Unheimliche Geschichte

Grafeneck, Triest und die Politik der Holocaust-Erinnerung
(aus dem Amerikanischen von Eva Engels, Elisabeth Heeke und Susanne C. Knittel)

Warum gehen manche Geschehnisse in die Geschichte einer Nation ein? Warum werden andere vergessen oder gar unterdrückt? Und wie und warum kommen diese wieder zum Vorschein?

Susanne C. Knittel analysiert verdrängte Aspekte des Zweiten Weltkrieges und des Holocausts in den Erinnerungskulturen Deutschlands und Italiens nach 1945. Diese tauchen beharrlich auf und stören den dominanten Erinnerungsdiskurs, dessen Gedenkrituale und etablierte Vorstellungen: die NS-»Euthanasie« einerseits und die Verbrechen des italienischen Faschismus sowie die Kollaboration mit den deutschen Besatzern andererseits. Durch eine vergleichende Betrachtung von Gedenkstätten sowie künstlerischen und literarischen Darstellungen, die diesen Verbrechen und ihren Opfern gewidmet sind, entsteht ein zwiespältiges Porträt der Holocausterinnerung in Europa.

39,99 € *

2018-01-15, 390 Seiten
ISBN: 978-3-8376-3994-0

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Susanne C. Knittel

Susanne C. Knittel, Universität Utrecht, Niederlande

... mit Susanne C. Knittel

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Momentan wird in Deutschland und Europa heftig über inklusive Erinnerungsarbeit und historisch-politische Bildung diskutiert. Mein Buch leistet einen Beitrag zu diesen Debatten, indem es zeigt wie die Mechanismen der Marginalisierung erkannt und bekämpft werden können. In einem politischen Klima, in dem Revisionismus und rechtsextreme Rhetorik zunehmend im Namen einer angeblich bedrohten Heimat normalisiert werden, ist es wichtig, über die Unheimlichkeit der Heimat und ihrer Geschichte nachzudenken.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Dies ist die erste und bisher einzige umfassende literatur- und kulturwissenschaftliche Studie dieser beiden Erinnerungskomplexe. Indem das Buch zwei Erinnerungsorte untersucht, die jeweils am Anfang und am Ende des Holocaust stehen, wird dieser in den größeren Rahmen der internationalen Eugenikbewegung eingeordnet. Dadurch werden Zusammenhänge und Kontinuitäten sichtbar, besonders im Hinblick auf Ausgrenzungsmechanismen und biopolitisches Denken.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

In den letzten fünf Jahren ist die NS-›Euthanasie‹ verschärft zum Gegenstand historiografischer Forschung und öffentlicher erinnerungskultureller Debatte geworden. Dabei ist aber die wichtige Rolle der Kunst und der Literatur bisher weitgehend vernachlässigt worden. Mein Buch füllt unter anderem diese Forschungslücke. Außerdem wächst auch das Interesse an transnationaler bzw. europäischer Erinnerung, und hier ist eine vergleichende Studie zu Deutschland und Italien ein wichtiger Beitrag.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit Kuratoren und Pädagogen an Gedenkstätten in Deutschland und Italien, mit Vertretern der Disability Rights Bewegung, mit Künstlern wie Horst Hoheisel und Andreas Knitz, Gunter Demnig oder Peter Eisenman, mit Schriftstellern wie Helga Schubert, Renato Sarti oder Boris Pahor, mit den Historikern Götz Aly, Timothy Snyder und James Young, mit Harald Welzer, mit den Philosophen Giorgio Agamben und Simona Forti, und mit Milo Rau.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Wer nach neuen Wegen in der Erinnerungskultur und der historisch-politischen Bildung sucht, muss die Geschichte für sich und für andere unheimlich machen.

Autor_in(nen)
Susanne C. Knittel
weitere Beitragende
Übersetzt aus dem Englischen von Eva Engels, Elisabeth Heeke und Susanne C. Knittel.
Buchtitel
Unheimliche Geschichte Grafeneck, Triest und die Politik der Holocaust-Erinnerung
(aus dem Amerikanischen von Eva Engels, Elisabeth Heeke und Susanne C. Knittel)
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
390
Ausstattung
kart., zahlr. Abb.
ISBN
978-3-8376-3994-0
DOI
10.14361/9783839439944
Warengruppe
1510
BIC-Code
JFC JFFG HBLW
BISAC-Code
SOC022000 SOC029000 HIS037070
THEMA-Code
JBCC JBFM
Erscheinungsdatum
2018-01-15
Auflage
1
Themen
Kulturgeschichte, Erinnerungskultur
Adressaten
Literaturwissenschaft, European Studies, Memory Studies, Disability Studies, Postcolonial Studies, Romanistik, Kulturgeschichte, Geschichte, Germanistik, Italianistik, Medienwissenschaft, Holocaust and Genocide Studies sowie Mitarbeiter_innen und Pädagog_innen an Gedenkstätten, Dokumentationszentren und Museen
Schlagworte
Erinnerungskultur, Holocaust, Zweiter Weltkrieg, Faschismus, NS-»Euthanasie«, Kollaboration, Gedenkstätten, Grafeneck, Triest, Eugenik, Täter, Deutschland, Italien, Literatur, Kulturgeschichte, Behinderung, Geschichte des 20. Jahrhunderts, Kulturwissenschaft

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