Menschenwürde als heilige Ordnung

Eine Re-Konstruktion sozialer Exklusion im Lichte der Sakralität der personalen Würde

Die Würde des Menschen ist unantastbar – dieses unbedingte Recht ist völker-, europa- und verfassungsrechtlich verbürgt.

Dass die Würde des Menschen jedoch auch im säkularisierten sozialen Rechtsstaat letztendlich eine heilige Ordnung ist, kollektiv religiös geglaubt werden muss und sich nicht in einem rationalen Diskurs hinreichend wahrheitsfähig erweist, zeigt Frank Schulz-Nieswandt im Rekurs auf Böckenförde, Habermas, Joas und Agamben.

Im Anschluss daran entfaltet er die Idee einer gottlosen Ontotheologie eines existenzialen personalistischen Humanismus, den er mit Verweis auf Paul Tillich und Romano Guardini zugleich gegen jeden Übergriff einer autoritären Theo-Dogmatik supranaturalistischer Art verteidigt.

34,99 € *

2017-07-10, 244 Seiten
ISBN: 978-3-8376-3941-4

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Frank Schulz-Nieswandt

Frank Schulz-Nieswandt, Universität zu Köln, Deutschland

... mit Frank Schulz-Nieswandt

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Die Debatte um den wissenschaftlich fassbaren politischen Status der Menschenrechtsargumentation hat an Tiefe und Breite zugenommen. Dies hat nicht nur mit den trans-nationalen Dynamiken, auch mit der inklusionsorientierten Transformation der Logik der Sozialstaatsregime im Lichte des Völkerrechts (aus deutscher Sicht auch im Lichte des Europarechts) zu tun. Das Thema ist nicht trivial, voller Ambivalenzen und erfordert achtsame Bearbeitung.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Es gibt einen trans-rationalen transzendentalen Grund der Rationalität der säkularisierten sozialen Rechtsstaatlichkeit: die apriorische Unbedingtheit der Würde menschlicher Personalität. Diese kann im Rahmen einer gottlosen, post-theologischen Theologie entfaltet werden. Zugleich wird die Modernität der modernen Gesellschaft kulturgrammatisch (Vergemeinschaftung) und psychodynamisch (mit Blick auf ein personales Gleichgewicht von Offenheit/Verschlossenheit, Nähe/Distanz/Geben/Nehmen) neu codiert.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Die Arbeit knüpft einerseits an Theoriedebatten (Agamben, Joas, Böckenförde etc.) an, entfaltet aber eine andere Akzentuierung im Rahmen einer (u.a. an Durkheim-Mauss-Positionen orientierten) kultursemiotischen Hermeneutik der modernen Sozialpolitik und sozialen Rechtsstaatlichkeit. Damit wird ein universales Zivilisationsmodell angedeutet: personale Existenz durch Freiheit, Gleichheit, Solidarität. Die grundlagenwissenschaftliche Analyse entpuppt sich als politisch hoch relevante Argumentation.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

In der Praxis mit Ministerien, Kommunalpolitik, mit Kirchen und der Sozialwirtschaft; in der Wissenschaft mit Rechtswissenschaften, Kulturwissenschaften und Theologie.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Die Welt muss rational gestaltet werden; ohne wahrhaftige Haltungen, die an der heiligen Ordnung der personalen Würde glauben, wird es aber nicht gehen.

Autor_in(nen)
Frank Schulz-Nieswandt
Buchtitel
Menschenwürde als heilige Ordnung Eine Re-Konstruktion sozialer Exklusion im Lichte der Sakralität der personalen Würde
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
244
Ausstattung
kart.
ISBN
978-3-8376-3941-4
DOI
Warengruppe
1731
BIC-Code
JKS HPQ JFFM
BISAC-Code
POL029000 PHI005000 SOC050000
THEMA-Code
JKS QDTQ JBFQ
Erscheinungsdatum
2017-07-10
Auflage
1
Themen
Ethik, Politik, Mensch
Adressaten
Soziologie, Politikwissenschaft, Rechtswissenschaft, Kulturwissenschaften, Religionswissenschaft, Theologie, Pflegewissenschaft
Schlagworte
Sozialpolitik, Inklusion, Personalität, Grundrechte, Säkularität, Humanismus, Menschenwürde, Zivilisation, Ernst-Wolfgang Böckenförde, Jürgen Habermas, Hans Joas, Giorgio Agamben, Paul Tillich, Romano Guardini, Politik, Mensch, Ethik, Soziale Ungleichheit, Menschenrechte, Soziologie

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