Ein- und Ausgrenzungen von Migranten

Zur sozialen Konstruktion (un-)erwünschter Zuwanderung

Die öffentlichen Debatten über Einwanderung und Integration sind polarisierend – mehr denn je. Stets stellt sich die Frage, wie im Einwanderungsdiskurs legitim zwischen erwünschter und unerwünschter Einwanderung unterschieden wird.

Christian Ulbrichts wissenssoziologische Studie liefert einen innovativen Beitrag zum liberalen Paradox und zeigt, wie vor dem Hintergrund des Menschenrechtsdiskurses eine rassistische Ein- und Ausgrenzung extrem rechtfertigungswürdig ist. Er verdeutlicht, dass sich die Frage nach der Erwünschtheit von Zuwanderung am Klassenmerkmal der Einwanderer_innen entscheidet: Die Einwanderer_innen werden als mobile Humankapitalträger_innen wahrgenommen, sodass ein Dualismus aus Mobilität vs. Migration entsteht.

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2017-08-10, 324 Seiten
ISBN: 978-3-8376-3929-2

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Christian Ulbricht

Christian Ulbricht, Universität Bielefeld, Deutschland

... mit Christian Ulbricht

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Ich bin überzeugt, dass die eigentliche Neuigkeit in den aktuellen Migrations-Debatten nicht unbedingt der erstarkte Rechtspopulismus ist, sondern vielmehr der breite und neue Menschenrechtsdiskurs. Folgende Fragen liegen für mich dann auf der Hand: Wie werden Immigranten und Immigrantinnen ein- und ausgegrenzt, wenn die Forderung nach Anti-Diskriminierung im Raum steht? Wie rechtfertigen sich diejenigen, die mit dem Rassismus-Vorwurf konfrontiert sind?

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Das Buch liefert einen systematischen Überblick über die verschiedenen Faktoren, die eher für eine Öffnung oder Schließung der Grenzen sprechen. Die empirische Analyse der sogenannten ›neuen Gastarbeiter‹ aus Südeuropa und den ›Armutszuwanderern‹ aus Osteuropa zeigt dann, welches Wissen über Migration in den Diskursen als anerkannt gilt und wie die legitime Ein- und Ausgrenzung von Immigranten und Immigrantinnen funktioniert. Ich diskutiere die These, dass es ist nicht entscheidend ist, woher die Menschen kommen, sondern welchen sozialen Status sie in Bezug auf Einkommen, Bildung und Beruf haben.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Erstens ist es eine offene Frage, wie das liberale Paradox der Immigration gemanagt wird. Wie wird mit den universellen Werten der Menschenrechte eine partikuläre, nationale Grenze gezogen? Die Studie gibt eine empirische Antwort auf diese Frage. Zweitens beobachten wir in der Forschung einen Dualismus aus Migration vs. Mobilität. Die Analyse demonstriert, dass Hochqualifizierte eher als mobile Personen wahrgenommen und nicht durch die Integrationsbrille des deutschen Migrationsdiskurses betrachtet werden.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Wenn ich argumentiere, dass bei der Ein- und Ausgrenzung von Immigranten und Immigrantinnen nicht die Religion oder die Ethnizität das dominierende Merkmal ist, sondern der Klassenstatus, dann ruft es logischerweise Kritik hervor. Eine Diskussion darüber, wie die verschiedenen Merkmale zusammenhängen, ist spannend. Oder mit den Worten des Guardian: ›Why are white people expats when the rest of us are immigrants?‹

5. Ihr Buch in einem Satz:

Eine mediensoziologische Antwort auf die Frage, wer in Deutschland willkommen ist und warum.

»Ulbricht rekonstruiert anhand eines beachtlichen Corpus von Medienberichten, methodisch klar, auf der Basis umfassender Literaturrecherche (geschätzte über 400 Titel), theoretisch gut fundiert den medialen/politischen Diskurs zur Migration/Mobilität.«
Wolfgang Berg, www.socialnet.de, 19.03.2018
Besprochen in:
IDA NRW, 23/4 (2017)
Portal für Politikwissenschaft, 24.08.2018, Thomas Mirbach
Autor_in(nen)
Christian Ulbricht
Buchtitel
Ein- und Ausgrenzungen von Migranten Zur sozialen Konstruktion (un-)erwünschter Zuwanderung
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
324
Ausstattung
kart.
ISBN
978-3-8376-3929-2
DOI
Warengruppe
1729
BIC-Code
JFFN JPQB JFFM
BISAC-Code
SOC007000 POL028000 SOC050000
THEMA-Code
JBFH JPQB JBFQ
Erscheinungsdatum
2017-08-10
Auflage
1
Themen
Soziale Ungleichheit, Migration
Adressaten
Soziologie, Politikwissenschaft, Geschichtswissenschaft sowie die interessierte Öffentlichkeit
Schlagworte
Einwanderung, Integration, Migration, Mobilität, Grenzziehung, Liberales Paradox, Deutschland, Menschenrechte, Rassismus, Soziale Ungleichheit, Migrationspolitik, Soziologie

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