Remigration und Demokratie in der Bundesrepublik nach 1945

Ordnungsvorstellungen zu Staat und Verwaltung im transatlantischen Transfer

Remigranten aus dem transatlantischen Raum und den westlichen Staaten hatten einen entscheidenden Anteil an der Neuausrichtung von Wissenschaften und Politik nach 1945. Wie fanden sie zurück nach Westdeutschland und wie trugen sie zum (Rück-)Transfer der Vorstellungen einer »sine ira et studio« arbeitenden Legislative und Exekutive in die Bundesrepublik Deutschland bei?

Der Band versammelt erstmals Beiträge zu den Verwaltungsvorstellungen demokratischer Staatsrechtslehrer, Verwaltungswissenschaftler und Sozialwissenschaftler, die nach 1933 (vorwiegend in die USA) emigrierten und nach 1945 dauerhaft oder nur vorübergehend ihren Weg zurück in die Bundesrepublik fanden.

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2017-11-10, 302 Seiten
ISBN: 978-3-8376-3969-8

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Margrit Seckelmann

Margrit Seckelmann, Deutsches Forschungsinstitut für öffentliche Verwaltung, Speyer, Deutschland

Johannes Platz

Johannes Platz, Archiv der sozialen Demokratie der Friedrich-Ebert-Stiftung, Bonn, Deutschland

... mit Margrit Seckelmann und Johannes Platz

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Verwaltungspraxis in der bundesdeutschen Nachkriegszeit wird häufig unter dem Aspekt der Kontinuität betrachtet. Es ist aber wichtig, den Blick auf die Etablierung neuer Ideen und Praktiken in den Verwaltungen zu werfen. Wir fragen nach Ideengebern und zwar insbesondere nach Ideengebern im transatlantischen Transfer. Nach Juristen, Verwaltungs- und Sozialwissenschaftlern, die das Selbstverständnis hatten, in politische Prozesse in Richtung einer Demokratisierung der deutschen Verwaltungspraxis zu intervenieren.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Das Buch wirft den Blick auf – teils vergessene – Ideengeber; auf Ideengeber, deren Einfluss sich vermittelt verwirklichte, wie Siegfried Landshut, Fritz Morstein Marx, Theodor W. Adorno, Arnold Brecht und Hans Kelsen. Es beschäftigt sich aber auch mit überkommenen Widerständen gegen neue Ideen und Verfahren in der Verwaltungspraxis, mit Akteuren, die in den wissenschaftlichen Traditionen des Nationalsozialismus standen und so Kontrahenten der neuen Ideengeber waren.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Die Debatte um Anstöße, die die junge Bundesrepublik von Akteuren mit Exilerfahrung erfuhr, kann belebt werden, zum Beispiel, indem man die Reichweite und die Grenzen von Erklärungsansätzen des transatlantischen Ideentransfers, der einer gängigen Deutung zufolge als Prozess der Westernisierung beschrieben wird, ausmessen kann. Das Buch liefert außerdem einen Beitrag für die Debatte um den Stellenwert der Remigration in der jungen Bundesrepublik.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Entsprechend den angesprochenen Forschungsdebatten der vergangenen Jahre wäre das Buch mit Wissenschaftshistorikern wie Christian Fleck, der eine kritische Perspektive auf Westernisierungsprozesse wirft, sowie mit Anselm Doering-Manteuffel, Julia Angster und Michael Hochgeschwender zu führen, die die Westernisierungsthese am deutlichsten vertraten. Interessant wäre auch der Austausch mit Ulrich Herbert hinsichtlich der Liberalisierungsthese.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Kurt Lewins Charakterisierung der Demokratieforschung passt: »A business man once stated that ›there is nothing as practical as a good theory‹.«

»Lesenswerter Band.«
Frank Schale, H-Soz-u-Kult, 28.02.2018
Autor_in(nen)
Margrit Seckelmann / Johannes Platz (Hg.)
Buchtitel
Remigration und Demokratie in der Bundesrepublik nach 1945 Ordnungsvorstellungen zu Staat und Verwaltung im transatlantischen Transfer
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
302
Ausstattung
kart.
ISBN
978-3-8376-3969-8
DOI
10.14361/9783839439692
Warengruppe
1558
BIC-Code
HBJD HBLW JFFN
BISAC-Code
HIS014000 HIS037070 SOC007000
THEMA-Code
NHD JBFH
Erscheinungsdatum
2017-11-10
Auflage
1
Themen
Politik, Migration
Adressaten
Zeitgeschichte, Wissenschaftsforschung und -geschichte, Philosophie, Politikwissenschaft, Rechtswissenschaft, Soziologie, Verwaltungswissenschaft, Exilforschung
Schlagworte
Remigration, Exil, Demokratie, Verwaltung, Transatlantischer Transfer, Ideengeschichte, Deutschland Nach 1945, Verwaltungswissenschaft, Politik, Migration, Deutsche Geschichte, Geschichte des 20. Jahrhunderts, Geschichtswissenschaft

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