Deutschland schützt seine Kinder!

Eine Streitschrift zum Kinderschutz

Versagt der Kinderschutz in Deutschland tatsächlich mit »grausamer Regelmäßigkeit«, wie in populären Debattenbeiträgen oftmals behauptet wird? Wie ist das deutsche Kinderschutzsystem überhaupt aufgebaut? Und: Wo liegen seine Stärken, wo seine Schwächen?

Diese Streitschrift setzt sich kritisch mit der These vom »Systemversagen« im Kinderschutz auseinander und berichtet über seine Fehler, aber auch über seine Erfolge. Es erklärt Statistiken, geht auf Skandale ein und bezieht Stellung zum gegenwärtigen Zustand des deutschen Kinderschutzsystems. Entgegen den reißerischen Behauptungen, die die öffentliche Debatte prägen, wird dabei eins deutlich: Deutschland schützt seine Kinder sehr wohl, auch wenn es noch besser darin werden muss. Das Buch leistet damit nicht weniger als eine dringend notwendige Versachlichung einer Debatte, die unsere Gesellschaft umtreibt.

22,99 € *

2019-03-05, 242 Seiten
ISBN: 978-3-8376-4248-3

Sofort versandfertig,
Lieferzeit 3-5 Werktage innerhalb Deutschlands

Preise inkl. Mehrwertsteuer. Versandkostenfreie Lieferung innerhalb Deutschlands, für Ausnahmen siehe Details.

Mengenrabatt

Weiterempfehlen

Kay Biesel

Kay Biesel, Hochschule für Soziale Arbeit FHNW, Muttenz bei Basel, Schweiz

Felix Brandhorst

Felix Brandhorst, Berlin, Deutschland

Regina Rätz

Regina Rätz, Alice Salomon Hochschule Berlin, Deutschland

Hans-Ullrich Krause

Hans-Ullrich Krause, Kinderhaus Berlin Mark Brandenburg/Internationale Gesellschaft für erzieherische Hilfen (Frankfurt a.M.), Deutschland

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Uns ist es ein Anliegen, darüber aufzuklären, dass das Kinderschutzsystem in Deutschland nicht flächendeckend versagt. Wir wollen darlegen, was Kinderschutz ist, worauf er abzielt, wie er in Deutschland funktioniert und welcher Verbesserungen er bedarf. Uns ist es wichtig, anhand wissenschaftlicher Befunde und konkreter Beispiele aufzuklären und all jenen eine Stimme zu geben, die sich tagtäglich für den Schutz von Kindern einsetzen. Diese erfahren angesichts der medialen Skandalisierung von dramatischen Einzelfällen für ihre Arbeit nicht mehr hinreichende gesellschaftliche Anerkennung.

2. Welche Bedeutung kommt dem Thema in aktuellen gesellschaftlichen Debatten zu?

Kinder haben Rechte. Allerdings finden ihre Rechte noch zu wenig Beachtung. Kinder werden von ihren Eltern oder anderen Bezugspersonen nach wie vor misshandelt, vernachlässigt oder sexuell ausgebeutet. Auch gelingt es bislang nicht, sie durchgängig vor schwerwiegenden Versäumnissen und Fehlern einzelner Fachkräfte oder Behörden zu bewahren. Es ist darum wichtig, sich sachlich, mit den Stärken und Schwächen des Kinderschutzes auseinanderzusetzen und seine Qualität dauerhaft voranzubringen.

Es kommt darauf an, den Kinderschutz so zu gestalten, dass Kinder und Eltern sich frühzeitig Hilfe holen können und wissen, wo sie diese erhalten ohne sich verstecken oder Angst haben zu müssen.

3. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Unser Buch ist ein Plädoyer für einen Kinderschutz, der auf die Einbeziehung von Kindern und Eltern Wert legt und nicht vor den Ambivalenzen der Praxis zurückschreckt. Es macht sich stark für ein Kinderschutzsystem, in dem respektvoll und anerkennend miteinander im Interesse des Wohls von Kindern zusammengearbeitet wird. Es macht darauf aufmerksam, dass viele Eltern und Fachkräfte sich tagtäglich für den Schutz von Kindern einsetzen, dafür jedoch zu wenig gesellschaftliche Anerkennung erfahren. Es benennt, dass eine Gefahr auch darin besteht, dass bei fehlendem Respekt und mangelnder Anerkennung das Arbeitsfeld zunehmend unattraktiv für Fachkräfte wird.

