Wie die Dinge sprechen lernten

Eine Geschichte des Museumsobjektes 1968-2000

Vom »schweigenden Objekt« zum »sprechenden Ding« – das Museumsobjekt hat seit den 1970er Jahren eine dramatische Wandlung durchgemacht. Mit den Vorstellungen von der Rolle der Objekte änderten sich auch die Ausstellungsgestaltungen: In den 1980er Jahren lösten Inszenierung und Szenografie die Texttafelausstellung ab, bevor in den 1990er Jahren die »sprechenden Dinge« ins Zentrum des musealen Geschehens rückten.

Mario Schulze erzählt entlang der Ausstellungen zweier bundesrepublikanischer Museen – dem Historischen Museum Frankfurt/Main und dem Museum der Dinge Berlin – eine innovative Wissens- und Zeitgeschichte kulturhistorischer Museen.

44,99 € *

2017-08-07, 404 Seiten
ISBN: 978-3-8376-3915-5

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Mario Schulze

Mario Schulze, Humboldt-Universität zu Berlin, Deutschland

... mit Mario Schulze

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Museen gelten als Häuser der Dinge. Die museale Arbeit ist daher auf ein Verständnis der Dinge des Museums angewiesen. Mein Buch zeigt, dass ein solches Verständnis wiederum nur durch die Kenntnis der Geschichte der Kategorie Museumsobjekt möglich ist. Damit liefert es zwar keine definitive Antwort auf die Frage, was Museumsobjekte sind und können, aber es hilft, gerade in Zeiten des Neomaterialismus eine Haltung zum Stellenwert der Objekte zu entwickeln.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Im Museumsfeld sind die Objekte in den letzten Jahren neu in den Fokus gerückt. Mein Buch historisiert dieses neue Interesse und verdeutlicht, wie Museen sich seit den 1960er Jahren immer wieder über neue Objektverständnisse erneuert haben. Kurz gesagt, bringe ich Museumsgeschichte und historische Ontologie in einen systematischen Zusammenhang und eröffne damit eine neue Perspektive auf die Zeitgeschichte der kulturhistorischen Museumsausstellung.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Neben der unmittelbaren Bedeutung für die Geschichte des Museums als Wissensraum und den Debatten zur Gestaltung historischer Ausstellungen, schließt mein Thema an den Material Turn an. Zwar wird dieser in den meisten Geisteswissenschaften gegenwärtig viel diskutiert, jedoch wird er selten historisch kontextualisiert. Mein Buch liefert exemplarisch anhand des Museumswesens auch eine historisch kritische Studie zur Entstehung des Material Turns.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Eigentlich mit allen, die historische Ausstellungen mit Sammlungsobjekten machen, und mit Bruno Latour.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Die interessante Frage ist nicht, ob Museumsdinge sprechen können, sondern wann sie wofür sprechen sollten.

»Eine innovative Wissens- und Zeitgeschichte kulturhistorischer Museen.«
Mitteilungen, 54 (2018)
»Die lesenswerte Arbeit [...] ruft auch in Erinnerung, mit welcher Heftigkeit und Schärfe im vergangenen Jahrhundert bei der Übertragung der Geschichtsstoffe in Ausstelllungen um denkbare Wege gerungen wurde.«
Klaus Beyer, Das Archiv, 1 (2018)
»Mit ihren präzisen Beschreibungen von Ausstellungsarrangements, kenntnisreichen Querverweisen, einer ausgezeichneten Bibliographie und nicht zuletzt aufgrund ihrer historischen Kontextualisierung ist Schulzes Untersuchung [...] eine gewinnbringende Lektüre zur Zeitgeschichte der Museen.«
Andreas Ludwig, H-Soz-u-Kult, 19.01.2018
Besprochen in:
Portal Kunstgeschichte, 20.03.2018, Rowena Schubert-Fuß
Mitteilungen, 54 (2018)
Autor_in(nen)
Mario Schulze
Buchtitel
Wie die Dinge sprechen lernten Eine Geschichte des Museumsobjektes 1968-2000
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
404
Ausstattung
kart., zahlr. z.T. farb. Abb.
ISBN
978-3-8376-3915-5
DOI
10.14361/9783839439159
Warengruppe
1581
BIC-Code
GM HBTB
BISAC-Code
ART059000 HIS054000
THEMA-Code
GLZ NHTB
Erscheinungsdatum
2017-08-07
Auflage
1
Themen
Museum, Kulturgeschichte
Adressaten
Museologie, Kulturwissenschaft, Kulturmanagement, Geschichte
Schlagworte
Museum, Material Turn, Dingtheorie, Ausstellungsdesign, BRD, 1968, Objekt, Inszenierung, Szenografie, Historisches Museum Frankfurt/Main, Museum der Dinge Berlin, Kulturgeschichte, Museumswissenschaft

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