Die Jüdische Oberschule in Berlin

Identität und jüdische Schulbildung seit 1993

Als erstes jüdisches Gymnasium in Deutschland nach dem Nationalsozialismus war der Jüdischen Oberschule zur Eröffnung 1993 Aufmerksamkeit gewiss. Die Schule startete mit 27 Kindern. Heute besuchen mehr als 400 junge Menschen das Gymnasium – Zeit, Bilanz zu ziehen und zu fragen, wie die Schule die Identität ihrer Schülerschaft geprägt hat.

In ausführlichen Interviews ergründen 23 Ehemalige, was ihnen die Jüdische Oberschule bedeutet. Ergänzt um eine historische Einführung und vier Fallporträts entsteht so das Bild einer einzigartigen Bildungseinrichtung. Sandra Anusiewicz-Baer gelingt zugleich eine Darstellung der Bedingungen und Gestaltungsmöglichkeiten jungen jüdischen Lebens in Deutschland heute.

 

Auszeichnung

Sonderpreis »Judentum und Antisemitismus« des Humboldt-Preises 2017

39,99 € *

2017-10-04, 410 Seiten
ISBN: 978-3-8376-4019-9

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Sandra Anusiewicz-Baer

Sandra Anusiewicz-Baer, Zacharias Frankel College, Deutschland

... mit Sandra Anusiewicz-Baer

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Jüdische Schulen gelten als Garant für die Vermittlung jüdischen Wissens und die Stärkung jüdischer Identität. Die Jüdische Oberschule in Berlin besteht seit mehr als 25 Jahren und es war Zeit für einen Reality-Check. Ich habe mich gefragt, was bei den Schülerinnen und Schülern von all den pädagogischen Bemühungen ankommt und wollte eine Bestandsaufnahme machen, ob und was konkret die Jüdische Oberschule zur Identitätsentwicklung ihrer Schüler beiträgt?

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Während Juden in der deutschen Gesellschaft eine Promille-Minderheit darstellen, deren Identitätskonstruktion immer auf ein Übergewicht an Fremdbildern stößt, gelingt es den Schülern der Oberschule ihr eigenes Bild vom Judentum zu entwickeln. So schaffen sich die Jugendlichen ein ›Biotop jüdischer Mehrheitsgesellschaft‹, wie das ein Absolvent nennt, das ihnen die Möglichkeit bietet, ein Selbstbild zu entwerfen, das sich nicht allein an der Vorstellungwelt der Nichtjuden oder an der orthodoxen Definition orientiert.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Als ›staatlich anerkannte Ersatzschule‹ ist die Analyse der Oberschule für die Privatschulforschung interessant. Hier zeigen sich alle Debatten in verdichteter Form, sei es das Elitedenken und die Anspruchshaltung der Eltern oder das Verhältnis von allgemeinen Inhalten und spezifischem Profil. Die Erkenntnisse, inwieweit eine soziale, politische und ökonomische Integration von Kindern unterschiedlicher Herkunft in die deutsche Gesellschaft durch Bildung gelingen kann, kommen der Migrationsforschung zugute.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Zuallererst mit den Eltern meiner Interviewpartner. Ich würde gern wissen, ob sich meine Interpretationen mit ihren Ansichten decken – auch um ausloten zu können, inwieweit die Schule in die gesamte Familie hineingewirkt hat. Außerdem hätte ich große Lust meine Ergebnisse mit Helena Miller zu diskutieren, der Herausgeberin des International Handbook of Jewish Education, das alle wichtigen Forschungen und Erkenntnisse zu jüdischer Bildung der letzten Jahre versammelt.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Ein Buch für alle, die wissen wollen, wie eine jüdische Schule in Deutschland Denken, Fühlen und Handeln ihrer Schüler beeinflusst.

O-Ton: »Wie Schule die jüdische Identität prägt« – Sandra Anusiewicz-Baer im Interview beim Deutschlandfunk am 05.01.2018.
http://bit.ly/2DhATVb
O-Ton: »Schaffung und Bewahrung jüdischer Identität« – Sandra Anusiewicz-Baer im Gespräch bei AVIVA am 08.11.2017.
http://bit.ly/2zsTnje
Besprochen in:
jüdisches Berlin, 20 (2017), Hauke Cornelius
Autor_in(nen)
Sandra Anusiewicz-Baer
Buchtitel
Die Jüdische Oberschule in Berlin Identität und jüdische Schulbildung seit 1993
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
410
Ausstattung
kart.
ISBN
978-3-8376-4019-9
DOI
10.14361/9783839440193
Warengruppe
1572
BIC-Code
JNA JFSR1
BISAC-Code
EDU036000 SOC049000 EDU040000 SOC026000
THEMA-Code
JNA QRJP
Erscheinungsdatum
2017-10-04
Auflage
1
Themen
Bildung, Judentum
Adressaten
Empirische Schulforschung, Biographieanalyse, Erziehungswissenschaft, Soziologie
Schlagworte
Jüdisches Gymnasium, Privatschule, Identität, Berlin, Grounded Theory, Bildung, Judentum, Bildungsforschung, Jüdische Studien, Bildungssoziologie, Pädagogik

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