Agieren und Handeln

Studien zu einer philosophisch-psychoanalytischen Handlungstheorie

Ausgehend von Freuds Begriff des unbewussten Agierens spannt Alice Pechriggl ein semantisches Feld auf, in dem das Begriffspaar »Freiheit zu Handeln – Zwang zu Agieren« mit dem überkreuz gelegten Begriffspaar »freies Agieren – Handlungszwang/ Zwangshandlung« verknüpft wird. In sieben Anläufen entwirft sie unterschiedliche Szenarien dieses Spannungsfeldes und betrachtet dabei Denkakte zwischen Agieren und Deliberatio, Psyche und Körper als Handlungsschauplätze sowie Demokratie als die Regierungsform des deliberativen Handelns. Menschliches Handeln wird im breiteren Kontext unbewussten Agierens sowohl aus philosophischer als auch aus gruppen-/psychoanalytischer Perspektive erhellt.

29,99 € *

2018-03-29, 296 Seiten
ISBN: 978-3-8376-4261-2

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Alice Pechriggl

Alice Pechriggl, Alpen-Adria-Universität Klagenfurt, Österreich

... mit Alice Pechriggl

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Weil es noch keines gibt und das Thema eines erfordert: Wie oft fragen Menschen sich, ob das Handeln wirklich zu ihnen gehört; warum sie eben so und nicht etwa anders gehandelt haben. Wenn sie wüssten, dass sie mit einer bestimmten, ihnen nicht nachvollziehbaren Aktion etwas Bestimmtes ausagiert haben, würden sie diesen ausagierten unbewussten Triebfedern vielleicht wohlwollender Rechnung tragen und sie in ihr Handeln einbeziehen, anstatt sie durch Pseudobegründungen (weg) zu rationalisieren.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

»Agieren und Handeln« eröffnet die Perspektive auf eine handlungstheoretische Emergenzontologie, basierend auf einem Modell der vier Phasen des Vollzugs: mise en scène (imaginär), mise en acte (dynamisch), mise en sens (sinnstiftend) und mise en abîme (chaotisch). Das begriffliche Spannungsfeld zwischen Agieren und Handeln umfasst alle Kombinationen und Reihenfolgen dieser Phasen. Das Handeln schöpft immer schon außerhalb des bewusst-zielgerichteten und planenden Tuns seine Kraft, seine Kreativität und zuweilen sogar seinen Sinn.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Noch zu wenig, denn die philosophische Handlungstheorie versucht verstandesreduktionistisch alles Unbewusste, insbesondere unbewusste und vorbewusste Handlungsmotivationen, bewusstseinsphilosophisch und teleologisch auf das, was sie als ›rationale Gründe‹ begreift, zurückzuführen und die Psychoanalyse verfügt über so gut wie keine Handlungstheorie.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Mit Karoline Feyertag.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Wo wir zwanghaft handeln, soll freies Agieren auftauchen; wo wir aus Zwang agieren, soll die Freiheit des Handelns möglich werden.

Autor_in(nen)
Alice Pechriggl
Buchtitel
Agieren und Handeln Studien zu einer philosophisch-psychoanalytischen Handlungstheorie
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
296
Ausstattung
kart., farb. Abb.
ISBN
978-3-8376-4261-2
DOI
Warengruppe
1521
BIC-Code
HPS JMAF
BISAC-Code
PHI034000 PSY026000 PHI019000
THEMA-Code
QDTS JMAF
Erscheinungsdatum
2018-03-29
Auflage
1
Themen
Sozialität, Psychoanalyse
Adressaten
Philosophie, Psychoanalyse, Gruppenpsychoanalyse, Gender Studies, Soziologie
Schlagworte
Philosophie, Psychoanalyse, Gruppenpsychoanalyse, Handlungstheorie, Politische Theorie, Sigmund Freud, Sozialität, Sozialphilosophie, Politische Philosophie

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