, Neokolonialismus, Demokratie, Feminismus, Frauenrechte, Transitional Justice, Selbstorganisierung, Dekolonialisierung, Politik, Postkolonialismus, Gender, Konfliktforschung, Entwicklungssoziologie, Gender Studies, Politikwissenschaft

Unsere Website verwendet Cookies, um bestimmte Funktionen bereitzustellen.

Datenschutzerklärung