Das Bildungsimperium

Zur Geschichte des amerikanisch-australischen Stipendienprogramms im Colombo-Plan 1949–1960

Zu Beginn des Kalten Krieges hinterließ der imperiale Wandel in Südostasien und Australien durch den Zerfall des britischen Empires ein Machtvakuum im Pazifikraum, das die USA zu füllen versuchten. Mit dem Ziel, ein »intellektuelles Bollwerk« gegen den chinesischen und sowjetischen Kommunismus zu schaffen, wurde das Stipendienprogramm des »Colombo-Plan« ins Leben gerufen, das Studienplätze für zukünftige Multiplikatoren an einer westlichen Universität in Australien förderte.

Die Studie von Christoph Ellßel ermöglicht vor dem Hintergrund dieser amerikanischen Zukunftsvision des Pazifikraumes eine neue Perspektive auf die heutige politische Rolle der Weltmacht USA.

44,99 € *

2017-11-09, 320 Seiten
ISBN: 978-3-8376-4127-1

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Christoph Ellßel

Christoph Ellßel, LMU München, Deutschland

... mit Christoph Ellßel

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Hinsichtlich der Nachkriegszeit in Südostasien und Australien gibt es bisher nur wenige Untersuchungen, dabei sind die Dynamiken vor Ort sehr spannend und helfen bei der Einordnung gegenwärtiger Situationen. Außerdem wird die Rolle Australiens und Südostasiens im Kalten Krieg sehr oft auf das Schlagwort ›Vietnam‹ reduziert – das spielt ohne Zweifel eine wichtige Rolle in der Erinnerungskultur, aber die militärische Auseinandersetzung zwischen beiden Machtblöcken war das Ergebnis eines vorangegangen Prozesses.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Die Frage vom Verhältnis von Imperien zu Bildung ist zwar schon häufiger Thema gewesen, aber sich ganz konkret die Vorstellungen und Erwartungen eines imperialen Wandels durch Bildung vor Augen zu führen, ermöglicht tatsächlich ein geschärftes Verständnis der Funktionsweise moderner Imperien. Das Thema ›Bildung‹ wurde lange Zeit als erstrebenswerte und ›wertfreie‹ Position begriffen: Das natürlich mit dem Angebot von Bildung auch ganz handfeste politische Ziele verfolgt wurden, ermöglicht natürlich neue Analysemöglichkeiten.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Neben der gut untersuchten und immer noch ertragreichen transatlantischen Verbindung rücken zunehmend auch andere Weltregionen in den Aufmerksamkeitshorizont der Forschung: So wie hier die transpazifischen Entwicklungen, die bis heute Auswirkungen auf globale politische Entwicklungen haben. Darüber hinaus ist gerade das Thema des imperialen Wandels und der Rolle von Bildung hierbei ein interessanter Aspekt momentaner Forschungsdebatten.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Am spannendsten fände ich tatsächlich eine Diskussion mit einem der handelnden Akteure der Zeit – beispielsweise dem australischen Außenminister Percy Spender. Sein Verständnis von Bildung und der Optimismus, der damit verbunden war – abseits ganz rationaler politischer Überlegungen und Notwendigkeiten des ›heißer‹ werdenden Kalten Krieges – würde mich interessieren. In einigen der zahllosen ausgewerteten Dokumenten wird immer wieder deutlich, wie sehr er auch persönlich begeistert vom Förderprogramm des Colombo-Planes war.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Die Rolle der Bildung über den ›Umweg‹ Australien für den Aufstieg des American Empire in Süd- und Südostasien zu Beginn des Kalten Krieges.

Autor_in(nen)
Christoph Ellßel
Buchtitel
Das Bildungsimperium Zur Geschichte des amerikanisch-australischen Stipendienprogramms im Colombo-Plan 1949–1960
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
320
Ausstattung
kart.
ISBN
978-3-8376-4127-1
DOI
10.14361/9783839441275
Warengruppe
1558
BIC-Code
HBJK JNA HBG
BISAC-Code
HIS036000 EDU016000 HIS037000
THEMA-Code
NHK JNB NHB
Erscheinungsdatum
2017-11-09
Auflage
1
Themen
Bildung, Kulturgeschichte, Amerika
Adressaten
Geschichte, Politikwissenschaft, Philosophie, Amerikanistik sowie die interessierte Öffentlichkeit
Schlagworte
USA, Colombo-Plan, Imperium, Südostasien, Australien, Kalter Krieg, Amerika, Kulturgeschichte, Bildung, Amerikanische Geschichte, Bildungsgeschichte, Globalgeschichte, Geschichte des 20. Jahrhunderts, Geschichtswissenschaft

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