Differenzen des Sprachdenkens

Jakobson, Luhmann, Humboldt, Gadamer und Heidegger

Die Kehrseite der verschiedenen »Wenden« in den Geisteswissenschaften ist eine symptomatische Abwendung von der Problematik der Sprache. Dies zeugt auf eine negative Weise davon, dass die Sprache auch heute nicht aufgehört hat, das Denken zu provozieren.

Durch eine aufmerksame Lektüre philosophischer Texte (von Wilhelm von Humboldt, Roman Jakobson, Niklas Luhmann, Hans-Georg Gadamer und Martin Heidegger) demonstriert Hajnalka Halász, wie die Hinwendung zu Fragen nach der Sprache zugleich radikal Begriffs- und Denksysteme in Frage stellt, auf welche unter anderem Theorien der Kunst, der Literatur, der Kultur, der Medialität und der Gesellschaft aufbauen.

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2017-07-27, 232 Seiten
ISBN: 978-3-8376-3897-4

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Hajnalka Halász

Hajnalka Halász, Humboldt-Universität zu Berlin, Deutschland

... mit Hajnalka Halász

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Das Buch untersucht eine merkwürdige und symptomatische, bisher aber wenig beachtete, latente Tendenz der Denkgeschichte des 20. Jahrhunderts: Ob man sich dem Strukturalismus oder dem Poststrukturalismus, der Phänomenologie, der Hermeneutik oder der Dekonstruktion zuwendet, steht der Begriff der Differenz, der Form sowie der Unterscheidung jeweils im Mittelpunkt der Theorien. Die Konjunktur dieser Begriffe kann die veränderte Auffassung der Sprache erklären.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Die Hypothese der Arbeit ist, dass zwischen den Interpretationen der Differenz einerseits und dem Denken über die Sprache andererseits nicht nur ein begriffliches Verhältnis besteht, sondern dass sie sich gegenseitig bedingen und immanent zusammengehören. Die Sprache entzieht sich gleichzeitig mit ihrer aufdringlichen Erfahrung; sie zieht sich in sich selbst als eine Differenz zurück und verschwindet just in dem Augenblick, in dem sie als solche erscheint und sich selbst zur Sprache bringt.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

In den gegenwärtigen Debatten der Kulturwissenschaften scheint es, als ob die Probleme der Sprache gegenüber dem wachsenden Interesse an den Fragen der Technik, der Materialität und der angeblich nicht-sprachlichen Formen der Medialität in den Hintergrund und somit in Vergessenheit gerieten. Die Verweise auf die einschlägige Fachliteratur zu den behandelten Themen zeigen, inwiefern die ›Sprachvergessenheit‹ der neueren Theorien veraltete Denkmuster reproduziert.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Die Kenntnis eines Werkes oder Lebenswerkes (einer fragwürdigen Identität) heißt bei weitem nicht, dass man die jeweiligen Texte als Texte im strengen Sinne gelesen und – mit Heidegger – eine Erfahrung mit der Sprache gemacht hat. Diese Erfahrung ist an kein (fach)spezifisches Kriterium gebunden. Jedoch kann man sich die mühsame Arbeit des Lesens nicht ersparen. Ich würde das Buch gerne mit jedem diskutieren, der bereit ist, die Originaltexte langsam, geduldig und aufmerksam mitzulesen.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Kein Denken ohne Sprache, keine Philosophie ohne reflektierten Sprachbegriff.

Autor_in(nen)
Hajnalka Halász
Buchtitel
Differenzen des Sprachdenkens Jakobson, Luhmann, Humboldt, Gadamer und Heidegger
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
232
Ausstattung
kart.
ISBN
978-3-8376-3897-4
DOI
Warengruppe
1561
BIC-Code
CF CFA HPC
BISAC-Code
LAN009000 PHI038000 PHI016000
THEMA-Code
CF CFA QDH
Erscheinungsdatum
2017-07-27
Auflage
1
Themen
Sprache, Literatur
Adressaten
Philosophie, Literaturwissenschaft, Medientheorie, Kulturwissenschaften
Schlagworte
Sprachphilosophie, Differenz, Roman Jakobson, Wilhelm Von Humboldt, Martin Heidegger, Hans-Georg Gadamer, Niklas Luhmann, Hermeneutik, Dekonstruktion, Semiologie, Systemtheorie, Sprache, Literatur, Sprachwissenschaft, Deutsche Philosophiegeschichte, Germanistik, Literaturwissenschaft

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