Menschen und Haustiere im Deutschen Kaiserreich

Eine Beziehungsgeschichte

Hund, Katze, Kanarienvogel – Wie wurden die Deutschen zu leidenschaftlichen Haustierhaltern?

Amir Zelinger schildert das Deutsche Kaiserreich (1871–1914) als eine Epoche, in der Tiere massenhaft in die Häuser der Menschen integriert wurden. Er erzählt die Geschichte der wilhelminischen Gesellschaft, die ihre Türen für ein extrem buntes Konglomerat von Tierarten öffnete und als Freunde zu gewinnen suchte. Anhand exemplarischer Halter-Tier-Beziehungen zeigt die Studie, dass der Wunsch der Zeitgenossen, sich mit Tieren anzufreunden, in Verbindung mit den Folgen der Industrialisierung, der Wissenschaftspopularisierung und der Eugenik stand.

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2018-01-26, 404 Seiten
ISBN: 978-3-8376-3935-3

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Amir Zelinger

Amir Zelinger, Boston University, USA

... mit Amir Zelinger

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Weil die Freundschaft mit einem Haustier manchmal die wichtigste Beziehung darstellt, die viele Menschen heutzutage haben. Dennoch neigen wir dazu, sie als eine banale Beziehungsform zu betrachten, die keine historische Kontextualisierung benötigt. Wir haben inzwischen jede Menge Bücher darüber, wie die Liebe zu einem Kernpunkt zwischenmenschlicher Beziehungen in der modernen Gesellschaft avancierte. Mein Buch erzählt, wie gleichzeitig auch viele Tiere zu den Objekten unserer Zuneigungen wurden.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Das Buch verbindet ein Alltagsphänomen – Mensch-Haustier-Beziehungen – mit den großen Zäsuren aus der Zeit des Kaiserreichs. Es zeigt, wie sich z.B. die Entstehung der Arbeiterklasse, die steigende Macht der Wissenschaft und die Verbreitung von Rassenideologien auf die Beziehungen der Zeitgenossen zu ihren Haustieren auswirkten. Es ist eine Tiergeschichte, aber gleichzeitig auch eine Sozialgeschichte, eine Wissenschaftsgeschichte, und eine Geschichte des Rassismus.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Historiker behaupten, dass die Haustierhaltung im 19. Jahrhundert den Wunsch der Zeitgenossen reflektierte, die Tierwelt zu beherrschen. Ich beschreibe eine andere Realität: Halter im Kaiserreich wollten oft gerade vermeiden, dass ihre Haustiere zu überaus zahmen, vermenschlichten Kreaturen degenerieren würden. Sie wollten vielmehr, dass sich diese Tiere selbst in der bürgerlichen Wohnung möglichst tierisch verhalten würden. Dieses Paradox ist auch für die heutige Haustierhaltung hoch relevant.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit den Leuten, über deren Beziehungen zu ihren Tieren ich geschrieben habe. Um diese Beziehungen zu erklären habe ich viele Fachworte aus den Animal Studies verwendet, wie z.B. ›Partnerschaftlichkeit‹ oder ›Anthropomorphismus‹. Diese Begriffe wären der Sprachwelt der Zeitgenossen völlig fremd. Aber ich habe gleichzeitig versucht, ihre eigene Perspektive über die Freundschaften, die sie mit Tieren eingingen, zu vermitteln. Ich würde gerne wissen, ob ich einen guten Job gemacht habe.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Eine Geschichte von Menschen, deren Welt modern wurde, und die die Nähe von Tieren suchten.

O-Ton: »Eine Geschichte von alltäglichen Interaktionen« – Amir Zelinger im Interview bei L.I.S.A Wissenschaftsportal der Gerda Genkel Stiftung am 19.06.2018.
http://bit.ly/2yqbkzX
Besprochen in:
Zeit für Tiere, 118 (2018)
Vier Viertel Kult, Herbst 2018d
Autor_in(nen)
Amir Zelinger
Buchtitel
Menschen und Haustiere im Deutschen Kaiserreich Eine Beziehungsgeschichte
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
404
Ausstattung
kart.
ISBN
978-3-8376-3935-3
DOI
Warengruppe
1555
BIC-Code
HBT
BISAC-Code
HIS000000 NAT039000
THEMA-Code
NHT
Erscheinungsdatum
2018-01-26
Auflage
1
Themen
Tier, Kulturgeschichte
Adressaten
Geschichte, Soziologie, Anthropologie, Philosophie sowie die interessierte Öffentlichkeit
Schlagworte
Tiergeschichte, Haustiere, Mensch-Tier-Beziehung, Deutschland, Deutsches Kaiserreich, Industrialisierung, Tier, Kulturgeschichte, Human-Animal Studies, Kulturwissenschaft

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