Mythos und Tabula rasa

Narrationen und Denkformen der totalen Auslöschung und des absoluten Neuanfangs

Totale Zerstörung, absolute Auslöschung, Tabula rasa: Inwiefern ist das narrative Gründungspotential des Mythischen an Vorstellungen eines unbedingten Neuanfangs gebunden?

Anders als die bisherige Forschung, die stets die konstruktiven Aspekte von Gründungsmythen profilierte, zeigt der Band die destruktive, Auslöschung voraussetzende oder anstrebende Dimension des Mythos auf. Dabei soll vor allem die Frage beantwortet werden, ob es eine Seite mythischer (Gründungs-)Narrative gibt, die Konstruktionen des Nullpunkts – insbesondere in Deutungskonflikten – erfordern oder begünstigen. Die Beiträge stellen aus interdisziplinärer Perspektive historische und politische Umbruchsituationen sowie narrative Strategien in den Fokus, welche Denkformen des Kahlschlags repräsentieren und deren Relation zu mythischen Gründungerzählungen illustrieren.

29,99 € *

2018-03-13, 178 Seiten
ISBN: 978-3-8376-3984-1

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Yves Bizeul

Yves Bizeul, Universität Rostock, Deutschland

Stephanie Wodianka

Stephanie Wodianka, Universität Rostock, Deutschland

... mit Yves Bizeul und Stephanie Wodianka

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Die Mythenforschung betont seit Jahrzehnten, dass Mythen vom Ursprung erzählen und das Identitätsbewusstsein von Gemeinschaften begründen. Doch offen bleibt, inwiefern das Gründungspotenzial des politisch Mythischen generell oder im Einzelfall gebunden ist an Vorstellungen der totalen Auslöschung, des absoluten Neuanfangs, der tabula rasa. Unter welchen Bedingungen kann das Mythische nicht nur herbeireden, sondern auch wegerzählen?

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Ausgehend von dem bisher stets profilierten konstruktiven Gründungspotenzial des Mythischen werden im Sammelband auch die destruktive, Auslöschung voraussetzende oder anstrebende Dimension von Mythen aufgezeigt: Gibt es eine komplementäre oder widerständige Seite mythischer (Gründungs-)Narrative, die Konstruktionen des Nullpunkts – insbesondere in Deutungskonflikten – erfordern oder begünstigen?

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Die Mythenforschung hat sich bisher kaum mit der Verbindung von Mythos und tabula rasa beschäftigt. Meist werden einzelne Mythentypen bzw. die Struktur und Funktion von Mythen untersucht. Es ist jedoch von Bedeutung, die zahlreichen mythischen Narrationen, die sich mit Gründungen aus dem Nichts beschäftigen – so z.B. der Mythos der ›Stunde Null‹ im Nachkriegsdeutschland –, unter die Lupe zu nehmen, um ihre Eigenschaften zu ermitteln.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Das Thema des Bandes ist nicht nur für Mythenforscher und Geistes- bzw. Sozialwissenschaftler von Interesse, sondern auch für ein breiteres Publikum, weil es den Blick durch die Vergangenheit hindurch auch für die Gegenwart schärft. So basiert ein Teil des politischen Erfolgs von Donald Trump auf der Tatsache, dass er in einer mythischen Erzählung einen Neuanfang versprochen hat, der auf die Auslöschung bisheriger Konventionen setzt.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Der Sammelband beleuchtet unter verschiedenen disziplinären Perspektiven solche Mythen, die im Erzählen etwas auslöschen, bevor sie Neues begründen.

»Aufschlussreicher Sammelband.« Michael Preidel, Kritische Ausgabe, 35 (2018)
Autor_in(nen)
Yves Bizeul / Stephanie Wodianka (Hg.)
Buchtitel
Mythos und Tabula rasa Narrationen und Denkformen der totalen Auslöschung und des absoluten Neuanfangs
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
178
Ausstattung
kart.
ISBN
978-3-8376-3984-1
DOI
Warengruppe
1562
BIC-Code
DSB
BISAC-Code
LIT000000 LIT004170 LIT004150
THEMA-Code
DSB
Erscheinungsdatum
2018-03-13
Auflage
1
Themen
Kultur, Literatur
Adressaten
Politikwissenschaft, Literaturwissenschaft, Philosophie, Kulturwissenschaften, Theologie
Schlagworte
Mythos, Tabula Rasa, Politik, Literatur, Kulturelles Gedächtnis, Kultur, Allgemeine Literaturwissenschaft, Germanistik, Französische Literatur, Literaturwissenschaft

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