Anerkennung und Sichtbarkeit

Perspektiven für eine kritische Medienkulturforschung

Welches Potential liegt in einem gesellschaftstheoretisch fundierten Verständnis von »Anerkennung« und einer repräsentationskritischen Auffassung von »Sichtbarkeit« für eine kritische Medienkulturforschung?

Die Autor_innen des interdisziplinär angelegten Bandes verdeutlichen mit ihren empirischen Analysen, wie Zu-Sehen-Geben in Medienkulturen mit Anerkennung, aber auch mit Missachtung, Verletzbarkeit und Kontrolle verbunden sein kann, und sie zeigen Möglichkeiten der Intervention in tradierte Normen von Anerkennung und Sichtbarkeit auf. Die Beiträge beleuchten unterschiedliche mediale Angebote und Praktiken des Medienhandelns in (digitalen) Öffentlichkeiten, u.a. in Film, Fernsehen, Fotografie, Journalismus und ›sozialen‹ Medien aus gerechtigkeitstheoretischer, postkolonialer und queer_feministischer Perspektive.

Kapitel-Übersicht

  1. Frontmatter

    Seite 1
  2. Editorial

    Seiten 2 - 4
  3. Inhalt

    Seiten 5 - 8
  4. Anerkennung und Sichtbarkeit: Perspektiven einer kritischen Medienkulturforschung

    Anerkennung und Sichtbarkeit in gegenwärtigen Medienkulturen: Ausgangspunkte

    Seiten 11 - 22
  5. Anerkennung und Sichtbarkeit: Impulse für kritische Medienkulturtheorie und -analyse

    Seiten 23 - 46
  6. Kosmopolitismus, Anerkennung und Sichtbarkeit - postkoloniale und feministische Ansätze zur Konturierung einer kritischen Medienkulturforschung

    Seiten 47 - 66
  7. Ambivalenzen von Anerkennung und Sichtbarkeit

    Ikonen einer neuen Freiheit?

    Seiten 69 - 86
  8. Arm und (un-)sichtbar?

    Seiten 87 - 102
  9. Sichtbarkeit und exkludierende Anerkennung

    Ein Erbe gespenstischer Normalität

    Seiten 105 - 120
  10. Betrauerbarkeit, Erinnerung und Gedenken an die Mordopfer des NSU aus anerkennungstheoretischer Perspektive

    Seiten 121 - 136
  11. Anderes Sehen: Blickregime von Behinderung in der Fotografie

    Seiten 137 - 152
  12. Verletzbarkeit, Anerkennung und Sichtbarkeit in digitalisierten Öffentlichkeiten

    Mediatisierte Missachtung

    Seiten 155 - 172
  13. Verletzbarkeit durch Sichtbarkeit?

    Seiten 173 - 184
  14. Infrastrukturen der Un/Sichtbarkeit navigieren?

    Seiten 185 - 200
  15. Interventionen in Anerkennungs- und Sichtbarkeitsverhältnisse

    Tödliches Zu-Sehen-Geben: Sichtbarkeit und Deutungsmacht am Beispiel des Mordes an Lee Rigby

    Seiten 203 - 218
  16. Vergnügliche Interventionen in digitalen Öffentlichkeiten

    Seiten 219 - 234
  17. Please Relax Now: Vika Kirchenbauers Interventionen in Repräsentations- und Rezeptionsregime

