Organisierendes Arbeiten

Zur Performativität von Projekten

Was machen Menschen eigentlich, wenn sie in Projekten arbeiten? Die Frage mag trivial anmuten. Arbeits- und Organisationssoziologie haben Projekte erforscht, jedoch immer nur aus ihrem je spezifischen Blickwinkel. Yannick Kalff überwindet diese Trennung und nimmt die Performativität von Projekten in den Blick, welche sich aus zwei Komponenten zusammensetzt: In Projekten arbeiten Menschen an der Organisation – und sie organisieren ihre Arbeit. Für ein Verständnis der Selbstorganisation und der Planung in Projekten bietet diese Studie einen empirisch gestützten, konzeptionellen Rahmen, welcher die soziale Praxis und die konkreten organisierenden Tätigkeiten ausleuchtet.

39,99 € *

2018-01-27, 320 Seiten
ISBN: 978-3-8394-4156-5
Dateigröße: 2.25 MB

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Yannick Kalff

Yannick Kalff, Universität Osnabrück, Deutschland

... mit Yannick Kalff

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Projekte sind zwar oft Forschungsgegenstand in soziologischen Untersuchungen, mir hat jedoch immer ein übergreifender Blick gefehlt. Die mediale Aufmerksamkeit, welche Großprojekte erzeugen, – insbesondere wenn die Vorhaben aus dem Ruder laufen –, tut ihr übriges, um sich einmal konkret Gedanken über das Spezifische von Projekten zu machen. Der Form des Projekts kommt in unserer Zeit eine wachsende Bedeutung als Strukturierungsmechanismus zu.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Arbeits- und Organisationssoziologie haben Projekte aus ihrer jeweils eigenen Perspektive betrachtet. Meine Perspektive kombiniert beide Blickrichtungen und lenkt den Fokus auf das Performative. Hierdurch werden die blinden Flecken beider Soziologien ausgeleuchtet und ausgefüllt. Hierdurch wird deutlich, wie Arbeiten und Organisieren in Projekten als Tätigkeiten in eins fallen. So beschreibe ich, wie Arbeiten Organisation herstellt und wie diese Organisation die Arbeit wiederum strukturiert.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Arbeitssoziologisch schließen die Ergebnisse an Debatten zu immaterieller Arbeit, Managementhandeln und Selbstorganisation an. Selbstorganisation ist ein eigenartig schwammiger Begriff, da bisher kaum geklärt wurde, welche Tätigkeiten sich dahinter verbergen. Insbesondere organisationssoziologische Theoriedebatten betrachten vermehrt Praxis und Performativität des Organisierens und leuchten diese Leerstellen aus. Organisierendes Arbeiten ist die performative Tätigkeit in beiden Gebieten.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit Praktiker_innen! In der Projektpraxis gibt es radikale Gegensätze: Zum einen beharrt sie auf zertifiziertem und standardisiertem Wissen, das vorgibt, wie Projekte zu handhaben sind. Zum anderen werden diese Leitlinien und Regeln kreativ und performativ ausgelegt, überschritten oder schlicht ignoriert. Mit Wissenschaftskolleg_innen verspreche ich mir interessante Diskussionen über den soziologischen Gehalt der Temporalität der Macht- und Herrschaftsstrukturen des organisierenden Arbeitens.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Die Ambivalenz von Projekten liegt in Autonomie und Selbstorganisation sowie deren Einbettung in Macht- und Herrschaftsrelationen der Zeitstrukturen.

Autor_in(nen)
Yannick Kalff
Buchtitel
Organisierendes Arbeiten Zur Performativität von Projekten
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
320
ISBN
978-3-8394-4156-5
DOI
Warengruppe
1724
BIC-Code
JHBL KJU JHBA
BISAC-Code
SOC026000 BUS085000
THEMA-Code
JHBL KJU JHBA
Erscheinungsdatum
2018-01-27
Themen
Arbeit
Adressaten
Soziologie, Betriebswirtschaftslehre, Wirtschaftswissenschaften sowie Praktiker_innen im Bereich der Projektmanagementausbildung
Schlagworte
Organisation, Projekte, Selbstorganisation, Projektarbeit, Projektorganisation, Projektmanagement, Planung, Arbeit, Arbeits- und Industriesoziologie, Organisationssoziologie, Soziologische Theorie, Soziologie

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