Ungeliebte Nachbarn

Anti-Asyl-Proteste in Thüringen

Zwei Jahre nach dem »Sommer der Flüchtlinge« 2015 sind viele Flüchtlinge im Alltag angekommen. Mancherorts wurde gegen die Aufnahme von Asylsuchenden Unbehagen formuliert – doch warum erfahren Flüchtlinge innerhalb ihrer Nachbarschaft oftmals Ablehnung?

Die Beiträger_innen des Bandes nähern sich dieser Frage für Thüringen und beobachten dabei, wann Prozesse der gegenseitigen Annäherung, wie sie in Städten als Ort der Begegnung von Fremden üblich sind, misslingen und in Rassismus und Rechtsextremismus umschlagen. Sie bereichern den Diskurs über »Stadt und Gewalt« sowie die Forschung zur gesellschaftlichen Funktion des Denkbildes vom »guten Nachbarn«.

29,99 € *

2018-02-14, 250 Seiten
ISBN: 978-3-8376-4203-2

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Frank Eckardt

Frank Eckardt, Bauhaus-University Weimar, Deutschland

... mit Frank Eckardt

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Die Integration von Flüchtlingen kann nur gelingen, wenn aus Fremden Nachbarn werden. Das ist zumindest die Idee vieler Menschen, die sich professionell oder ehrenamtlich engagieren. Dieses Buch geht der Frage nach, warum aber viele Menschen keine Flüchtlinge als Nachbarn haben wollen. Es bietet hierfür unterschiedliche Erklärungen an, die helfen können, mit der Abwehr von Fremden umzugehen.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Die Diskussion um die Integration von Flüchtlingen in der Gesellschaft hat sich polarisiert. Für die einen sind Anti-Asyl-Proteste Ausdruck von berechtigter Sorge und Interessenwahrung, für die anderen manifestieren sich hier xenophobe und rassistische Ausschlussmechanismen. ›Ungeliebte Nachbarn‹ zeigt auf, dass die Proteste im Kontext stadtsoziologischer Forschungen differenzierter betrachtet werden können.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Die Erforschung von xenophoben Einstellungen ist nach wie vor eher selten. In der Stadtforschung gibt es bislang nur die Einordnung solcher Phänomene als NIMBY-Proteste, wie etwa Proteste gegen Windkrafträder oder Müllkippen in der eigenen Nachbarschaft. Damit die Stadtforschung Anschluss findet an aktuelle Forschungen zu Ängsten und Vorurteilen in der Gesellschaft, werden in diesem Buch Verbindungslinien aufgezeigt, die den Blick auf die Schwierigkeiten der Integration in der Nachbarschaft erweitern.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit allen, die Bedenken haben, dass Flüchtlinge in ihrer Nachbarschaft einziehen.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Flüchtlinge können zu guten Nachbarn werden, wenn wir uns über die Bedeutung von Nachbarschaft neu verständigen.

»Das Buch hat [...] nicht den Anspruch, eine vollständige Analyse vorzunehmen, somit kann es gewinnbringend mit anderen Werken zusammen gelesen werden, um daraus lokale Strategien gegen Rassismus zu entwickeln.«
Michael Lausberg, Belltower News, 17.04.2018
Besprochen in:
BZgA, 2 (2018)
IDA-NRW, 2 (2018)
Autor_in(nen)
Frank Eckardt (Hg.)
Buchtitel
Ungeliebte Nachbarn Anti-Asyl-Proteste in Thüringen
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
250
Ausstattung
kart.
ISBN
978-3-8376-4203-2
DOI
10.14361/9783839442036
Warengruppe
1725
BIC-Code
JFSG JFSL JPW
BISAC-Code
SOC026030 SOC031000 POL003000
THEMA-Code
JBSD JBSL1 JPW
Erscheinungsdatum
2018-02-14
Auflage
1
Themen
Zivilgesellschaft, Stadt, Rassismus, Flucht
Adressaten
Soziologie, Stadt- und Landschaftsplanung, Politikwissenschaften, Architektur, Regionalplanung
Schlagworte
Flüchtlinge, Nachbarschaft, Annäherung, Rassismus, Stadt, Gewalt, Thüringen, Zivilgesellschaft, Urban Studies, Flüchtlingsforschung, Soziologie

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