Postpartale Depression und »weibliche Identität«

Psychoanalytische Perspektiven auf Mutterschaft

Die Schwere und Häufigkeit der post-partum-Störungen weisen darauf hin, dass es eine Verbindung zwischen der Konstitution einer weiblichen Identität und den sich daraus ergebenden Frustrationen und Enttäuschungen geben muss. Catherine-Olivia Moser untersucht die Wirkungen der Mutterschaft auf das Selbstverständnis der Weiblichkeit, die von den Krisenmomenten in der Schwangerschaft bis zum Krisenpunkt der Entbindung reichen. Der blaue Mond der Depression als Metapher einer leidenden Darstellung der Mütterlichkeit erscheint dabei weniger als Zustand, sondern als ein konfliktbehafteter Fehlentwicklungsprozess innerhalb der Struktur des Begehrens, was die transgenerationale Weitergabe der Weiblichkeit unterstreicht.

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2018-03-14, 386 Seiten
ISBN: 978-3-8376-4068-7

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Catherine-Olivia Moser

Catherine-Olivia Moser, Psychoanalytikerin Neu-Ulm, Deutschland

... mit Catherine-Olivia Moser

1.Warum ein Buch zu diesem Thema?

Mir geht es primär um die Deutung der unbewussten Reichweite der postpartalen Depression als eine Manifestation des Konflikts für die Frau zwischen Weiblichkeit und Mutterschaft. Die Entwicklung jeder Frau bringt die gesellschaftliche Tradition mit der Familienkonstellation in Zusammenhang. Da das Traumatische in den Familien oft unzugänglich, verstellt oder abgespalten ist, tragen die Mädchen infolge ihrer schwierigen Identifizierungen mit dem Leid ihrer Mütter und Großmütter eine besondere Last, die es zu verstehen gilt.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

In Anlehnung an Freuds ›Erinnern, Wiederholen und Durcharbeiten‹ zeigt meine Arbeit eine neue Konzeptualisierung der mütterlichen Depression: Postpartale Depression (ppd.) ist nicht eine fatale Krankheit der Mutterschaft, sondern eine Konsequenz der Weiblichkeitsentwicklung. Daher bringe ich theoretische, klinische und ästhetische Ansätze auf der Grundlage etlicher Fallbeispiele miteinander in Verbindung.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Es wird oft behauptet, dass die postpartale Depression einen Effekt der hormonellen Umstellung darstellt, und durch medikamentöse Behandlung nach einigen Wochen oder Monaten verschwinden wird. Meine Erfahrung zeigt, dass die zukünftige Generation infolge der problematischen Identifizierungen mit dem Weiblichen die Wiederholung des unbewussten Inhalts immer weiter fortsetzen wird, solange die Auseinandersetzung mit den Familientraumata nicht stattgefunden hat.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit meinen Mentoren für das Buch: Freud, Lacan, Dolto, Kofman, sowie den betroffenen Familien, aber gern auch entsprechend kontrovers mit Gynäkologen und Psychiatern und mit den Vertretern der Erblichkeit der Depression, um neue Perspektiven zu eröffnen.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Eine Abhandlung über die theoretischen Grundlagen der ppd, die als Basis für die praktische Anleitung zu ihrer Erkennung/ Behandlung dienen.

Autor_in(nen)
Catherine-Olivia Moser
Buchtitel
Postpartale Depression und »weibliche Identität« Psychoanalytische Perspektiven auf Mutterschaft
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
386
Ausstattung
kart., zahlr. Abb.
ISBN
978-3-8376-4068-7
DOI
10.14361/9783839440681
Warengruppe
1535
BIC-Code
JMAF JFSJ
BISAC-Code
PSY026000 PSY000000 SOC032000
THEMA-Code
JMAF JBSF
Erscheinungsdatum
2018-03-14
Auflage
1
Themen
Geschlecht, Psychoanalyse
Adressaten
Psychoanalyse, Psychotherapie, Philosophie, Ethik, Ästhetik sowie Praktiker_innen in den Bereichen Geburtshilfe und Gynäkologie
Schlagworte
Postpartale Depression, Peripartale Dekompensation, Begehren, Transgenerationale Weitergabe, Lacans Konzept, Schwangerschaft, Entbindung, Geburt, Psychoanalyse, Gender, Psychologie, Gender Studies

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