Illegal und unsichtbar?

Papierlose Migrant*innen als politische Subjekte

Wie lebt es sich ohne Aufenthaltspapiere in Deutschland? Der Alltag illegalisierter Migrant*innen ist durch Entrechtungen geprägt.

Holger Wilcke zeigt, dass papierlose Migrant*innen dennoch nicht als passive Opfer missverstanden werden sollten, sondern vielmehr über Handlungsmacht verfügen: Sie arbeiten ohne Arbeitserlaubnis, sie organisieren sich Wohnraum, obwohl sie offiziell keinen Mietvertrag unterschreiben können, und sie verschaffen sich ohne Krankenversicherung Zugang zu medizinischer Versorgung. Als politische Subjekte nehmen sie sich – oft unwahrnehmbar – Rechte, die ihnen formal nicht zustehen, und transformieren unentwegt die Gesellschaft, welche ihre Ausschlüsse produziert.

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2018-01-15, 280 Seiten
ISBN: 978-3-8376-4197-4

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Holger Wilcke

Holger Wilcke, Berliner Institut für empirische Integrations- und Migrationsforschung (BIM), Berlin, Deutschland

... mit Holger Wilcke

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Weil illegalisierte Migration einen hochaktuellen Bereich gesellschaftspolitischer Auseinandersetzung und Transformation darstellt. An ihr lassen sich Einblicke in die Abgründe des europäischen Grenzregimes gewinnen.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

In meinem Buch wird illegalisierte Migration nicht als eine Chiffre für Probleme und Bedrohung verhandelt. Im Gegenteil stehen die gesellschaftskonstitutiven Momente im Vordergrund und Menschen ohne Aufenthaltsstatus werden als politische Subjekte verstanden. In diesem Sinne kommen in meinen Buch Illegalisierte selbst zu Wort und berichten aus ihren alltäglichen Leben und den diversen Umgangsstrategien mit vorgefundenen Ausschlussmechanismen.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

In der Mehrzahl der Studien über die Lebenssituationen von Menschen ohne Papiere in Deutschland stehen die Folgen ihrer Entrechtung im Vordergrund. Ohne diese auszusparen, nehme ich jedoch die Widerständigkeit der Illegalisierten zum Ausgangspunkt der Analyse. Denn Illegalisierte verfügen über Handlungsmacht um an gesellschaftlichen Prozessen zu partizipieren, von denen sie formal ausgeschlossen sind. So unterwandern sie die gesellschaftliche Ordnung, die ihre Ausschlüsse produziert.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Die widerständigen Praxen der Illegalisierten analysiere ich in Anlehnung an Jacques Rancière als Politik. Allerdings erweitere ich seine Ideen mit Ansätzen der Autonomie der Migration, mit der sich nicht nur jene Momente als Politik verstehen lassen, in denen die Anteilslosen hör-, sicht- und wahrnehmbar ihre Anteile einfordern und sich nehmen, sondern auch jene Strategien und Handlungen, die nicht auf Sichtbarkeit setzen. Gerne würde ich diese Erweiterung mit ihm diskutieren.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Als politische Subjekte nehmen sich Illegalisierte alltäglich Rechte, die ihnen formal nicht zustehen und stellen damit die bestehende gesellschaftliche Ordnung auf unwahrnehmbare Weise in Frage.

»Der Ansatz [...], diese Menschen als eigenständig handelnde Subjekte mit individuellen Überlebensstrategien darzustellen, macht das Buch interessant und lesenswert.«
Stefan Keßler, www.socialnet.de, 09.10.2018
»Ein klareres Bild über die Probleme, die mit fehlendem Aufenthaltsstatus einhergehen, aber auch über Handlungsmacht und Strategien von Illegalisierten, die die Bewältigung des Alltags möglich machen.«
Michael Jungwirth, www.kritisch-lesen.de, 10.07.2018
»Inhaltlich und formal ein tolles Werk, das sprachsensibel und alle wissenschaftlichen Standards berücksichtigend auf das Thema eingeht und zusätzlich spannend zu lesen ist.«
asyl aktuell, 1 (2018)
O-Ton: »Immer bemüht nicht aufzufallen«. Eine Besprechung von Manfred Götzke bei Deutschandfunk – Andruck am 05.03.2018.
http://bit.ly/2Ffds0D
Besprochen in:
Begegnungszentrum für aktive Gewaltlosigkeit, Rundbrief, 1 (2018)
BZgA, 2 (2018)
IDA-NRW, 2 (2018)
Autor_in(nen)
Holger Wilcke
Buchtitel
Illegal und unsichtbar? Papierlose Migrant*innen als politische Subjekte
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
280
Ausstattung
kart.
ISBN
978-3-8376-4197-4
DOI
Warengruppe
1729
BIC-Code
JFFN JHB JFSL
BISAC-Code
SOC007000 POL010000 SOC026000 SOC031000
THEMA-Code
JBFH JHB JBSL1
Erscheinungsdatum
2018-01-15
Auflage
1
Themen
Rassismus, Migration
Adressaten
Migrationswissenschaften, Mobility Studies, Border Studies, Geographie, Soziologie, Europäische Ethnologie
Schlagworte
Illegalisierte Migration, Autonomie der Migration, Politiken der Unsichtbarkeit, Jacques Rancière, Transnationalismus, Mobile Commons, Migration, Rassismus, Politische Soziologie, Soziologie

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