Die Volkskrankheit

Tuberkulosebekämpfung in der NS- und in der Besatzungszeit im Bezirk Oldenburg-Bremen

Noch in den 1950er Jahren war Tuberkulose in Deutschland eine verbreitete Volkskrankheit, die häufig tödlich verlief. Im Nationalsozialismus hatten staatliche Überwachung und Zwangsmaßnahmen bis hin zu Krankenmordaktionen den Alltag der Betroffenen bestimmt. Alfred Fleßner untersucht die stationäre Versorgung und Unterbringung von Tuberkulosekranken im Bezirk der früheren Landesversicherungsanstalt Oldenburg-Bremen. Er zeigt, wie sie im Zweiten Weltkrieg ein System der Ausdifferenzierung von Patienten organisierte, das zu einem Anstieg der Sterbefälle und der schweren Erkrankungen führte und auch über das Kriegsende hinaus wirkte.

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2017-09-29, 178 Seiten
ISBN: 978-3-8376-4062-5

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Alfred Fleßner

Alfred B. Fleßner, Oldenburg, Deutschland

... mit Alfred Fleßner

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Auslöser war ein Fund verloren geglaubter Akten der früheren Landesversicherungsanstalt Oldenburg-Bremen. Sie stammen aus der Zeit zwischen 1933 und 1971 und dokumentieren die Behandlung von Tuberkulosekranken in den Heilstätten und Krankenhäusern des Rentenversicherungsträgers. An ihnen konnte erstmals genauer untersucht werden, ob Patienten in diesen Einrichtungen Opfer des nationalsozialistischen Krankenmords geworden waren.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Das Buch rückt ins Blickfeld, dass die Behandlung von Tuberkulosekranken im Nationalsozialismus – jenseits von Krankenmordaktionen – massiv eingeschränkt und die Ausbreitung der Krankheit entgegen den Bekenntnissen zu Volksgemeinschaft und Volksgesundheit in Kauf genommen wurde. Selbst dabei ging es den meisten Deutschen allerdings besser als den tuberkulosekranken ausländischen Zwangsarbeitern, die bis zur Besatzungszeit so gut wie gar nicht medizinisch versorgt wurden.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Die Untersuchung ist ein Beitrag zur Alltagsgeschichte des Nationalsozialismus, zur Aufarbeitung der Geschichte der Deutschen Rentenversicherung und zur Frage der Kontinuität gesundheitspolitischen Verwaltungshandelns im und nach dem Nationalsozialismus.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit Menschen, die davon sprechen, dass ›unter Hitler nicht alles schlecht‹ gewesen sei.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Eine Möglichkeit, die Begrenzung gesellschaftlicher Ressourcen zu organisieren, ist ungleiche Verteilung.

Autor_in(nen)
Alfred Fleßner
Buchtitel
Die Volkskrankheit Tuberkulosebekämpfung in der NS- und in der Besatzungszeit im Bezirk Oldenburg-Bremen
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
178
Ausstattung
kart.
ISBN
978-3-8376-4062-5
DOI
10.14361/9783839440629
Warengruppe
1558
BIC-Code
HBJD MBX HBLW
BISAC-Code
HIS014000 MED051000 HIS037070
THEMA-Code
NHD MBX
Erscheinungsdatum
2017-09-29
Auflage
1
Themen
Medizin, Kulturgeschichte
Adressaten
Zeitgeschichte, Medizingeschichte, Medizinethik, Sozialgeschichte, Gesundheitspolitik sowie die interessierte Öffentlichkeit
Schlagworte
Tuberkulose, Nationalsozialismus, Besatzungszeit, Deutsche Rentenversicherung Oldenburg-Bremen, Nachkriegszeit, Krankenmordaktion, Volkskrankheit, Kulturgeschichte, Medizin, Deutsche Geschichte, Medizingeschichte, Geschichte des 20. Jahrhunderts, Zeitgeschichte, Geschichtswissenschaft

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