Noise – Klang zwischen Musik und Lärm

Zu einer Praxeologie des Auditiven

Wann wird Klang zur Musik, wann wird er als Lärm erfahren? Welche sozialen Praktiken stehen dahinter?

»Noise«, eine Spielart der Klang- und Musikproduktion, die sich durch einen Fokus auf das Geräusch auszeichnet, ist prädestiniert dafür, musikalische Sinnstiftung zu untersuchen. Kai Ginkel ergründet diese, indem er Soziologie, Ethnografie und Sound Studies miteinander in Dialog bringt. Schwerpunkte seiner Studie sind Verkörperung, Raum, Konflikt sowie Wissen und Kompetenz.

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2017-07-06, 272 Seiten
ISBN: 978-3-8376-3928-5

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Kai Ginkel

Kai Ginkel, Universität für Musik und darstellende Kunst Graz, Österreich

... mit Kai Ginkel

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Klang ist in den Sozialwissenschaften eine vernachlässigte Kategorie. Dabei können wir soziale Ordnungsbildungen erst dann vollständig begreifen, wenn wir ihre auditive Seite berücksichtigen. Das gilt für Musik, ebenso aber auch für urbane Wohnverhältnisse oder Sport-Events. Der Sinn von Klang wird praktisch gestiftet und sozial etabliert. Es war Ziel meiner Studie, das zu zeigen und soziologisch fruchtbar zu machen – am Beispiel Noise, einer Kunstform an der Schwelle zwischen Musik und Geräusch.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Die Unterscheidung zwischen Musik und z.B. Umgebungslärm gelingt uns scheinbar mühelos. Dabei sind wir im Grunde mit Klangereignissen konfrontiert, die erst sozial zu dem gemacht werden, was sie sind. Musik ist nicht Musik aus sich selbst heraus. Dahinter stehen praktische Arbeit, kollektive Lernerfahrung und auch soziale Konflikte. Mein Buch macht diese Stationen nachvollziehbar: Was wird durch Körper und Dinge ›geleistet‹, damit Musik ganz selbstverständlich Musik und Lärm ganz selbstverständlich Lärm ist?

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Das Interesse steigt, und die zentrale Bedeutung des Auditiven wird zunehmend erkannt. In den ›sound studies‹ haben Medienwissenschaftler_innen sogar angedacht, einen ›sonic turn‹ auszurufen. Für die Sozialforschung ist die Erschließung des Auditiven ein Desiderat mit hohem Innovationspotenzial. Qualitative Methoden eignen sich etwa besonders gut, um systematisch neuartige Perspektiven auf das Thema Klang zu entwickeln.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit allen Sozialwissenschaftler_innen, die sich für das Auditive, für neue Gegenstandsbereiche praxeologischer Forschung und für ethnografische Methodologie interessieren. Letztendlich verstehe ich mein Buch zudem als Einladung zum interdisziplinären Austausch – etwa mit der Musikologie, den Medien- und Kulturwissenschaften, der künstlerischen Forschung und mit der Psychoakustik. Sich dem Thema Klang anzunehmen bedeutet auch, Fachgrenzen zu überwinden.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Ein Buch darüber, was Musik sozial erst zur Musik macht, gezeigt an einer Praktikergemeinschaft, die im Grenzbereich zwischen Musik und Lärm operiert.

O-Ton: »Grundrauschen: Und immer dieser Lärm« – Kai Ginkel im Interview bei cultural broadcasting am 19.09.2018.
http://bit.ly/2QLGcjn
»Im besten Sinn eine Soziologie der Sinne, die sich mit der Tradition Simmels vermitteln lässt.«
Christopher Schlembach, Soziopolis, 02.05.2018
Besprochen in:
http://livinghomelifestyle.com, 16.01.2018
Autor_in(nen)
Kai Ginkel
Buchtitel
Noise – Klang zwischen Musik und Lärm Zu einer Praxeologie des Auditiven
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
272
Ausstattung
kart.
ISBN
978-3-8376-3928-5
DOI
Warengruppe
1591
BIC-Code
AVA JFC
BISAC-Code
MUS020000 SOC022000
THEMA-Code
AVA JBCC
Erscheinungsdatum
2017-07-06
Auflage
1
Themen
Kultur, Technik, Klang, Musik
Adressaten
Soziologie, Kulturwissenschaft, Ethnografie, Sound Studies, Musikästhetik, Science and Technology Studies, Musikwissenschaft
Schlagworte
Musik, Klang, Kultur, Ethnografie, Noise, Lärm, Raum, Wissen, Musikwissenschaft, Kultursoziologie, Techniksoziologie, Soziologie, Sound Studies

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