Englands Exodus

Form und Funktion einer Vorstellung göttlicher Erwählung in Tudor-England

Die Überzeugung, von Gott erwählt zu sein, prägte die englisch-britische Geschichte nachhaltig. Doch wann und wie kam es dazu, dass sich diese Vorstellung so eng mit der englischen Identität verband?

Boris Queckbörner analysiert den ideengeschichtlichen Entwicklungsprozess der englischen Reformation zwischen den Herrschaftszeiten Heinrichs VIII. und Elisabeths I. Der alttestamentliche Exodus fungierte hierbei als Orientierungswissen und argumentativer Bezugspunkt, um reformatorisches Gedankengut zu vermitteln. Vor allem ermöglichte das biblische Narrativ es, bestehende Wissensbestände und alte Gewissheiten zu diskursivieren, neu zu ordnen und darüber letztlich Innovationen zu schaffen und zu legitimieren. Die gesellschaftliche Verfestigung des Glaubens an die göttliche Erwählung Englands muss dabei als ein wesentliches Resultat dieser kontinuierlichen Verargumentierung angesehen werden.

49,99 € *

2017-09-13, 598 Seiten
ISBN: 978-3-8376-3893-6

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Boris Queckbörner

Boris Queckbörner, Universität Kassel, Deutschland

... mit Boris Queckbörner

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Es war in erster Linie der Reiz des Themas. Woher nehmen Menschen zu einer bestimmten Zeit die Überzeugung, von Gott auserwählt zu sein? Was bedeutet das eigentlich konkret für jene, die damit argumentieren und überzeugen wollen? Und wozu setzte man derartiges Gedankengut ein bzw. warum war es überhaupt wichtig, davon zu reden? Ein Verständnis für diese und ähnliche Fragen zu entwickeln, das unabhängig von den national geprägten Interpretationen des 19. Jahrhunderts ist, war ein zentrales Anliegen.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Die Studie schafft einen neuen Blickwinkel auf die englischen Entwicklungen des 16. Jahrhunderts, der sich sowohl inhaltlich als auch vom Aufbau her vom Gros der bisherigen Forschung zu diesem Gebiet unterscheidet. Wesentlich ist dabei, dass die Zeitspanne zwischen den ersten Reformen Heinrichs VIII. und dem Tod Elisabeths I. als eigenständiger Abschnitt betrachtet und so eine oft problematische Unterminierung des Themas durch die nachfolgenden Geschehnisse des 17. Jahrhunderts vermieden wird.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Anhand des Themas wird ein neuer Zugang zur frühneuzeitlichen Reformationsgeschichte ebenso wie zur allgemeinen Geschichte Englands im 16. Jahrhundert getestet, der die theoretischen Ansätze einer Diskursanalyse nach Ernesto Laclau mit den methodischen Verfahren der neueren Ideengeschichte verbindet. Die Studie grenzt sich so von einem Großteil der bisherigen, vor allem angelsächsischen Forschung ab.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit Michael Walzer, dessen kleines Buch zum Thema Exodus mich sehr inspiriert hat.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Eine Studie zur Art und Weise, wie Menschen im 16. Jahrhundert mit den Herausforderungen der Zeit umgegangen sind.

Autor_in(nen)
Boris Queckbörner
Buchtitel
Englands Exodus Form und Funktion einer Vorstellung göttlicher Erwählung in Tudor-England
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
598
Ausstattung
kart., Abb.
ISBN
978-3-8376-3893-6
DOI
Warengruppe
1558
BIC-Code
HBJD1 HBLH HBTB
BISAC-Code
HIS015000 HIS037040 HIS054000
THEMA-Code
NHD NHDL NHTB
Erscheinungsdatum
2017-09-13
Auflage
1
Themen
Religion, Kulturgeschichte
Adressaten
Geschichte, Theologie, Kulturwissenschaft, Literaturwissenschaft, Anglistik
Schlagworte
Exodus, Tudors, England, Reformation, Göttliche Auserwähltheit, 16. Jahrhundert, Kulturgeschichte, Religion, Britische Geschichte, Geschichte der Frühen Neuzeit, Geschichtswissenschaft

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