4. Welche besonderen Aspekte kann die wissenschaftliche Betrachtung in die öffentliche Diskussion einbringen?

Kinderschutz ist keine simple Angelegenheit, sondern eine Sisyphusarbeit. Im Kinderschutz gibt es keine Pauschallösungen. Man kann Kinder nicht einfach von ihren Eltern trennen und davon ausgehen, dass sie dann dauerhaft geschützt sind. Ein solches Vorgehen entspricht nicht dem Stand der wissenschaftlichen Erkenntnisse und Diskussionen. Es gilt stets den Einzelfall zu betrachten und zu verstehen, was Ursachen und Hintergründe einer Kindeswohlgefährdung sind, um notwendige und geeignete Hilfen oder gerichtlichen Maßnahmen ausfindig machen zu können. Das ist dann meist der Beginn der Kinderschutzarbeit für einen längeren Zeitraum und nicht das Ende nach einer einmaligen Intervention.

5. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Eine Diskussion mit Michael Tsokos und Saskia Guddat wäre sicherlich vielversprechend, denn diese behaupten: Deutschland misshandelt seine Kinder. Wir kritisieren nicht, dass sie auf dramatische Misshandlungen von Kindern aufmerksam machen. Im Gegenteil, dies begrüßen wir, da es ein großes Bewusstsein für das gesunde Aufwachsen von Kindern und deren Wohl impliziert. Wir kritisieren, ›wie‹ sie es machen, da sie das Kinderschutzsystem in Deutschland per se in Frage stellen und einfache Lösungen der Intervention in Familien und der Bestrafung von Eltern fordern.

6. Ihr Buch in einem Satz:

Kinderschutz ist streitbar, hat jedoch in Deutschland eine solide Basis, deren Umsetzung verbessert werden muss!

»Lesenswert ist die Streitschrift [...] für alle im Kinderschutz tätigen Akteur*innen und ein guter Impuls, einen Diskurs über tatsächliche Verbesserungen in Gang zu bringen.«
Martina Huxoll-von Ahn, www.socialnet.de, 08.10.2019
»Dieses Werk sollte als Standardwerk in Jugendämtern, Beratungsstellen und anderen Kinderschutz bezogenen Einrichtungen gelten.«
Detlef Rüsch, www.amazon.de, 15.08.2019
»Die Autor(inn)en dieses Bandes tragen mit ihren Beiträgen gelungen zur Versachlichung der oft polemisch geführten Debatte [...] bei.«
neue caritas, 8 (2019)
Besprochen in:
www.wernerschell.de, 27.03.2019
taz, 19.08.2019, Kaija Kutter
Buchtitel
Deutschland schützt seine Kinder! Eine Streitschrift zum Kinderschutz
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
242
Ausstattung
kart., Klebebindung, 1 SW-Abbildung
ISBN
978-3-8376-4248-3
DOI
Warengruppe
1578
BIC-Code
JKSN JFSP2
BISAC-Code
SOC025000 SOC026000 SOC041000
THEMA-Code
JKSN JBSP2
Erscheinungsdatum
2019-03-05
Auflage
1
Themen
Gesellschaft, Zeitdiagnose, Familie
Adressaten
Soziale Arbeit, Soziologie, Medizin, Rechtsmedizin, Rechtswissenschaft, Politikwissenschaft, Medienwissenschaft, Erziehungswissenschaft sowie die interessierte Öffentlichkeit
Schlagworte
Kinderschutz, Kindeswohlgefährdung, Soziale Arbeit, Kinder- und Jugendhilfe, Jugendamt, Kinderschutzsystem, Systemversagen, Medienskandal, Familie, Gesellschaft, Sozialarbeit, Jugend, Rechtssoziologie, Pädagogik

Unsere Website verwendet Cookies, um bestimmte Funktionen bereitzustellen.

Datenschutzerklärung