Medienbasierte Selbsttechnologien 1800, 1900, 2000

Vom narrativen Tagebuch zur digitalen Selbstvermessung

Wer bin ich – und wie kann oder sollte ich mich verändern?

»Unser Schreibzeug arbeitet mit an unseren Gedanken.« Vor dem Hintergrund dieses Nietzsche-Zitats zeigt Gerrit Fröhlich: Selbstführung ist eng gebunden an die Möglichkeiten, sich medial darzustellen. Wer an sich arbeiten will, greift häufig auf Medien zurück – auf Tagebücher, Listen und Vorher-Nachher-Bilder, immer häufiger aber auch auf Schrittzähler oder Diät-Apps.

Die Studie analysiert die Rolle der Medien bei der Selbstführung, gibt einen Überblick über die Formen dieser medienbasierten Selbsttechnologien und beschreibt die wichtigen technischen Zäsuren der letzten zwei Jahrhunderte.

34,99 € *

2018-08-08, 308 Seiten
ISBN: 978-3-8376-4280-3

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Gerrit Fröhlich

Gerrit Fröhlich, Universität Trier, Deutschland

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Medienbasierte Selbsttechnologien sind allgegenwärtig, ihre Bedeutung wurde bisher jedoch vernachlässigt. Zudem ist es reizvoll, vermeintlich hochaktuelle Trends wie die digitale Selbstvermessung in der Geschichte zurückzuverfolgen. Dafür beispielsweise, dass man seine Ernährung aufzeichnet und mitteilt, gibt es jahrtausendealte Belege. Worin unterscheidet sich aber der antike Briefwechsel über Brot und Austern von der Nutzung einer digitalen Waage mit Onlineprofil, und wie wirkt sich dieser Unterschied aus?

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Ausgehend von Foucault systematisiert das Buch vielfältige Kontaktpunkte zwischen Medien und Selbstkontrolle. Darüber hinaus rückt es die materiellen Eigenheiten der Medien selber in den Fokus. Ob Tagebücher, Listen, Selfies, YouTube-Videos oder Fitness-Apps: Jedes Medium speichert, überträgt und verarbeitet jeweils andere Aspekte des Lebens auf jeweils andere Weise. Und diese medialen Eigenwerte beeinflussen, wie die Nutzerinnen und Nutzer ihr Leben, ihren Alltag oder ihren Körper gestalten.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Gerade die Debatte um Selbstoptimierung wird um zwei Aspekte bereichert: erstens einen historischen Blick, der zeigt, dass Selbstführung mittels Medien kein reiner Zeitgeist ist. Jedoch haben sich die Medien selber während der Zäsuren um 1800, 1900 und 2000 schrittweise verändert – und diese Veränderungen gilt es zu analysieren. Zweitens wird die Widersprüchlichkeit medienbasierter Selbsttechnologien diskutiert: ihre Ambivalenz von Ermächtigung und Unterwerfung, von Autonomie und Selbstzwang.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Weiterhin mit allen Soziologinnen und Soziologen, die auf dem Gebiet der Selbstvermessung forschen. Und gerne auch mit professionalisierten Akteurinnen und Akteuren der Selbstvermessung, vor allem mit digitalen Bastlern und Künstlern, die sich in den Grenzgebieten zwischen Selbstoptimierung, (Lebens-)Kunst, Selbstsorge, Ästhetik, Subversion und Nonsens angesiedelt haben.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Um das Leben ›in Ordnung‹ bringen zu können, wurde es um 1800 erzählt, um 1900 aufgezeichnet – und in der Gegenwart wird es gezählt.

Autor_in(nen)
Gerrit Fröhlich
Buchtitel
Medienbasierte Selbsttechnologien 1800, 1900, 2000 Vom narrativen Tagebuch zur digitalen Selbstvermessung
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
308
Ausstattung
kart., Abb.
ISBN
978-3-8376-4280-3
DOI
10.14361/9783839442807
Warengruppe
1729
BIC-Code
JFD
BISAC-Code
SOC052000 HIS054000
THEMA-Code
JBCT
Erscheinungsdatum
2018-08-08
Auflage
1
Themen
Gesellschaft, Medien, Technik, Kulturgeschichte
Adressaten
Soziologie, Medienwissenschaft, Philosophie sowie die interessierte Öffentlichkeit
Schlagworte
Medien, Self-Tracking, Quantified Self, Tagebuch, Selbsttechnologien, Apps, Technik, Kulturgeschichte, Mediensoziologie, Mediengeschichte, Medientheorie, Soziologie

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