Remigration und Demokratie in der Bundesrepublik nach 1945

Ordnungsvorstellungen zu Staat und Verwaltung im transatlantischen Transfer

Remigranten aus dem transatlantischen Raum und den westlichen Staaten hatten einen entscheidenden Anteil an der Neuausrichtung von Wissenschaften und Politik nach 1945. Wie fanden sie zurück nach Westdeutschland und wie trugen sie zum (Rück-)Transfer der Vorstellungen einer »sine ira et studio« arbeitenden Legislative und Exekutive in die Bundesrepublik Deutschland bei?

Der Band versammelt erstmals Beiträge zu den Verwaltungsvorstellungen demokratischer Staatsrechtslehrer, Verwaltungswissenschaftler und Sozialwissenschaftler, die nach 1933 (vorwiegend in die USA) emigrierten und nach 1945 dauerhaft oder nur vorübergehend ihren Weg zurück in die Bundesrepublik fanden.

Kapitel-Übersicht

  1. Frontmatter

    Seiten 1 - 4
  2. Inhalt

    Seiten 5 - 8
  3. Abkürzungsverzeichnis

    Seiten 9 - 12
  4. Ansätze zu einer erneuerten Ideengeschichte der Remigration

    Seiten 13 - 20
  5. I. Atlantischer Transfer verwaltungswissenschaftlicher Konzepte

    »Max Weber im Exil«

    Seiten 23 - 46
  6. II. Rahmenbedingungen

    Die Emigration von Rechtswissenschaftlern nach 1933

    Seiten 49 - 68
  7. Formen der Reintegration in das westwie ostdeutsche Universitätssystem am Beispiel der Berliner Universitäten

    Seiten 69 - 82
  8. Von der Kooperation zur Abgrenzung

    Seiten 83 - 96
  9. III. Theorie und Praxis: Remigranten und sojourners

    Ernst Fraenkel und die Verwestlichung der politischen Kultur in der Bundesrepublik Deutschland

    Seiten 99 - 130
  10. Postheroische Verwaltung: Fritz Morstein Marx

    Seiten 131 - 154
  11. Arnold Brechts Vorschläge zur westdeutschen Verwaltung und Verfassung im Spannungsfeld von Expertise und Erfahrung

    Seiten 155 - 170
  12. Hans Simons: (Fast) Vergessener Aufbauhelfer der westdeutschen Demokratie

    Seiten 171 - 188
  13. Theodor W. Adornos Demokratieexpertise beim Aufbau der Bundeswehr: Authoritarian Personality, Charakterologie oder Psychotechnik?

    Seiten 189 - 218
  14. IV. Alternative Verläufe: Exil in Palästina, bewusste Nicht-Remigration und »Innere Emigration«

    Ein (Wieder-)Begründer der Politikwissenschaft: Siegfried Landshut

    Seiten 221 - 238
  15. »Des Wandermüden letzte Ruhestätte«

    Seiten 239 - 262
  16. Widerstand und innere Emigration der Daheimgebliebenen

    Seiten 263 - 276
  17. V. Bilanz und Perspektiven

    Wissenstransfer aus dem Exil in Politik, Verwaltung, Wissenschaft

    Seiten 279 - 292
  18. Autorenverzeichnis

    Seiten 293 - 298
  19. Backmatter

    Seiten 299 - 302
Mehr
34,99 € *

2017-11-10, 302 Seiten
ISBN: 978-3-8376-3969-8

Sofort versandfertig,
Lieferzeit 3-5 Werktage innerhalb Deutschlands

Preise inkl. Mehrwertsteuer. Versandkostenfreie Lieferung innerhalb Deutschlands, für Ausnahmen siehe Details.

