Behinderung als Praxis

Biographische Zugänge zu Lebensentwürfen von Menschen mit ›geistiger Behinderung‹
(unter Mitarbeit von Michael Börner)

Welche Alltagspraxen führen dazu, dass sich behinderte Identitäten ausbilden? Durch die Dokumentation der 16 Lebensgeschichten und -entwürfe von Menschen mit ›geistiger Behinderung‹ geht Hendrik Trescher der Frage nach, wie diese ihren Alltag erfahren.

Er legt dar, wie diese Menschen in ihrem Lebenslauf immer wieder an Diskursteilhabebarrieren stoßen und so letztlich behindert werden. Wie komplex und gleichsam radikal wirkmächtig solche Barrieren sein können, zeigt er u.a. durch Aufdecken der Zusammenhänge zwischen Behinderung und der Funktionslogik von Hilfestrukturen, die – häufig auch in ihrer Ausprägung als pädagogische Protektorate – letztlich selbst behindernd wirken.

29,99 € *

2017-04-28, 296 Seiten
ISBN: 978-3-8376-3971-1

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Hendrik Trescher

Hendrik Trescher, Goethe-Universität Frankfurt am Main, Deutschland

... mit Hendrik Trescher

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Weil Lebensgeschichten von Menschen mit ›geistiger Behinderung‹ kaum erforscht sind, diese jedoch ungemein spannend, vielfältig, einsichtsvoll sind. Sie können für die Forschung rund um Menschen, die häufig in überaus gravierender Weise von gesellschaftlichem Ausschluss bedroht sind, von besonderer Bedeutung sein – sowohl für die Theoriebildung als auch hinsichtlich handlungspraktischer Ansätze.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Es zeigt, wie unterschiedlich Lebensentwürfe von Menschen mit ›geistiger Behinderung‹ sind und wie sich Behinderung als Praxis im Verlauf des Lebens vollzieht. Eine weitere Perspektive ist ebenso das von foucaultscher Lesart geprägte Verständnis von Behinderung als Diskursbehinderung, welches der Studie zugrunde liegt und von dem aus eine Kritik an Bürokratisierung, Medikalisierung und Institutionalisierung von ›geistiger Behinderung‹ formuliert wird.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

In den Disability Studies gibt es noch eher wenig empirische Forschung, auch dieses Desiderat wurde versucht, ein Stück weit zu schließen. Die Studie bringt eine Perspektive in den Inklusionsdiskurs ein, die sowohl empirisch gestützt als auch (begriffs)theoretisch fundiert ist, und eröffnet so zahlreiche Anschlussmöglichkeiten für (weiterführende) Reflexionen und Diskussionen.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Michel Foucault und Erving Goffman; abgesehen davon mit allen interessierten Wissenschaftler_innen und Praktiker_innen

5. Ihr Buch in einem Satz:

Das Buch stellt 16 Menschen und ihre Geschichten vor und analysiert diese kritisch im Hinblick auf die erfahrenen Teilhabe(barrieren) der Interviewten.

»Eine überaus anregende, begrifflich klar justierte und vielfältige Fallstudie.«
Manfred Jödecke, www.socialnet.de, 18.09.2017
Besprochen in:
Schweizerische Zeitschrift für Heilpädagogik, 7-8 (2017)
Autor_in(nen)
Hendrik Trescher
Buchtitel
Behinderung als Praxis Biographische Zugänge zu Lebensentwürfen von Menschen mit ›geistiger Behinderung‹
(unter Mitarbeit von Michael Börner)
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
296
Ausstattung
kart.
ISBN
978-3-8376-3971-1
DOI
10.14361/9783839439715
Warengruppe
1729
BIC-Code
JFFG JFFM JKS
BISAC-Code
SOC029000 SOC050000 POL029000
THEMA-Code
JBFM JBFQ JKS
Erscheinungsdatum
2017-04-28
Auflage
1
Themen
Körper, Soziale Ungleichheit
Adressaten
Sonder- und Inklusionspädagogik, Disability Studies, Kulturwissenschaften, Soziologie sowie Praktiker_innen im Bereich der Betreuung und Unterstützung von Menschen mit Behinderung
Schlagworte
Biographieforschung, Inklusion, Behinderung, Subjekt, Diskurs, Identität, Körper, Soziale Ungleichheit, Sozialpolitik, Pflege, Kulturwissenschaft

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