Potemkinsche Dörfer der Idylle

Imaginationen und Imitationen des Ruralen in den europäischen Literaturen

Dörfliche Idylle oder Trugbild?

Ländliche Landschaften stellen die Ur-Topographie des Idyllischen dar, die Idylle selbst hat aber kaum eine Mimesis des realen Landlebens zum Ziel. Vielmehr hängt es vom historischen und sozialen Kontext ab, wie viel Dörflichkeit die Idylle als Genre und als Denkbild verträgt: von den Prozessen der Urbanisierung und Globalisierung, von politischer Ideologisierung dörflicher Gemeinschaften oder aber von Konzepten eines guten Lebens. Die Beiträger_innen des Bandes befragen das paradoxe Verhältnis von Idylle und Dorf in der Literatur aus einer komparatistischen ost-westeuropäischen Perspektive.

Mit Beiträgen u.a. von Werner Nell, Marcus Twellmann, Alina Molisak und Alhierd Bacharevic.

39,99 € *

2018-10-09, 350 Seiten
ISBN: 978-3-8376-4281-0

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Yaraslava Ananka

Yaraslava Ananka, Universität Potsdam, Deutschland

Magdalena Marszalek

Magdalena Marszalek, Universität Potsdam, Deutschland

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Die Idylle ist ein Mythos vom verlorenen Paradies, ein Mythos, der immer schon mit dem Ländlichen verbunden war und heute noch ist. Die Wunschvorstellungen vom guten Leben in Harmonie mit dem sozialen Umfeld und der Natur, die das Dorf zu verkörpern scheint, sind historisch und heute nicht zuletzt Symptome einer tiefen Verunsicherung des (post)modernen Menschen. In unserem Band gehen wir den Spuren des idyllischen ›Trugbilds‹ in der Vergangenheit und Gegenwart nach – in ost- und westeuropäischen Literaturen.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Wir verstehen die Idylle weniger als Gattung oder poetologisches Problem; vielmehr interessieren uns Formen kultureller Imaginationen ruraler Idylle, wie sie in den europäischen Literaturen in verschiedenen historischen Kontexten verhandelt werden. Unser Band untersucht literarische Denk- und Wirkungspotenziale, die sich hinter den Kulissen der ›Potemkinschen Dörfer der Idylle‹, hinter den Inszenierungen des Naiven und Natürlichen verstecken.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Die Problematik des Idyllischen reizt heute nicht zufällig nicht nur Literaturwissenschaftlerinnen, sondern auch Kultur- und Sozialwissenschaftler. Erst in interdisziplinärer Perspektive wird deutlich: Die Idylle ist ein Lebensgenre, in dem Ethisches und Poetisches, Soziales und Ästhetisches zusammenkommen.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Die meisten Leserinnen unseres Bands werden wohl Städter sein, unser ›idyllischer Leser‹ wäre jedoch ein Dorfbewohner, der die Dorfimaginationen, mit denen sich unser Band beschäftigt, sicherlich noch aus einer anderen Perspektive kommentieren könnte.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Wir brauchen die Idylle und die Reflexion über die Idylle: als Anregung, als Alternative, als Ausrede.

Autor_in(nen)
Yaraslava Ananka / Magdalena Marszalek (Hg.)
Buchtitel
Potemkinsche Dörfer der Idylle Imaginationen und Imitationen des Ruralen in den europäischen Literaturen
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
350
Ausstattung
kart., z.T. farb. Abb.
ISBN
978-3-8376-4281-0
DOI
Warengruppe
1562
BIC-Code
DSB
BISAC-Code
LIT000000 LIT004110 LIT004150
THEMA-Code
DSB
Erscheinungsdatum
2018-10-09
Auflage
1
Themen
Literatur
Adressaten
Literaturwissenschaft, Komparatistik, Germanistik, Slavistik
Schlagworte
Dorf, Bauern, Idylle, Literatur, Kultur, Topographie, Mimesis, Genre, Urbanisierung, Globalisierung, Osteuropa, Westeuropa, Allgemeine Literaturwissenschaft, Slavistik, Französische Literatur, Urban Studies, Literaturwissenschaft

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