Politische Gewalt ausstellen

Nationale Erinnerungsmuseen in Chile und Peru

Postdiktatorische und Postkonflikt-Staaten in Lateinamerika haben in den letzten Jahren kontinuierlich ihre gewalttätige Vergangenheit museal aufgearbeitet. Zwei nationale Erinnerungsmuseen (Museos de la Memoria) in Chile und Peru sowie ihre politischen, kulturellen und historischen Implikationen stehen im Fokus dieses Buches. Wie wird die jüngste Geschichte beider Länder dort inszeniert und zu welchem Zweck? Welche Rolle spielt das Medium Museum in den erinnerungspolitischen Diskursen? Unter Berücksichtigung des jeweiligen historisch-politischen Kontextes untersucht Fabiola Arellano Cruz komparatistisch die Entstehungsprozesse der Museen, die Debatten sowie die gestalterischen Aspekte ihrer Dauerausstellungen.

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2018-02-23, 318 Seiten
ISBN: 978-3-8376-4233-9

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Fabiola Arellano Cruz

Fabiola Arellano Cruz, München, Deutschland und Maastricht, Niederlande

... mit Fabiola Arellano Cruz

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Museale Repräsentationen der historischen Erinnerung drücken aus, wie eine Gesellschaft die eigene Vergangenheit bewertet – was als erinnerungsfähig erscheint und was nicht. Deswegen halte ich es für wichtig, die wissenschaftliche Reflexion darüber zu fördern, gerade in Ländern in denen die Gesellschaft tief gespalten ist. Ein Blick auf die aktuelle Museumslandschaft in den von mir erarbeiteten Fällen soll helfen, ihre museal vermittelte Erinnerungskultur und -politik zu ergründen.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Traditionell ist die wissenschaftliche Beschäftigung mit der Aufarbeitung gewaltsamer Vergangenheiten von politischen, sozialen und/oder historischen Faktoren dominiert. Dieses Buch nimmt außerdem eine museologische Dimension in Sicht und positioniert mit einem interdisziplinären und komparativen Ansatz das Medium Museo de la Memoria im Zentrum der Diskussionen um (erinnerungs-)politische Diskurse in Post-Konflikt-Gesellschaften in Südamerika.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Memory Studies sind vorherrschend eurozentrisch. Das Buch übernimmt nicht nur die europäischen Konzepte, sondern behandelt vielmehr das Thema aus einer Perspektive, die den lateinamerikanischen Kontext berücksichtigt. Dort bedingen sich theoretische Impulse und gesellschaftliche Reaktionen gegenseitig, Forschungs- und gesellschaftspolitische Debatten stehen in diesem Feld eng in Beziehung zueinander. Meine Museumsanalyse zeigt die Komplexität, die Einzigartigkeit, aber auch einige Gemeinsamkeiten mit Europa.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit meinen Interviewpartner_innen in Santiago und in Lima. Es würde mich interessieren, wie sie meine Beobachtungen einschätzen. Es wäre aber auch interessant gewesen mit den damaligen politischen Akteuren zu sprechen, um herauszufinden, ob bzw. welche Bedeutung sie in den Museen heute sehen.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Das Buch positioniert das Medium Museum als zentralen Akteur für Verhandlungen zwischen verschiedenen Interessensgruppen in den gegenwärtigen erinnerungspolitischen Debatten.

O-Ton: »Erinnerungspolitische Themen dominieren nicht den Alltag« – Fabiola Arellano Cruz im Interview bei L.I.S.A – Wissenschaftsportal Gerda Henkel Stiftung am 07.08.2018.
http://bit.ly/2vQYczb
»Fabiola Arellano Cruz zeigt sich hier als Kennerin der kulturspezifischen Besonderheiten und erinnerungskulturellen Herausforderungen, die das Ausstellen politischer Gewalt in postdiktatorischen Staaten mit sich bringt.«
Meike Dreckmann, H-Soz-u-Kult, 04.05.2018
Autor_in(nen)
Fabiola Arellano Cruz
Buchtitel
Politische Gewalt ausstellen Nationale Erinnerungsmuseen in Chile und Peru
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
318
Ausstattung
kart., zahlr. Abb.
ISBN
978-3-8376-4233-9
DOI
Warengruppe
1581
BIC-Code
GM JFC HBTB
BISAC-Code
ART059000 SOC022000 HIS054000
THEMA-Code
GLZ JBCC NHTB
Erscheinungsdatum
2018-02-23
Auflage
1
Themen
Museum, Erinnerungskultur, Kulturgeschichte
Adressaten
Memory Studies, Museum Studies, Lateinamerika-Studien, Zeitgeschichte
Schlagworte
Museum, Erinnerungskultur, Erinnerungspolitik, Chile, Peru, Lateinamerika, Diktatur, Kulturgeschichte, Museumswissenschaft

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