Verausgabung

Die Ästhetik der Anti-Ökonomie im Theater

Wie ist angesichts der fortwährenden Dramatisierung der Politik und des allgegenwärtigen Diktats der Selbstwerdung eine ästhetische Praxis jenseits des Modells der Handlung noch möglich? In ihrer an Georges Bataille angelehnten Beschreibung einer ästhetischen Praxis als Verausgabung lotet Asma Diakité die Möglichkeiten des Theater-Raums als Ausnahme aus. Die Arbeit ist philosophische Reflexion und zugleich theaterwissenschaftliche Studie ästhetischer Praxis und Erfahrung. Sie macht es möglich, das Theater in Opposition zu einem am Vollbringen orientierten Konzept des Performativen (»kreative Selbstverwirklichung«) als »Kunst des Unterlassens« zu verstehen.

34,99 € *

2017-05-30, 274 Seiten
ISBN: 978-3-8376-3882-0

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Asma Diakité

Asma Diakité, Goethe-Institut e.V., München, Deutschland

... mit Asma Diakité

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Gerade weil die performativen Strukturen ins bürgerlich-neoliberale System übergegangen sind und die Performance ein ökonomisches Prinzip geworden ist, muss es zu einer neuen Bestimmung dessen kommen, was eigentlich noch subversive Kraft hat. Auf welche Weise also das Politische, das Ethische das Soziale im Theater der Gegenwart erfahrbar wird.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Der aktuellen Debatte um das erfahrungstheoretische Paradigma des Theaters kann der Begriff der Verausgabung sowohl aus philosophischer Sicht – nämlich als antiökonomische Kategorie, die der ›beschränkten Ökonomie‹ ihre Grenzen weist – als auch aus kunstwissenschaftlicher Sicht – als Theorie einer Überschreitung – eine neue Perspektive bieten, sofern er das Spektakuläre um den Begriff des Profanen, die Kontingenz um den Begriff der Wunde und die Autonomie um das Konzept der Souveränität erweitert bzw. präzisiert.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Die schizophrene Verbindung von kapitalistischen Strukturen einerseits und dem subversivem Anspruch der Performance-Kunst andererseits, die auf die Entgrenzung von Kunst und Realität abzielt, ist vermehrt Reflexionsgegenstand des Gegenwartstheaters. Blicken wir auf neuere Arbeiten der szenischen Künste, so wird eines deutlich: Strategien der Störung, der Verunsicherung, des Zerfalls, der Fragmentierung, aber auch der Transgression sowie der Singularität eröffnen einen neuen Diskurs um die Spezifik ästhetischer Erfahrung und das heterogene Potenzial der szenischen Künste.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit interessierten Lesern!

5. Ihr Buch in einem Satz:

Es geht um Arbeiten, die eine ›Kunst des Unterlassens‹ kultivieren, die die zunehmend problematisch gewordenen Partizipationsansätze reflektieren und so einen neuen Zusammenhang von Wirklichkeit, Kunst und Sozialem schaffen.

Autor_in(nen)
Asma Diakité
Buchtitel
Verausgabung Die Ästhetik der Anti-Ökonomie im Theater
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
274
Ausstattung
kart.
ISBN
978-3-8376-3882-0
DOI
10.14361/9783839438824
Warengruppe
1586
BIC-Code
AN HPN
BISAC-Code
PER011020 PHI001000
THEMA-Code
ATD QDTN
Erscheinungsdatum
2017-05-30
Auflage
1
Themen
Theater, Ästhetik
Adressaten
Theaterwissenschaft, Philosophie, Kulturwissenschaft, Literaturwissenschaft, Medienwissenschaft
Schlagworte
Verausgabung, Georges Bataille, Arabischer Frühling, Ästhetische Erfahrung, Postdramatisches Theater, Philosophie, Theater, Ästhetik, Theaterwissenschaft, Theatergeschichte

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