Mengenrabatt

Weiterempfehlen

Margrit Seckelmann

Margrit Seckelmann, Deutsches Forschungsinstitut für öffentliche Verwaltung, Speyer, Deutschland

Johannes Platz

Johannes Platz, Archiv der sozialen Demokratie der Friedrich-Ebert-Stiftung, Bonn, Deutschland

... mit Margrit Seckelmann und Johannes Platz

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Verwaltungspraxis in der bundesdeutschen Nachkriegszeit wird häufig unter dem Aspekt der Kontinuität betrachtet. Es ist aber wichtig, den Blick auf die Etablierung neuer Ideen und Praktiken in den Verwaltungen zu werfen. Wir fragen nach Ideengebern und zwar insbesondere nach Ideengebern im transatlantischen Transfer. Nach Juristen, Verwaltungs- und Sozialwissenschaftlern, die das Selbstverständnis hatten, in politische Prozesse in Richtung einer Demokratisierung der deutschen Verwaltungspraxis zu intervenieren.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Das Buch wirft den Blick auf – teils vergessene – Ideengeber; auf Ideengeber, deren Einfluss sich vermittelt verwirklichte, wie Siegfried Landshut, Fritz Morstein Marx, Theodor W. Adorno, Arnold Brecht und Hans Kelsen. Es beschäftigt sich aber auch mit überkommenen Widerständen gegen neue Ideen und Verfahren in der Verwaltungspraxis, mit Akteuren, die in den wissenschaftlichen Traditionen des Nationalsozialismus standen und so Kontrahenten der neuen Ideengeber waren.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Die Debatte um Anstöße, die die junge Bundesrepublik von Akteuren mit Exilerfahrung erfuhr, kann belebt werden, zum Beispiel, indem man die Reichweite und die Grenzen von Erklärungsansätzen des transatlantischen Ideentransfers, der einer gängigen Deutung zufolge als Prozess der Westernisierung beschrieben wird, ausmessen kann. Das Buch liefert außerdem einen Beitrag für die Debatte um den Stellenwert der Remigration in der jungen Bundesrepublik.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Entsprechend den angesprochenen Forschungsdebatten der vergangenen Jahre wäre das Buch mit Wissenschaftshistorikern wie Christian Fleck, der eine kritische Perspektive auf Westernisierungsprozesse wirft, sowie mit Anselm Doering-Manteuffel, Julia Angster und Michael Hochgeschwender zu führen, die die Westernisierungsthese am deutlichsten vertraten. Interessant wäre auch der Austausch mit Ulrich Herbert hinsichtlich der Liberalisierungsthese.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Kurt Lewins Charakterisierung der Demokratieforschung passt: »A business man once stated that ›there is nothing as practical as a good theory‹.«

»Vor allem ob der biografischen Portäts lesenswert.« Oliver Lepsius, Die öffentliche Verwaltung 15 (2018)
»Lesenswerter Band.«
Frank Schale, H-Soz-u-Kult, 28.02.2018
Besprochen in:
www.sehepunkte.de, 18/9 (2018), Ewald Grothe
DER STAAT, 57/3 (2018), Christoph Gusy
Autor_in(nen)
Margrit Seckelmann / Johannes Platz (Hg.)
Buchtitel
Remigration und Demokratie in der Bundesrepublik nach 1945 Ordnungsvorstellungen zu Staat und Verwaltung im transatlantischen Transfer
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
302
Ausstattung
kart., Klebebindung, 8 SW-Abbildungen
ISBN
978-3-8376-3969-8
DOI
Warengruppe
1558
BIC-Code
HBJD HBLW JFFN
BISAC-Code
HIS014000 HIS037070 SOC007000
THEMA-Code
NHD JBFH
Erscheinungsdatum
2017-11-10
Auflage
1
Themen
Politik, Migration
Adressaten
Zeitgeschichte, Wissenschaftsforschung und -geschichte, Philosophie, Politikwissenschaft, Rechtswissenschaft, Soziologie, Verwaltungswissenschaft, Exilforschung
Schlagworte
Remigration, Exil, Demokratie, Verwaltung, Transatlantischer Transfer, Ideengeschichte, Deutschland Nach 1945, Verwaltungswissenschaft, Politik, Migration, Deutsche Geschichte, Geschichte des 20. Jahrhunderts, Geschichtswissenschaft

Unsere Website verwendet Cookies, um bestimmte Funktionen bereitzustellen.

Datenschutzerklärung