Religiöse Sozialisation in muslimischen Familien

Eine vergleichende Studie

Die religiöse Sozialisation von muslimischen Kindern und Jugendlichen in ihren Familien stellt in Deutschland ein noch weitestgehend unerforschtes Themengebiet dar. Ausgehend von der Fragestellung, welchen Einfluss Moscheen, Kindertagesstätten und Schulen, aber auch die Peers, Medien und die Gesellschaft auf die religiöse Sozialisation von muslimischen Kindern haben, rückt Ayse Uygun-Altunbas erstmalig muslimische Familien ins Zentrum der Analyse und greift hierzu die Perspektive der Eltern auf.

Die qualitative Analyse zeichnet eine differenzierte Typologie der religiös-muslimischen Erziehungsvorstellungen nach und präsentiert typspezifische Merkmale der Familienreligiosität, Vermittlungsformen der religiösen Erziehung sowie weitere sozialisationsrelevante Einflüsse.

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2017-07-10, 484 Seiten
ISBN: 978-3-8376-4047-2

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Ayse Uygun-Altunbas

Ayse Uygun-Altunbas, Deutschland

... mit Ayse Uygun-Altunbas

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Fragen einer muslimischen Religiosität und der religiösen Erziehung in muslimischen Familien haben insbesondere durch die Debatten um die Einführung des Islamischen Religionsunterrichts, aufgrund der anhaltenden Auseinandersetzung um das Tragen des Kopftuches und der drängenden Fragen nach den Ursachen von Radikalisierung muslimischer Jugendlicher an Bedeutung gewonnen. Auch bei vielen Überlegungen zur Integration muslimischer Kinder und Jugendlicher geriet die Familie und hier speziell die religiöse Erziehung in der Familie in den Blick von Wissenschaft, Politik und pädagogischer Praxis. Nicht selten wurde und wird der muslimischen Familie unreflektiert ein negativer Einfluss zugeschrieben, empirische Studien bei den Familien selbst fehlten jedoch weitgehend. Es wird hier eine empirische Untersuchung vorgelegt, die qualitativ vorgehend ein differenziertes Bild von der religiösen Sozialisation muslimischer Kinder in ihren Familien zeichnet. Dabei werden sowohl die religiösen Erziehungsziele, die Religiosität als auch das praktische Erziehungshandeln erhoben. Das Aufwachsen in einer religiös-muslimischen Familie wird nicht unter dem Gesichtspunkt einer Gefährdung, sondern die aus religiöser Sozialisation entstehenden Wertemuster werden (auch) als Ressource dargestellt. Konfliktlinien und Schwierigkeiten werden nicht ausgeblendet. Verständnis für das religiöse Aufwachsen muslimischer Kinder und eine Auseinandersetzung mit den Bedürfnissen und Zielen der Eltern verbessert die Basis für das Zusammenleben in der pluralistischen Gesellschaft.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Die Bedeutung der religiösen Erziehung und Sozialisation in Familien wird in diesem Buch erstmalig aus der Perspektive muslimischer Eltern empirisch untersucht. Die religiöse Sozialisation von Kindern und Jugendlichen findet nicht, wie oftmals angenommen, in einem Vakuum statt, sondern sie ist als ein hochkomplexer Prozess zu verstehen, der sich beginnend im Elternhaus als primären Sozialisationsort in weiteren sozialen Kontexten vollzieht. Die Studie bietet eine differenzierte und umfassende Analyse religiöser Sozialisationsprozesse in dieser Gesellschaft und beugt damit Stereotypisierungen und klischeehafter Vorurteilsbildung vor, die häufig zulasten ›muslimischer Familien‹ im Raum stehen. Sie ermöglicht ferner insbesondere Pädagog_innen aber auch anderen Berufsgruppen, die sich muslimischen Kindern tagtäglich widmen, Einblicke in muslimische Lebenswelten und eröffnet den Weg muslimische Familien aus ihrem eigenen Selbstverständnis heraus zu verstehen. Sie bietet damit die Basis für eine sachliche und diskursive Auseinandersetzung mit religiösen Themen.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Durch die Untersuchung wurde ein Forschungsdesiderat aufgegriffen. Die Studie erlaubt es, religiöse Sozialisation auch auf Grundlage einer Typenbildung differenziert zu diskutieren.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Ich würde mich insbesondere gerne mit Pädago_innen, Lehrer_innen, Religionslehrer_innen, Seelsorger_innen, Therapeut_innen, die mit Muslimen und muslimischen Kindern und Jugendlichen in Beziehung stehen, über dieses Thema austauschen. Ich würde auch gerne mit Religionspädagog_innen und Religionsforscher_innen an Universitäten diskutieren.

5. Ihr Buch in einem Satz

Wie wird ein Kind in einer muslimischen Familie religiös und welche Faktoren tragen dazu bei?

»Die vorliegende Dissertation kann eine Hilfe sein, die religiöse Sozialisation muslimischer Schüler besser zu verstehen.«
Stefan Barz, Zeitschrift für Didaktik der Philosophie und Ethik, 1 (2018)
Besprochen in:
BZgA-InfoDienst Migration, 4 (2017)
IDA-NRW, 3 (2017)
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit, Rundbrief, 3 (2017)
Autor_in(nen)
Ayse Uygun-Altunbas
Buchtitel
Religiöse Sozialisation in muslimischen Familien Eine vergleichende Studie
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
484
Ausstattung
kart., Abb.
ISBN
978-3-8376-4047-2
DOI
10.14361/9783839440476
Warengruppe
1545
BIC-Code
JFSR2 JNA
BISAC-Code
SOC048000 SOC039000 EDU036000
THEMA-Code
QRPP JBSR JNA
Erscheinungsdatum
2017-07-10
Auflage
1
Themen
Islam, Religion, Bildung
Adressaten
Erziehungswissenschaften, Soziologie, Religionswissenschaften, Islamische Religionspädagogik, Islamische Theologie
Schlagworte
Islam, Muslime, Familie, Religiöse Sozialisation, Religiöse Erziehung, Religion, Bildung, Islamwissenschaft, Religionssoziologie, Bildungsforschung, Pädagogik

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