Die Rache der Placebos

Zur Wirksamkeit des Unwirksamen in der evidenzbasierten Medizin und in der Wissenschaftsforschung

Das Placebo – konzipiert, um die Wirksamkeit des Arzneimittels objektiv zu überprüfen – entfaltet selbst unterschiedliche Eigenschaften und erzeugt vielfältige Effekte.

Anhand von Vertreter_innen der Philosophie, wie Fleck, Rheinberger, Foucault, Baudrillard, Latour und Haraway, zeigt Ulrike Neumaier, dass sich – stellt man das Placebo in den Mittelpunkt einer Untersuchung – nicht nur in der Medizin Begriffe wie »Krankheit« und »Körper« verändern. Vielmehr wird sichtbar, wie Wissenschaft, Technik und Gesellschaft sich vernetzen, wie sich dadurch der Begriff von »Wissenschaft« wandelt und warum vom Zeitalter der Technowissenschaften gesprochen werden kann.

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2017-07-12, 266 Seiten
ISBN: 978-3-8376-3992-6

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Ulrike Neumaier

Ulrike Neumaier, Technische Universität Darmstadt, Deutschland

... mi Ulrike Neumaier

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Es gibt sehr viele Bücher über RCTs und sehr viele Veröffentlichungen über die Anwendung der evidenzbasierten Methode in der Medizin, die deren Möglichkeiten und Grenzen hervorheben. Mit einer Änderung der Perspektive, wie sie dieses Buch vornimmt, indem es die Placebos und ihre vielfältigen Erscheinungsformen in den Mittelpunkt einer Untersuchung stellt, können neue Erkenntnisse sowohl für die Medizin als auch für die Wissenschaftsphilosophie gewonnen werden.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Denkstilen und ihren Paradigmen wird in der Medizin und in der Philosophie eine wichtige Rolle zugeschrieben. Mit den Placebos kann gezeigt werden, wie gewinnbringend eine Sichtweise sein kann, rückt man nicht ein Paradigma in den Vordergrund einer Untersuchung, sondern lässt eine Paradigmenvielfalt zu. Nicht nur kausalgesetzliche Erklärungen, sondern auch andere Erklärungsansätze, zum Beispiel aus dem Bereich der alternativen/integrierten Medizin, können wissenschaftlich fundiert werden.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Nachdem über einen sehr langen Zeitraum in der Medizin nur die Wirkung des Pharmakons wissenschaftlich belegt wurde, richtet sich das Forschungsinteresse unterschiedlichster Forschungsgruppen auf das Placebo. Mit den Placebos werden nicht nur empirische und theoretische, sondern auch naturwissenschaftliche und wissenschaftsphilosophische Denkansätze hinterfragt und auf eine neuartige Weise miteinander verbunden.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit allen, die sich gerne überraschen lassen von den Dingen, die in den Forschungsprozessen entworfen wurden, um bestimmte Phänomene sichtbar zu machen, die jedoch selbst in den Prozessen neue, nicht erwartete Phänomene erzeugen. Es sind die Gegenstände, die neue Möglichkeiten der Forschungsprozesse initiieren, die damit die im Experiment und in den Laboratorien festgelegten Grenzen hinterfragen und sich dadurch an den Beobachter_innen rächen.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Betrachtet man Medizin und Philosophie mit Hilfe der Placebos als Technowissenschaften werden Erkenntnisprozesse komplexer und dadurch interessanter.

Besprochen in:
https://www.konturen.de, 25.10.2017
Autor_in(nen)
Ulrike Neumaier
Buchtitel
Die Rache der Placebos Zur Wirksamkeit des Unwirksamen in der evidenzbasierten Medizin und in der Wissenschaftsforschung
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
266
Ausstattung
kart.
ISBN
978-3-8376-3992-6
DOI
Warengruppe
1521
BIC-Code
PDA PDR MB
BISAC-Code
PHI004000 SCI075000 MED000000
THEMA-Code
PDA PDR MB
Erscheinungsdatum
2017-07-12
Auflage
1
Themen
Medizin, Wissenschaft
Adressaten
Philosophie, Wissenschafts- und Technikforschung, Wissenschaftsphilosophie, Medizinphilosophie, Soziologie
Schlagworte
Akteur-Netzwerk-Theorie, Placebo, Evidenzbasierte Medizin, Evidenz, Denkstil, Paradigmenwechsel, Placebokontrollierte Studien, Technowissenschaften, Medizin, Krankheit, Körper, Ludwig Fleck, Hans-Jörg Rheinberger, Michel Foucault, Jean Baudrillard, Bruno Latour, Donna Haraway, Wissenschaft, Wissenschaftsphilosophie, Wissenschaftssoziologie, Philosophie

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