Fernsehen und Wohnkultur

Zur Vermöbelung von Fernsehgeräten in der BRD der 1950er- und 1960er-Jahre

Warum treten Medien auch als Möbel in Erscheinung? Ausgehend von der Beobachtung des Fernsehens als Möbel entwickelt Monique Miggelbrink eine eigene Herangehensweise für die Untersuchung von Medien des häuslichen Gebrauchs. Die »Vermöbelung« des Fernsehens zeigt sich weniger in Formen und Funktionen des technischen Geräts, sondern vielmehr an seinem Gehäuse-Design und entsprechenden Einrichtungspraktiken. Anhand von historischem Quellenmaterial aus Einrichtungs- und Programmzeitschriften, Werbeanzeigen und Fernsehfibeln geht die Studie in einem Kulturvergleich mit den USA den geschlechts- und schichtspezifischen Bedeutungen nach, die sich im Design und Gebrauch von Fernsehgeräten als Möbel in der Wohnkultur der BRD der 1950er- und 1960er-Jahre herausbilden.

39,99 € *

2018-09-13, 378 Seiten
ISBN: 978-3-8394-4253-1
Dateigröße: 10.51 MB

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Monique Miggelbrink

Monique Miggelbrink, Universität Paderborn, Deutschland

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Am Gegenstand des Fernsehens entwickelt das Buch eine eigene methodisch-theoretische Herangehensweise zur Beschreibung der ›Vermöbelung‹ von Medien. Es zeigt bisher unveröffentlichtes Archivmaterial zum Design und Gebrauch von Fernsehgeräten als Möbel in der Bundesrepublik der Nachkriegsjahre. Es sind solche historischen Entwürfe von Mediengebrauch, die auch aktuell noch in Vorstellungen vom ›guten Wohnen/Leben‹ zum Ausdruck kommen.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Statt von der Medientechnik auszugehen, begreift das Buch Fernsehgeräte als Möbel bzw. als Einrichtungsensemble. Damit werden gängige medienwissenschaftliche Auffassungen zur Verhäuslichung von Medien hinterfragt und neu perspektiviert, indem dieser Prozess nicht länger ausschließlich von den Logiken der Medien selbst, sondern von der Inneneinrichtung her gedacht wird. In diesem Prozess werden etwa Schrankwände und Servierwagen zu wichtigen Verbündeten des Fernsehens im Wohnraum.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Das Buch geht zum einen der aktuell diskutierten Handlungsmacht von Dingen nach, indem es den häuslichen Raum als Netzwerk und das Fernsehmöbel als Akteur in eben diesem konzeptualisiert. Zum anderen schließt es mit dem Gehäuse als zentralen Schauplatz der Vermöbelung von Medien an Fragen der Designforschung/-geschichte an. Darüber hinaus fragt es mit Blick auf das untersuchte Archivmaterial nach der Verwobenheit von Dingen, Diskursen und Praktiken.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit der US-amerikanischen Fernsehwissenschaftlerin Lynn Spigel, die die Verhäuslichung des Fernsehens für die USA beschrieben hat. Mit ihr würde ich gerne über meine These diskutieren, dass eine kulturvergleichende Perspektive gender und class als Analysekategorien in der Medienbeschreibung schärft. Ausgehend von den Architekturen und Einrichtungen des Fernsehens würden wir über mein Buch hinaus sicherlich weitere spannende kulturell divergierende Bezugspunkte des Fernsehens im Wohnraum finden.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Das Buch ist eine methodisch-theoretisch geleitete Materialanalyse zu fernsehspezifischen Kulturtechniken des Wohnens in der BRD der 1950/60er-Jahre.

Autor_in(nen)
Monique Miggelbrink
Buchtitel
Fernsehen und Wohnkultur Zur Vermöbelung von Fernsehgeräten in der BRD der 1950er- und 1960er-Jahre
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
378
ISBN
978-3-8394-4253-1
DOI
Warengruppe
1744
BIC-Code
JFDT APT AK HBTB
BISAC-Code
PER010030 DES008000 HIS054000
THEMA-Code
JBCT2 AK NHTB
Erscheinungsdatum
2018-09-13
Themen
Fernsehen, Design, Kulturgeschichte
Adressaten
Medienwissenschaft, Designforschung, Sozialgeschichte, Architekturgeschichte, Zeitgeschichte sowie die interessierte Öffentlichkeit
Schlagworte
Fernsehmöbel, Design, Wohnkultur, 1950er-Jahre, 1960er-Jahre, Midcentury, Deutschland, USA, Fernsehen, Kulturgeschichte, Mediengeschichte, Medienwissenschaft

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