    Seiten 235 - 252
  18. Angaben zu den Autor_innen und Herausgeber_innen

    Seiten 253 - 258
Mehr
29,99 € *

2017-12-15, 258 Seiten
ISBN: 978-3-8376-4011-3

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Tanja Thomas

Tanja Thomas, Eberhard Karls Universität Tübingen, Deutschland

Lina Brink

Lina Brink, Eberhard Karls Universität Tübingen, Deutschland

Elke Grittmann

Elke Grittmann, Hochschule Magdeburg-Stendal, Deutschland

Kaya de Wolff

Kaya de Wolff, Eberhard Karls Universität Tübingen, Deutschland

... mit den Herausgebern

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Sichtbarkeit und Anerkennung sind Schlüsselbegriffe etwa in der Analyse politischer Auseinandersetzungen um den Zugang zu ökonomischen, gesellschaftlichen und kulturellen Ressourcen. In Debatten um marginalisierte Gruppen und soziale (Un)Gerechtigkeit wird Sichtbarkeit im Sinne visueller Repräsentiertheit häufig mit Anerkennung und dem Erlangen politischer Macht gleich gesetzt. Das Buch problematisiert ein solches Verständnis und eröffnet neue Perspektiven zum Verhältnis von Anerkennung und Sichtbarkeit.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Die Beiträge zeigen, wie ein gesellschaftstheoretisch fundiertes Verständnis von Anerkennung und eine repräsentationskritische Beschäftigung mit Sichtbarkeiten für eine kritische Medienkulturforschung produktiv gemacht werden können. Aus gerechtigkeitstheoretischer, postkolonialer und queer_feministischer Perspektive beleuchten die Texte eine Bandbreite unterschiedlicher Medien und zeigen Möglichkeiten der Intervention in tradierte Normen von Anerkennung und Sichtbarkeit auf.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Debatten um Sichtbarkeit und Anerkennung lenken den Blick auf Fragen nach den Ambivalenzen von Sichtbarkeit, Anerkennung und Umverteilung und die Bedeutung von Normen der Anerkennung. Diese Konzeptualisierungen werden in der Publikation für empirische Studien genutzt, die aufzeigen, wie Zu-Sehen-Geben in Medienkulturen mit Anerkennung, aber auch mit Missachtung, Verletzbarkeit und Kontrolle verbunden sein kann.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit Kolleg_innen, die sich mit Veränderungen Sichtbarkeitsverhältnissen und Veränderungen in Medienkulturen und Fragen etwa nach Ressourcen, Macht und Repräsentationen, Handlungsfähigkeit, Ungleichheit, Gerechtigkeit und Partizipation beschäftigen.

Und mit Aktivist_innen und Medienproduzent_innen mit Blick auf die Frage, welche Ansatzpunkte sich konkret aus den diskutierten Überlegungen und empirischen Analysen für politische Intervention in Medienkulturen ergeben könnten.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Der Band behandelt Sichtbarkeitsregime in medialen Öffentlichkeiten als gesellschaftliche Herausforderung.

»So ist es die Leistung der meisten Beiträge, sich nicht auf Fragen nach Stereotypen oder positiven/negativen Bildern zu beschränken.«
Dagmar Brunow, MEDIENwissenschaft, 4 (2018)
Buchtitel
Anerkennung und Sichtbarkeit Perspektiven für eine kritische Medienkulturforschung
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
258
Ausstattung
kart., Klebebindung, 6 SW-Abbildungen, 7 Farbabbildungen
ISBN
978-3-8376-4011-3
DOI
Warengruppe
1744
BIC-Code
JFD JFFM JFC
BISAC-Code
SOC052000 SOC050000 SOC022000
THEMA-Code
JBCT JBFQ JBCC
Erscheinungsdatum
2017-12-15
Auflage
1
Themen
Postkolonialismus, Geschlecht, Medien, Soziale Ungleichheit
Adressaten
Medienwissenschaft, Kommunikationswissenschaft, Kulturwissenschaft, Sozialwissenschaft, Soziologie
Schlagworte
Anerkennung, Sichtbarkeit, Medien, Gender Studies, Postcolonial Studies, Queer Studies, Medienwissenschaft, Gerechtigkeitstheorie, Gesellschaftskritik, Gesellschaftstheorie, Repräsentation, Repräsentationskritik, Medienkulturforschung, Medienhandeln, Soziale Ungleichheit, Postkolonialismus, Medienästhetik, Interkulturalität

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