Inklusion und Fremdheit

Abschied von einer pädagogischen Leitideologie

Führt Inklusion wirklich zu einer größeren Wertschätzung behinderter Menschen? Der Imperativ der Inklusion führt den gesellschaftspolitischen und pädagogischen Diskurs an, wobei der Inklusionsbegriff immer schillerndere Ausmaße annimmt und bis zur Unkenntlichkeit entstellt erscheint.

Unter Bezugnahme auf Bernhard Waldenfels' Begriff der Fremdheit zeigt Philipp Singer, wie sich die gut gemeinten inklusionspädagogischen Appelle in ihr Gegenteil verkehren. Neben einer intensiven Auseinandersetzung mit den theoretischen Grundlagen des pädagogischen Inklusionsbegriffes liefert er in sozialpolitisch-kritischer Absicht die wissenschaftliche Grundlage zur Diskussion über einen nicht ausschließenden Umgang mit Fremdheit im Kontext von Behinderung.

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2018-05-23, 484 Seiten
ISBN: 978-3-8376-4288-9

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Philipp Singer

Philipp Singer, Universität Würzburg, Deutschland

... mit Philipp Singer

1. Warum ein Buch zu diesem Thema?

Die inklusionspädagogischen Postulate nehmen gezielt Einfluss auf behinderte und nichtbehinderte Menschen sowie deren Zusammenleben. Trotzdem bleiben die Grundannahmen dieses Ansatzes weitestgehend unhinterfragt oder werden sehr häufig als konturlos dargestellt. Eine grundlagentheoretische Klärung des pädagogischen Inklusionsbegriffes erschien daher ebenso überfällig wie eine kritische Prüfung der praktischen Folgen dieses Denkansatzes insbesondere für behinderte Menschen.

2. Welche neuen Perspektiven eröffnet Ihr Buch?

Das Buch erschließt mit dem Phänomen der Fremdheit in Anschluss an den deutschen Philosophen Bernhard Waldenfels neue Zugangswege einer Reflexion über den Umgang mit Behinderung. Damit stellt es sich entschieden gegen eine zunehmende inklusionspädagogische Vereinnahmung des Behinderungs- und ebenso des Heterogenitätsbegriffes. Ins Zentrum der Überlegungen zur Interaktion zwischen behinderten und nichtbehinderten Menschen rücken nicht zu überwindende Fremderfahrungen, die es anzuerkennen gilt.

3. Welche Bedeutung kommt dem Thema in den aktuellen Forschungsdebatten zu?

Basierend auf einer ausführlichen grundlagentheoretischen Erörterung kritisiert das Buch die Annahmen und Zielvorstellungen des pädagogischen Inklusionsbegriffes auf unterschiedlichen Ebenen. Zum einen greift es hierdurch das im Diskurs bestehende begriffstheoretische Defizit auf und grenzt die Begriffe Integration und Inklusion klar voneinander ab. Zum anderen stellt das Buch bewusst keinen Beitrag zur Weiterentwicklung der pädagogischen Inklusionsidee dar, sondern lehnt diesen Ansatz begründeter Weise ab.

4. Mit wem würden Sie Ihr Buch am liebsten diskutieren?

Grundsätzlich mit allen, die die stets notwendige Reflexion über den gesellschaftlichen und pädagogischen Umgang mit Behinderung weiterführen möchten. Kritisch aber auch mit allen, die Inklusion als erwünschten gesellschaftlichen Zielzustand definieren und Behinderung als zu überwindendes Konstrukt betrachten. Zudem mit Sonderpädagogen, denen an einer Auseinandersetzung über die Bedeutung des Inklusionsbegriffes für das eigene Fachgebiet gelegen ist. Nicht zuletzt mit Bildungspolitikern und behindertenpolitischen Verbänden.

5. Ihr Buch in einem Satz:

Inklusion als Leitmotiv pädagogischen Denkens und Handelns bedeutet den Verlust einer spezifischen Sichtweise auf Behinderung und befördert neuartige Exklusionen.

»Eine anspruchsvolle Herausforderung zur kritischen Prüfung selbstverständlich erscheinender, nicht mehr geprüfter Muster der Wahrnehmung, des Denkens und des Handelns.«
Jörg Schlömerkemper, Pädagogik, 12 (2018)

Besprochen in:
BZgA InfoDienst, 7 (2018)
www.lehrerbibliothek.de, 13.07.2018, Jens Walter
Dr. med. Mabuse, 9/10 (2018)
http://www.scharf-links.de, 16.09.2018, Michael Lausberg
Autor_in(nen)
Philipp Singer
Buchtitel
Inklusion und Fremdheit Abschied von einer pädagogischen Leitideologie
Verlag
transcript Verlag
Seitenanzahl
484
Ausstattung
kart.
ISBN
978-3-8376-4288-9
DOI
Warengruppe
1571
BIC-Code
JNA JNF JFFG
BISAC-Code
EDU040000 EDU034000 SOC029000
THEMA-Code
JNA JNF JBFM
Erscheinungsdatum
2018-05-23
Auflage
1
Themen
Gesellschaft, Körper, Bildung, Mensch, Soziale Ungleichheit
Adressaten
Heil- und Sonderpädagogik, Erziehungswissenschaften, Inklusionspädagogik, Soziologie, sowie Praktiker_innen in der Sozial- und Bildungspolitik sowie der Behindertenhilfe
Schlagworte
Inklusion, Fremdheit, Behinderung, Inklusionspädagogik, Heil- und Sonderpädagogik, Bernhard Waldenfels, Bildung, Körper, Soziale Ungleichheit, Bildungstheorie, Bildungspolitik, Pädagogik

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