»Perry Rhodan« lesen

Zur Serialität der Lektürepraktiken einer Heftromanserie

Welche Bedeutung hat Serialität für den Lektüreprozess? Anhand der Heftromanserie »Perry Rhodan« untersucht Mirjam Nast ein breites Spektrum von Lektürepraktiken: Basierend auf einem Spiralmodell des Serienlesens berücksichtigt sie auch zurückliegende Serienerfahrungen und arbeitet Lektüremodi heraus, die sich über längere Zeit des Serienlesens entwickelt haben. Im Anschluss an die Akteur-Netzwerk-Theorie versteht die Studie Lesen als ein Zusammenspiel unterschiedlicher Akteure, zu denen neben den Leser_innen auch die Serie mit ihren materiellen und ästhetischen Aspekten gehört.

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2017-05-30, 344 Seiten
ISBN: 978-3-8376-3876-9

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Mirjam Nast

Mirjam Nast, Universität Tübingen, Deutschland

... mit Mirjam Nast

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Zum Serienlesen an sich gibt es noch kaum Literatur, obwohl das Phänomen weit verbreitetet ist. Mich interessiert, wie Serienrezeption funktioniert, welche Beziehungen zwischen Leser_innen und Serie entstehen und sich fortspinnen, welche Praktiken und Rhythmen sich daraus ergeben.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Es ist der Versuch, Lesen als ›Netzwerk‹ im Sinne der ANT zu beschreiben. Das heißt, es fragt nicht nur, was die Leser_innen mit der Serie machen oder was die Serie mit den Leser_innen macht, sondern auch, was das Zusammenspiel zwischen ihnen ausmacht. Anders gesagt: Mein Buch zeigt, wie die Leser_innen ganz bestimmte Anschlussmöglichkeiten, die die Serie bietet, aufgreifen und auch, wie sie ihrerseits Einfluss auf die Serie nehmen. Damit ist es zugleich die erste Perry Rhodan-Studie, die dezidiert danach fragt, welche Rolle Serialität beim Lesen der Serie spielt.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Für die Serienforschung, die häufig aus literatur- oder medienwissenschaftlicher Perspektive mit Texten arbeitet, stellt die Studie eine Einladung dar, sich intensiver mit den Rezipient_innen zu befassen, welche nicht nur online existieren, sondern auch als direkte Gegenüber befragt werden können, ohne allerdings dabei den ästhetischen Blickwinkel auf das Angebot aus den Augen zu verlieren.

Das Einbeziehen einer ethnografischen Perspektive in die Lese(r)- und Medienforschung geschieht immer noch sehr selten, zeigt sich allerdings als überaus produktiv.

Gleichzeitig bietet die Studie aus ethnografischer Sicht zahlreiche Anregungen, die Methode weiterzuentwickeln. Sie versteht sich also auch als ein Beitrag zu einer methodologischen Diskussion innerhalb der Ethnografie, indem sie eine Herangehensweise vorschlägt, die sich an der Akteur-Netzwerk-Theorie orientiert.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mich würde interessieren, wie Bruno Latour den Umgang mit seinen Ideen beurteilt oder auch, was Henry Jenkins anders gemacht hätte. In der Hauptsache habe ich das Buch aber im Hinblick auf Ethnograf_innen geschrieben, die neue Ansätze ausprobieren wollen. Mich interessiert also eine fachliche Diskussion – aber natürlich auch, was Perry-Rhodan-Leser_innen dazu zu sagen haben.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Als Frage könnte man es so formulieren: Was macht das Besondere des Serienlesens am Perry-Rhodan-Lesen aus?

Besprochen in:
MEDIENwissenschaft, 2-3 (2018), Manuel Föhl
Autor_in(nen)
Mirjam Nast
Buchtitel
»Perry Rhodan« lesen Zur Serialität der Lektürepraktiken einer Heftromanserie
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
344
Ausstattung
kart.
ISBN
978-3-8376-3876-9
DOI
Warengruppe
1562
BIC-Code
DSB JFD JFC
BISAC-Code
LIT000000 SOC052000 SOC022000
THEMA-Code
DSB JBCT JBCC
Erscheinungsdatum
2017-05-30
Auflage
1
Themen
Medien, Literatur
Adressaten
Volkskunde/Europäische Ethnologie, Literaturwissenschaft, Soziologie, interdisziplinäre Leser_innen- und Leseforschung sowie Serien-Produzent_innen und die interessierte Öffentlichkeit
Schlagworte
Serie, Serialität, Leserforschung, Heftroman, Science Fiction, Perry Rhodan, Literatur, Medien, Allgemeine Literaturwissenschaft, Medienästhetik, Cultural Studies, Germanistik, Literaturwissenschaft

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