Desartikulation statt Transitional Justice?

Subalterne Perspektiven in der kolumbianischen Vergangenheitsbewältigung

Zur Aufarbeitung des bewaffneten Konflikts zwischen Paramilitärs, Guerillas und Staat in Kolumbien werden seit den 2000er Jahren Maßnahmen der Vergangenheitsaufarbeitung implementiert. Unter Rückgriff auf postkoloniale Ansätze und gramscianische Perspektiven zeigt Sarah Helen Sott, wie sich im Konflikt entstandene Herrschaftsverhältnisse trotz der Formen von transitional justice weiter fortsetzen. Am Beispiel afrokolumbianischer, indigener und gewerkschaftlicher Positionen analysiert sie die Desartikulation und Exklusion subalterner Gruppen und macht sichtbar, dass eine grundlegende soziale Transformation notwendig ist, um die strukturellen Ursachen des gewaltsamen Konflikts zu überwinden.

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2017-08-28, 362 Seiten
ISBN: 978-3-8376-4072-4

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Sarah Helen Sott

Sarah Helen Sott, Arbeit und Leben Hamburg, Deutschland

... mit Sarah Helen Sott

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Die Aufarbeitung von Menschenrechtsverletzungen in Kolumbien ist ein zentraler Bestandteil zivilgesellschaftlicher Forderungen vor Ort. In der offiziellen Debatte bekommen jedoch marginalisierte Perspektiven oftmals wenig bis gar keinen Raum. Wie aufgearbeitet werden soll, ist weiterhin umkämpft. Dieses Buch bietet einen Fokus auf die Stimmen afrokolumbianischer, indigener und gewerkschaftlicher Forderungen in Kolumbien, die zu einem alternativen Verständnis der Machtverhältnisse in kolumbianischen Konflikt beitragen können.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Zum einen ermöglicht es ein Verständnis über die kolumbianischen Machtverhältnisse aus einer kritischen postkolonialen Perspektive, die durch theoretische Ansätze Antonio Gramscis erweitert wurde. Zum anderen bietet es einen kritischen Analyserahmen auch für zukünftige Aufarbeitungsspolitiken in Kolumbien und darüber hinaus. Es zeigt dabei vor allem afrokolumbianische, indigene und gewerkschaftliche Perspektiven auf den Konflikt und die darin zugrundeliegenden gesellschaftlichen Machtverhältnisse, die bisher im deutschsprachigen Raum wenig Beachtung finden.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Der andauernde kolumbianische Friedensprozess ist gegenwärtig einer der zentralen Forschungsbereiche der transitional justice. Das Buch leistet einen Beitrag zu den bisher wenigen postkolonialen Studien innerhalb der Disziplin und rückt Perspektiven von Opfergruppen ins Zentrum.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit allen Interessierten und all jenen, die sich für eine machtkritische und emanzipatorische gesellschaftliche Ordnung in Kolumbien engagieren, vor allem auch in alltäglichen Kämpfen.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Die Analyse indigener, gewerkschaftlicher und afrokolumbianischer Positionen zeigt: Vergangenheitsaufarbeitung erfordert tiefgreifende soziale Transformationen.

Besprochen in:
http://www.centrum3.at, 11 (2017)
http://www.frauensolidaritaet.org, 11 (2017)
Autor_in(nen)
Sarah Helen Sott
Buchtitel
Desartikulation statt Transitional Justice? Subalterne Perspektiven in der kolumbianischen Vergangenheitsbewältigung
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
362
Ausstattung
kart.
ISBN
978-3-8376-4072-4
DOI
Warengruppe
1510
BIC-Code
HBTR JFFM JFC
BISAC-Code
POL045000 SOC050000 SOC022000
THEMA-Code
NHTR JBFQ JBCC
Erscheinungsdatum
2017-08-28
Auflage
1
Themen
Postkolonialismus, Gewalt, Rassismus, Erinnerungskultur, Soziale Ungleichheit
Adressaten
Soziologie, Friedens- und Konfliktforschung, Sozialwissenschaften, Politikwissenschaften sowie Friedensaktivist_innen
Schlagworte
Postkoloniale Theorie, Antonio Gramsci, Kolumbien, Vergangenheitsaufarbeitung, Transitional Justice, Postkolonialismus, Soziale Ungleichheit, Erinnerungskultur, Lateinamerika, Soziologie

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