Von Heroen und Individuen

Sozialistische Mytho-Logiken in DDR-Prosa und DEFA-Film

Das Heldennarrativ des Sozialistischen Realismus ist als Vermittlungsform eines politischen Mythos der Moderne zu verstehen, der in der DDR vor allem durch massenkompatible Prosatexte und DEFA-Filme etabliert werden sollte. Je nach Mythentheorie (Barthes, Blumenberg oder Lévi-Strauss) wird ein anderer Aspekt des Phänomens deutlich und ergibt in der Summe ein differenziertes Bild einer ideologisierten Kulturentwicklung. Stefan Elits Analyse einer Reihe von einstmals bedeutenden, aber zum Teil in Vergessenheit geratenen DDR-Romanen und -Spielfilmen setzt sich mit einer Mythen-Kulturpolitik auseinander, deren kollektivistisches Ziel zunehmend in der Aporie eines sozialistischen Individualismus scheiterte.

34,99 € *

2017-09-07, 266 Seiten
ISBN: 978-3-8376-4038-0

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Stefan Elit

Stefan Elit, Universität Paderborn, Deutschland

... mit Stefan Elit

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Meines Erachtens stand für Literatur- und Filmwissenschaft aus, das Heldennarrativ des DDR-Sozialismus insbesondere für die Umsetzung in ›massenwirksamen‹ Medien wie Roman, Kino- und Fernsehfilm tiefergehend hinsichtlich Strukturlogik und Entwicklung zu erfassen.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

In dem Buch versuche ich mithilfe wichtiger Mythentheorien und der florierenden neueren politischen Mythenforschung eine narrato- bzw. eben mytho-logisch umfassendere Perspektive gegenüber einer für mich exemplarischen Zahl von Romanen und Filmen der DDR einzunehmen. Aus dieser Perspektive zeigt sich, wie in den Werken ein ›Kunstmythos‹ (Blumenberg) beim Versuch, sich zu verstetigen, in mehrfacher Aporie scheitert.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Zum einen: Die Aufarbeitung der sozialistischen DDR-Kunst in einem engeren Sinne, d.h. von heute teils verpönten, teils schlicht vergessenen Werken, benötigt immer wieder einen neuen ›Schub‹, eine Perspektive, die sie in verschiedenen Fachkreisen überhaupt interessant macht. Zum anderen: Die DDR-Kulturgeschichte kann vermutlich gerade erst mit dem nötigen Abstand betrachtet werden, und dazu möchte mein Buch eine bestimmte Facette beitragen.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Natürlich am liebsten noch – soweit möglich – mit sozialistischen ›Kunstschaffenden‹, deren Werke ich analysiert habe, aber genauso gespannt bin ich auf Feedback aus dem Kreis interessierter Literatur-, Film- und Politikwissenschaftler_innen oder auch Kulturanthropolog_innen.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Prosa und Spielfilm der DDR sind gescheitert beim Versuch, Sozialismus als kollektivistischen Mythos nachhaltig zu narrativieren und ihn zu ›individualisieren‹.

Besprochen in:
www.hhprinzler.de, 09.11.2017, Hans Helmut Prinzler
Autor_in(nen)
Stefan Elit
Buchtitel
Von Heroen und Individuen Sozialistische Mytho-Logiken in DDR-Prosa und DEFA-Film
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
266
Ausstattung
kart.
ISBN
978-3-8376-4038-0
DOI
10.14361/9783839440384
Warengruppe
1563
BIC-Code
DSB JFD APFA HBTB
BISAC-Code
LIT004170 PER004030 HIS054000
THEMA-Code
DSB JBCT ATF NHTB
Erscheinungsdatum
2017-09-07
Auflage
1
Themen
Film, Literatur, Kulturgeschichte
Adressaten
Literaturwissenschaft, Germanistik, Filmwissenschaft, Kulturwissenschaft, Politikwissenschaft, Geschichtswissenschaft
Schlagworte
DDR, DDR-Literatur, DEFA, Film, DDR-Romane, DDR-Spielfilme, Politischer Mythos, Realismus, Sozialismus, Mythentheorie, Barthes, Blumenberg, Lévi-Strauss, Literatur, Mythen-Kulturpolitik, Kulturgeschichte, Kulturentwicklung, Germanistik, Allgemeine Literaturwissenschaft, Literaturwissenschaft

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