Politischer Pessimismus

Negative Weltkonstruktion und politische Handlungs(un)möglichkeit bei Carl Schmitt, Michel Foucault und Giorgio Agamben

»Pessimismus« – Das Schlagwort Pessimismus verleitet dazu, auf weitere Definitionsversuche zu verzichten. Ausgehend vom wissenschaftlichen Diskurs über Pessimismus entwickelt Jan-Paul Klünder deshalb ein idealtypisches Kategoriensetting dieses diffusen und vielschichtigen Begriffs, um die Werke von Carl Schmitt, Michel Foucault und Giorgio Agamben nicht nur zu vergleichen, sondern ebenso mit der Kontingenz ihrer jeweiligen Wirklichkeitskonstruktion zu konfrontieren. Dabei zeigt sich ein widersprüchliches Verhältnis von Optimismus und Pessimismus in allen drei Theorien, wodurch deutlich wird, wie sich pessimistische Momente in den Gesamtzusammenhang dieser Weltbeschreibungen fügen.

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2017-11-10, 466 Seiten
ISBN: 978-3-8376-4151-6

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Jan-Paul Klünder

Jan-Paul Klünder, Philipps-Universität Marburg, Deutschland

... mit Jan-Paul Klünder

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Der Pessimismus-Begriff wird ständig gebraucht, dient dabei aber nur sehr selten der Selbstbezeichnung. Auch Schmitt und Agamben weisen eine solche Kategorisierung weit von sich, und Foucault will sie nur eingeschränkt gelten lassen. Dieser Widerspruch zwischen Selbst- und Fremdwahrnehmung dient mir als Ausgangspunkt bzw. Legitimation, um zu prüfen inwiefern sich pessimistische Momente in die komplexen Theoriengebäude der drei Vergleichsautoren einfügen.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Im Text werden zunächst Perspektiven aus unterschiedlichen akademischen Disziplinen auf das Phänomen des Pessimismus diskutiert und auf dieser Basis ein eigenes Kategoriensetting des politischen Pessimismus entwickelt. Mit diesem Idealtypus von Pessimismus (re-)konstruiere ich die Perspektiven, die Schmitt, Foucault und Agamben auf die Moderne werfen. Neu ist neben dieser Vergleichsperspektive ebenso die theorieimmanente Analyse der Performanz des Pessimismus.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Es gibt nur wenige aktuelle Titel, die sich exklusiv mit Pessimismus befassen, gleichwohl sind pessimistische Perspektiven – nicht nur im wissenschaftlichen Diskurs – omnipräsent. Pessimismus wird oft mit Schopenhauer und Nietzsche in Verbindung gebracht – ich erweitere diese Sicht, indem ich prüfe, inwiefern die drei Theoretiker des 20. und 21. Jahrhunderts ebenfalls dieser Tradition zugerechnet werden können. Bedeutung erhält meine Arbeit insbesondere durch die Wahl der drei prominenten Vergleichsautoren.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Da ich Carl Schmitt, Michel Foucault und Giorgio Agamben als Pessimisten bezeichne, alle drei Autoren diese Zuschreibung aber ablehnen, finde ich den Gedanken reizvoll, mit diesen drei Denkern über mein Buch zu streiten. Schmitt und Foucault leben nicht mehr, entsprechend würde ich gerne mit Agamben diskutieren.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Durch die Engführung auf den Begriff des Pessimismus werden drei gegenwärtig einflussreiche politische Theorien verglichen und neu interpretiert.

»Wie schlecht es [...] um die Prägnanz der Gesellschaftsanalysen der drei genannten Meisterdenker tatsächlich bestellt ist, tritt in Jan-Paul Klünders präziser und überaus belesenen Rekonstruktion ihres umfangreichen Werks immer wieder deutlich hervor.«
Martin G. Maier, Portal Ideengeschichte, 2 (2018)
Autor_in(nen)
Jan-Paul Klünder
Buchtitel
Politischer Pessimismus Negative Weltkonstruktion und politische Handlungs(un)möglichkeit bei Carl Schmitt, Michel Foucault und Giorgio Agamben
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
466
Ausstattung
kart.
ISBN
978-3-8376-4151-6
DOI
Warengruppe
1521
BIC-Code
HPS JPA
BISAC-Code
PHI019000 POL010000
THEMA-Code
QDTS JPA
Erscheinungsdatum
2017-11-10
Auflage
1
Themen
Politik
Adressaten
Politikwissenschaft, Soziologie, Philosophie
Schlagworte
Pessimismus, Kulturkritik, Carl Schmitt, Michel Foucault, Giorgio Agamben, Politik, Politische Philosophie, Politische Theorie, Politikwissenschaft, Philosophie

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