Das Denken der Bühne

Szenen zwischen Theater und Philosophie

Theater und Philosophie – dieser Band vereint erstmals zwei paradigmatische, historische Konstellationen: zum einen jene von der Zusammenarbeit mit Walter Benjamin geprägte Theatertheorie und -praxis Bertolt Brechts, die sich in den »Lehrstücken« und im Fragment »Der Messingkauf« findet. Zum anderen die in gegenwärtigen Theater- und Theoriediskursen einander korrespondierenden Redeweisen von Theater als einer Form des szenischen Denkens (William Forsythe u.a.) und von Philosophie als einer Form des Theaters (Jacques Derrida, Samuel Weber). Die Beiträge aus Philosophie, Theater- und Literaturwissenschaft analysieren das Theater der Philosophie und fragen, wie Theater denkt.

Mit einem Beitrag von Jacques Derrida.

23,99 € *

2019-07-18, 278 Seiten
ISBN: 978-3-8394-4239-5
Dateigröße: 4.08 MB

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Leon Gabriel

Leon Gabriel, Goethe-Universität Frankfurt a.M., Deutschland

Nikolaus Müller-Schöll

Nikolaus Müller-Schöll, Goethe-Universität Frankfurt a.M., Frankfurt a.M., Deutschland

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

»Das Denken der Bühne« untersucht das Verhältnis von Theater und Denken im dreifachen Sinne – das Denken der auf irgendeiner Bühne Auftretenden, aber auch das Nachdenken über das Theater und schließlich das Denken, das man als das inhärente der Bühne bzw. dessen, was auf ihr geschieht, bezeichnen könnte. Inspiriert und motiviert von einer Denktradition der Frankfurter Schule wie dem Poststrukturalismus, verbindet die Beiträge das Interesse an einer Verknüpfung von Theorie und Theater, bei der weder das Theater zur bloßen Illustration von Theorie degradiert, noch die Theorie zur Aufwertung einer per se nicht genügend relevant erscheinenden Praxis herbeigezogen wird.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Der Band eröffnet mit Blick auf die gegenwärtige Debatten über ›artistic research‹, ›Performance Philosophy‹ oder einen ›Philosophical Turn‹ in der Theaterwissenschaft eine historische Dimension und stellt zugleich deren Aktualität vor Augen. Er verleiht der gegenwärtigen Rede vom szenischen Forschen dadurch einen gleichermaßen historischen wie systematischen Resonanzraum, verdeutlicht die szenische Dimension des Denkens wie die forschende Dimension des szenischen Spiels.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Die vornehmlich angelsächsische Forschung der vergangenen Jahre zum Verhältnis von Theater und Philosophie, die etwa in der Gründung der internationalen Plattform ›Performance Philosophie‹ und der Rede von einem ›Philosophical turn‹ in der Theaterwissenschaft mündete, beschränkte sich maßgeblich auf deleuzianische Zusammenhänge. Der vorliegende Band greift die internationale Diskussion auf, erweitert sie aber durch bisher weniger beachtete Diskussionen im Umkreis von Brecht, Benjamin und Derrida.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit unseren Studierenden, aber auch mit Theaterleuten aller Sparten, mit Choreograph*innen, Bildenden Künstler*innen, Musiker*innen und darüber hinaus mit allen, die philosophieren, ganz gleich, ob sie dies im Rahmen der Philosophie tun oder jenseits dessen, letztlich mit allen, die mit uns den Anspruch teilen, der ›unbedingten Universität‹ (Derrida) ein nicht minder unbedingtes Theater an die Seite zu stellen.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Jedem Denken ist die Bedingung, auf einer Bühne stattzufinden, ebenso eingeschrieben wie jedem szenischen Geschehen dessen inhärente Theorie.

»Die Vorüberlegungen, die mit »Das Denken der Bühne« angestellt werden, schaffen mittelbar ein Bewusstsein für Praxis und strukturelle Zwänge – weil Denken Voraussetzung für ein Bewusstsein ist.«
Falk Schreiber, https://nachtkritik.de, 07.10.2019
»Eine tiefgründige Diskussion, die eine Fülle von Informationen zwischen zwei Buchdeckel zwängt, und viele neue Denkanstöße zu alten und zu neueren Problemen und Fragen aufwirft.«
Peter Dahms, OpernInfo Berlin, 13.08.2019
Autor_in(nen)
Leon Gabriel / Nikolaus Müller-Schöll (Hg.)
Buchtitel
Das Denken der Bühne Szenen zwischen Theater und Philosophie
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
278
Ausstattung
8 SW-Abbildungen
ISBN
978-3-8394-4239-5
DOI
Warengruppe
1586
BIC-Code
AN DSB
BISAC-Code
PER011020 LIT000000 LIT004170
THEMA-Code
ATD DSB
Erscheinungsdatum
2019-07-18
Themen
Theater, Wissenschaft, Mensch, Literatur
Adressaten
Theaterwissenschaft, Literaturwissenschaft, Philosophie sowie Praktiker_innen im Bereich Dramaturgie und Theater
Schlagworte
Theater, Denken, Bühne, Künstlerische Forschung, Performance, Bertolt Brecht, Walter Benjamin, Jean-Luc Nancy, Jacques Derrida, Philippe Lacoue-Labarthe, Samuel Weber, William Forsythe, Mensch, Literatur, Theaterwissenschaft, Allgemeine Literaturwissenschaft, Germanistik, Philosophie

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