Leiden und Gesellschaft

Psychoanalyse in der Gesellschaftskritik der Frankfurter Schule

In den Debatten um Burnout und Depression flammte in jüngerer Zeit wieder ein altbekanntes sozialkritisches Motiv auf: das Unbehagen in der Kultur. Die moderne Gesellschaft wird verdächtigt, systematisch bestimmte psychische Leiderfahrungen hervorzubringen.

Was zeichnet aber diese Leiderfahrungen aus? Und wo liegen die Ursachen? Frank Schumann spürt in dieser Studie den Antworten nach, die in der Frankfurter Schule von Erich Fromm bis Axel Honneth mithilfe der Psychoanalyse gegeben wurden. Zugleich plädiert er dafür, die Erforschung von sozialen Ursachen psychischer Leiderfahrungen aus eingeschliffenen Argumentationsbahnen zu befreien und neu zu justieren.

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2018-08-31, 280 Seiten
ISBN: 978-3-8376-4221-6

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Frank Schumann

Frank Schumann, International Psychoanalytic University Berlin, Deutschland

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Die Frage, ob Gesellschaft krank macht, ist ein klassisches Motiv moderner Sozialtheorie. Zwar ist es unzweifelhaft, dass gesellschaftliche Lebensverhältnisse Leid und Krankheit hervorrufen können. Wie dies aber geschieht und wie man etwa gesellschaftlich verursachte Leiderfahrungen von individuellen Störungen unterscheiden kann, ist bisher theoretisch weitgehend unklar geblieben. Das Buch ist daher eine Spurensuche, wie dieser Zusammenhang sozialtheoretisch genauer verstanden werden kann.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Vorrangig geht es darum, welche theoretischen Voraussetzungen geschaffen werden müssen, um jene Frage nach einem Leiden an Gesellschaft konkreter beantworten zu können. In der Auseinandersetzung mit der Frankfurter Schule versuche ich daher zu zeigen, dass bestimmte theoretische Voraussetzungen – insbesondere geschichtsphilosophische – es erschweren, konkret nachzuvollziehen, ob und wie eine Person an Gesellschaft leidet.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Zuletzt wurde das Thema im Zusammenhang mit Burnout und Depression diskutiert – medial und auch sozialwissenschaftlich. Aber trotz des großen Interesses an der Fragestellung, gibt es bisher wenige systematische Versuche, das Verhältnis zu klären. Die Arbeit soll ein bescheidener Schritt in die Richtung sein, systematischer daran zu arbeiten.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Diskutieren würde ich – auf der einen Seite – gerne mit Kolleginnen und Kollegen aus den unterschiedlichen Disziplinen, die an dem Thema arbeiten. Auf der anderen Seite interessieren mich aber auch (alltags-)praktische Zusammenhänge: Wie gehen Menschen mit alltäglichen Verletzungs- und Leiderfahrungen um? Was haben sie dazu zu sagen und wie stellt sich das für sie dar?

5. Ihr Buch in einem Satz:

In einer theoriegeschichtlichen Untersuchung wird gezeigt, was in der Frankfurter Schule unklar blieb: Wie leiden Menschen ganz konkret an Gesellschaft?

Autor_in(nen)
Frank Schumann
Buchtitel
Leiden und Gesellschaft Psychoanalyse in der Gesellschaftskritik der Frankfurter Schule
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
280
Ausstattung
kart.
ISBN
978-3-8376-4221-6
DOI
Warengruppe
1526
BIC-Code
HPCF JHBA JMAF
BISAC-Code
PHI040000 SOC026000 PSY026000
THEMA-Code
QDHR JHBA JMAF
Erscheinungsdatum
2018-08-31
Auflage
1
Themen
Gesellschaft, Psychoanalyse
Adressaten
Soziologie, Philosophie, Psychologie, Psychoanalyse, Psychotherapie
Schlagworte
Kritische Theorie, Psychoanalyse, Gesellschaftstheorie, Sozialphilosophie, Gesellschaftskritik, Burnout, Depression, Frankfurter Schule, Gesellschaft, Soziologische Theorie, Deutsche Philosophiegeschichte, Soziologie

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