Der Gefangene als Phantom

Anordnungen des Verschwindenmachens in Literatur und Medien

Der »hooded man« aus dem Abu-Ghraib-Folterskandal war 2004 medial omnipräsent und erhitzt seitdem Diskussionen über die Repräsentation von Gefangenschaft als Form der Selbst- und Fremdbeschreibung. Stephanie Siewert zeigt, dass die Inszenierungen von Gemeinschaft in Darstellungen der Gefangenschaft nicht neu sind. Ihre transnational angelegte Studie zeichnet nach, wie Literatur und Medien seit Mitte des 19. Jahrhunderts an der Herstellung und Dekonstruktion einer Phantom-Position beteiligt sind, die sich in der Moderne über verschiedene Strukturen der Bannung manifestiert. Dabei wird das Wechselspiel ethnischer, sozialer und geschlechterspezifischer Zuschreibungen in den ästhetischen Anordnungen und Verfahren des Verschwindenmachens betont.

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2017-09-29, 302 Seiten
ISBN: 978-3-8376-4023-6

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Stephanie Siewert

Stephanie Siewert, Universität Stuttgart, Deutschland

... mit Stephanie Siewert

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Das Thema Gefangenschaft ist ein in ontologischer und ethischer Hinsicht zentrales Motiv in Kunst und Medien. In den Repräsentationen des Gefangenen verdichten sich Krisen gesellschaftlicher Teilhabe. Die Wahrnehmung von Gefangenschaft wird nicht zuletzt durch mediale Aufmerksamkeitsökonomien gesteuert. Das Buch zeigt die Kontinuität in den Darstellungen des Gefangenen und betont die Aktualität fiktionaler Entwürfe der Gefangenschaft.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Das Buch bietet einen erweiterten Gefangenschaftsbegriff sowie transnationale und transhistorische Perspektiven auf ein prominentes Phänomen. Der Gefangene als Phantom und die Orte seiner Bannung in Literatur und Medien erscheinen als Figurationen globaler Prozesse und (post-)kolonialer Strukturen.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Das Buch möchte einen Beitrag zu aktuellen Debatten der transnationalen Kulturwissenschaft liefern. Besonders die Darstellungen des Gefangenen in Zeiten des Terrors und ihre Bedeutung für nationale Narrative haben nicht an Relevanz eingebüßt.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Joseph Vogl.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Der Gefangene als Phantom untersucht Strategien des Verschwindenmachens in Literatur und Medien als Aushandlungsprozesse nationaler Selbstbeschreibungen.

Autor_in(nen)
Stephanie Siewert
Buchtitel
Der Gefangene als Phantom Anordnungen des Verschwindenmachens in Literatur und Medien
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
302
Ausstattung
kart.
ISBN
978-3-8376-4023-6
DOI
10.14361/9783839440230
Warengruppe
1562
BIC-Code
DSB JFD APFA JHB RGC
BISAC-Code
LIT000000 PER004030 SOC026000
THEMA-Code
DSB JBCT ATF JHB RGC
Erscheinungsdatum
2017-09-29
Auflage
1
Themen
Literatur, Film, Raum, Fernsehen
Adressaten
Kulturwissenschaft, Vergleichende Literaturwissenschaft, Filmwissenschaft, Anglistik, Amerikanistik
Schlagworte
Gefangenschaft, Film, Literatur, Westeuropa, USA, Hooded Man, Abu Ghraib, Folter, Folterskandal, Postkoloniale Studien, Raum, Kulturgeschichte, Allgemeine Literaturwissenschaft, Literaturwissenschaft

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