9/11 erzählen

Terror als Diskurs- und Textphänomen

Bis heute befasst sich die deutschsprachige Literatur mit dem 11. September 2001. Doch wie kann (vom) Terror erzählt werden?

Jesko Bender zeigt anhand von Texten von Ulrich Peltzer, Katharina Hacker und Paulus Hochgatterer, dass sie den Terror auf eine jeweils besondere Weise ausbuchstabieren – nicht zuletzt auch, indem sie ihn in einen spezifisch deutschen Kontext einschreiben. Während im politischen Diskurs Terror als das Ende der Kommunikation angesehen wird und die künstlerische Auseinandersetzung stets mit der Frage nach der ethisch-moralischen Zulässigkeit der Ästhetisierung konfrontiert ist, kann aus literaturwissenschaftlicher Perspektive konstatiert werden: Gerade dort, wo erzählt wird, wird es interessant.

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2017-07-05, 276 Seiten
ISBN: 978-3-8376-4014-4

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Jesko Bender

Jesko Bender, Frankfurt, Deutschland

... mit Jesko Bender

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Weil man das Phänomen ›Terror‹ gar nicht verstehen kann, wenn man sich nicht mit dessen kulturellen Dimensionen auseinandersetzt. Die Auseinandersetzung mit Organisationsstrukturen, Strategien und ideologischen Hintergründen von Terrororganisationen ist zwar unbedingt notwendig, sie hilft aber nicht dabei, die gesellschaftliche und kulturelle ›Sprengkraft‹ des Terrors zu verstehen. Eine kulturtheoretische Auseinandersetzung kann dafür jedoch wichtige Erklärungsansätze liefern.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

›Terror‹ ist kein factum brutum, sondern muss als diskursives Phänomen begriffen werden: Jedem Anschlag folgt eine schier unendliche Rede vom und über den ›Terror‹. Meine Studie eröffnet vor diesem Hintergrund zwei besondere Perspektiven: Erstens formuliert sie eine Kulturtheorie des Terrors, zweitens arbeitet sie mittels akribischer Textlektüren heraus, dass die Literatur maßgeblich zum Verständnis der kulturellen Dimensionen des Terrors beiträgt.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Der Terrordiskurs entfaltet in sämtlichen Bereichen unserer gesellschaftlichen Debatten und unserer Kultur seine Wirkung. Dementsprechend hat die Forschung zu diesem Phänomen seit einigen Jahren Konjunktur. In diese Debatten – auch unter einer besonderen Berücksichtigung des Kontexts deutscher Geschichte und Erinnerungskultur – schreibt sich meine Studie ein.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Vor einigen Jahren gab es eine aufgeregt geführte Debatte um eine Ausstellung über Kunstwerke, die sich mit der RAF auseinandersetzen. Die Kritiker_innen dieser Ausstellung kritisierten eine Ästhetisierung (und damit angebliche Verharmlosung) des Terrors. Mit ihnen würde ich gerne über die Leistungsfähigkeit der Ästhetisierung diskutieren.

Und natürlich würde ich gerne mit den Autor_innen der Bücher, die ich untersuche, ins Gespräch kommen.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Terror ist ein Phänomen der Unlesbarkeit, das ohne die Literatur auch unlesbar bliebe.

O-Ton: »Wie kann Terror erzählt werden?« – Jesko Bender im Gespräch bei WDR 5 Scala am 11.09.2017.
http://bit.ly/2ffUUl6
Autor_in(nen)
Jesko Bender
Buchtitel
9/11 erzählen Terror als Diskurs- und Textphänomen
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
276
Ausstattung
kart.
ISBN
978-3-8376-4014-4
DOI
10.14361/9783839440148
Warengruppe
1563
BIC-Code
DSB JPWL
BISAC-Code
LIT004170 LIT000000 POL037000
THEMA-Code
DSB JPWL
Erscheinungsdatum
2017-07-05
Auflage
1
Themen
Gewalt, Literatur, Amerika
Adressaten
Literaturwissenschaft, Kulturwissenschaft
Schlagworte
Deutsche Gegenwartsliteratur, Germanistik, Terror, 9/11, Terrorismus, Erzählen, Erzähltheorie, Ulrich Peltzer, Katharina Hacker, Paulus Hochgatterer, Politik, Kunst, Literatur, Gewalt, Amerika, Allgemeine Literaturwissenschaft, Literaturwissenschaft

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